St. Moritz bleibt für Lindsey Vonn ein gutes Pflaster: Nur einen Tag nach ihrem Comeback-Sieg fährt die 41-Jährige erneut aufs Podest – und muss wegen einer Frage zu Roger Federer lachen.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Die 21-jährige Deutsche Emma Aicher gewinnt die zweite Abfahrt in St. Moritz vor der 41-jährigen Lindsey Vonn, die einen Fehler im Mittelteil als Grund für ihren zweiten Platz nennt.
- Vonn spricht über ihr Comeback nach einer Knieoperation und betont, dass ihr Ziel ursprünglich ein schmerzfreies Leben war – nicht die Rückkehr in den Rennsport.
- Nach ihrem ersten Weltcup-Sieg seit 2018 erhielt Vonn am Freitag auch Glückwünsche vom Schweizer Tennis-Star Roger Federer.
Einen Tag nach ihrem ersten Weltcup-Sieg seit sieben Jahren fährt Lindsey Vonn in der zweiten Abfahrt in St. Moritz auf den zweiten Rang: Geschlagen diesmal nur von der 21-jährigen Deutschen Emma Aicher.
Die 41-Jährige erklärt anschliessend, weshalb es diesmal mit dem Sieg nicht geklappt hat. «Gestern hat etwas zu viel Energie gebraucht und ich war ein bisschen müde heute. In der Mitte habe ich einen Fehler gemacht und bin auf der Hüfte gefahren und du kannst leider nicht gewinnen, wenn du auf der Hüfte fährst.» Nichtsdestotrotz sei es ein gutes Resultat, wieder auf dem Podest zu sein.
blue News hat Lindsey Vonn im Zielraum zudem auf die lange Zeit seit ihrem letzten Sieg (vor dem Triumph gestern) angesprochen. Damals, im März 2018, war die Welt schliesslich noch eine andere. Zum Beispiel war ein gewisser Roger Federer damals noch die Nummer 1 der Welt im Männer-Tennis. Auf die Frage, ob sie «King Roger» ebenfalls zu einem Comeback überreden könne, muss die Speed-Queen lachen: «Ich habe schon vor ein paar Jahren mit ihm gesprochen und er ist wirklich total fertig.» Kontakt hätten die beiden aber nach ihrem Sieg gestern dennoch gehabt: «Er hat mir gestern geschrieben und schöne Grüsse gesagt. Es war sehr schön und nett, dass er sich gemeldet hat. Aber leider glaube ich, dass er fertig ist mit seiner Karriere.»
Ziel der Operation war nicht, wieder Skirennen zu fahren
Vonn selbst geniesst es, zurück zu sein im Weltcup. Den ganzen Rummel um ihre Person kann sie vor den Rennen jeweils gut ausblenden: «Ich höre meine Rap-Musik und bin super fokussiert, ich bekomme gar nichts mit. Ich bin das älteste von fünf Kindern, ich bin mich Chaos gewöhnt. Das ist Teil meines Lebens und Teil meines Jobs. In meinem Alter kann man damit umgehen.»
Dass Lindsey Vonn überhaupt wieder Skifahren kann, hat sie einer Operation zu verdanken: Im April 2024 liess sie sich eine partielle Knieprothese einsetzen. Warum hat sie das nicht früher getan? «Ich denke, ich musste zurücktreten, denn jetzt habe ich eine ganz andere Perspektive», erklärt Vonn. Sie habe ihren Ruhestand vom Profi-Sport richtig geniessen können und habe sich ein wunderschönes Leben aufgebaut. Hätte sie die Operation schon 2019 gemacht, wäre diese aus den falschen Gründen erfolgt: «Ich habe mich operieren lassen, um ein schmerzfreies Leben zu haben und nicht, um wieder Skirennen zu fahren.» Es hätte sich alles geändert, wenn sie das schon vorher getan hätte. Jetzt sei sie auf einer Reise mit dem grossen Ziel Cortina: «Dort soll alles zu Ende gehen.»