Stefan Rogentin gilt am Freitag im Super-G in Saalbach als heisser Medaillenkandidat. Einen Tag vor dem Rennen muss er aber zur Qualifikation für die WM-Abfahrt antraben. Das stösst beim 30-Jährigen auf wenig Begeisterung.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Am Freitag findet an der Ski-WM in Saalbach der Super-G der Männer statt und Stefan Rogentin gilt als heisser Medaillenkandidat.
- Rogentin muss aber am Donnerstag zur Qualifikation für die WM-Abfahrt antraben und kann im Unterschied zu seinen direkten Konkurrenten keine Kraft sparen. Das stösst beim 30-Jährigen wenig überraschend auf keine Begeisterung.
- Beat Feuz zeigt für die Bedenken von Rogentin Verständnis, macht ihm aber zugleich Hoffnung.
Stefan Rogentin ist in diesem Winter der drittbeste Super-G-Fahrer im Weltcup. Nur Überflieger Marco Odermatt und Vincent Kriechmayr holen in dieser Disziplin bisher mehr Punkte. Und so gilt Rogentin für den WM-Super-G vom Freitag als heisser Kandidat auf eine Medaille.
Im Vergleich zu Odermatt und Kriechmayr hat Rogentin aber den Nachteil, noch nicht für die WM-Abfahrt vom Sonntag gesetzt zu sein. Das haben die Verantwortlichen bei Swiss-Ski so entschieden. Rogentin muss im zweiten Abfahrtstraining am Donnerstag zur Qualifikation antraben und gegen die Teamkollegen Marco Kohler und Lars Rösti um den letzten Schweizer Startplatz kämpfen.
Das energieraubende Programm
Kraft sparen liegt deshalb bereits am Mittwoch nicht mehr drin. «Wenn du die Quali fahren musst im zweiten Training, dann musst du im ersten Training schauen, wie es funktioniert», macht Rogentin im SRF-Interview klar. «Du brauchst auch schon wieder Energie, die andere jetzt natürlich sparen.»
Gross beklagen will sich Rogentin nicht. Doch er sagt klar: «Die Quali vor dem Super-G zu machen – wo ich doch die Nummer 2 der Schweiz und die Nummer 3 der Welt bin – finde ich persönlich aus taktischen Überlegungen nicht gut. Aber ich treffe die Entscheidung nicht, ich muss sie am Schluss einfach akzeptieren.»
Mit Blick auf das dichte WM-Programm ist die am Donnerstag anstehende Abfahrts-Quali für den Schweizer mit Sicherheit kein Vorteil. «Am Freitag ist wieder ein Rennen. Am Samstag wäre das dritte Abfahrtstraining – und dann ist am Sonntag wieder ein Rennen», so Rogentin. «Das sind dann eigentlich fünf Tage Rennen fahren. Deshalb muss man schauen, dass man nicht zu viel Energie braucht und diese gut einteilt.»
Ein gutes Omen?
Beat Feuz kann die Überlegungen der Medaillenhoffnung nachvollziehen. «Ich verstehe beide Ansichten – die Athletensicht, aber auch die Verbandsseite. Wir haben ein Luxusproblem», unterstreicht der SRF-Experte. «Was würden die anderen beiden sagen, wenn man Rogentin auf Startplatz fünf setzt? Ein schwieriges Thema.»
Feuz macht Rogentin aber Hoffnung. «Eine Quali hat es schon oft gegeben – und es hat manchmal nicht geschadet», sagt der 37-Jährige, der dies von den Weltmeisterschaften 2015 gar aus eigener Erfahrung weiss. Damals musste ein gewisser Patrick Küng für die WM-Abfahrt in Beaver Creek ebenfalls in die Quali – und wurde schliesslich vor Bronzegewinner Feuz Weltmeister.