Ski-Star kennt Lokal bestens Slalom-Ass Marc Rochat war einen Tag vor dem Inferno in der Unglücksbar

Sandro Zappella

5.1.2026

Marc Rochat ist vom Unglück in Crans-Montana besonders betroffen. (Archivbild)
Marc Rochat ist vom Unglück in Crans-Montana besonders betroffen. (Archivbild)
KEYSTONE

Das Inferno in der Bar «Le Constellation» erschüttert Crans-Montana – und auch Weltcup-Fahrer Marc Rochat. Er kennt die Bar bestens, war einen Tag vor dem Unglück vor Ort und bangte um Jugendliche, die ihm nahestehen.

Sandro Zappella

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  • In der Neujahrsnacht kam es in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana zu einem tragischen Unglück, das auch den Schweizer Skifahrer Marc Rochat tief erschüttert.
  • Rochat kennt die Bar aus seiner Jugend bestens und war auch am Tag vor dem Unglück mit seiner Frau auf der Veranda des Lokals.
  • Als Zeichen des Mitgefühls plant Rochat, bei den kommenden Weltcup-Rennen mit Trauerflor zu starten.

Ein tragisches Unglück in der Bar «Le Constellation» hat die Neujahrsnacht in Crans-Montana überschattet. Dem Schweizer Weltcup-Skifahrer Marc Rochat geht die Tragödie besonders nah – er verbindet mit dem Ort und dem Lokal viele persönliche Erinnerungen. Der 33-Jährige hat in seiner Jugendzeit viel Zeit in Crans-Montana verbracht. Praktisch jedes Wochenende und jeweils in den Winterferien sei er im Ferienhaus seiner Eltern gewesen, schreibt der «Blick».

Auch die Unglücksbar «Le Constellation» kennt Rochat aus dieser Zeit bestens: «Ich habe mich als Jugendlicher in diesem Lokal, welches damals mit besonders schönen Teppichen im Leoparden-Look bestückt war, sehr wohlgefühlt. Schätzungsweise habe ich hier sieben Silvester-Partys gefeiert.»

Rochat macht sich wegen Jugendlichen besonders grosse Sorgen

Auch in diesem Winter war Rochat in seinem ehemaligen Stammlokal – und zwar einen Tag vor dem Unglück. «Ich war mit meiner Frau im Le Constellation. Aber nicht an der Bar im Untergeschoss, sondern auf der Veranda. Wir haben dort einen Tee getrunken», erzählt Rochat dem «Blick». 

Dementsprechend gross sei auch der Schock gewesen, als er von der Neujahrs-Tragödie im «Le Constellation» erfahren habe. Weiter erklärt Rochat, dass er besonders besorgt gewesen sei wegen einiger Jugendlicher einer Privatschule in Crans-Montana: «Ich bin Ambassador von der Privatschule Le Régent. Einige Schüler betrachten mich ein bisschen als grossen Bruder, ich habe mit ihnen auch schon Skitage absolviert.»

Einer dieser Jugendlichen habe den gleichen, seltenen Namen wie sein Sohn: Lupo. «Weil ich davon ausgegangen bin, dass Lupo mit ein paar Mitschülern zur Silvester-Party ins ‹Le Constellation› gegangen ist, habe ich mir besonders grosse Sorgen gemacht.» Lupo sei mit seinen Kollegen am 31. Dezember tatsächlich an der Silvester-Party gewesen, konnte jedoch rechtzeitig aus dem Inferno fliehen.

Rochat will mit Trauerflor starten

Für Marc Rochat geht es nun sportlich intensiv weiter. Gleich fünf Slaloms stehen im Januar auf dem Weltcup-Programm, der erste davon bereits am Mittwoch im italienischen Madonna di Campiglio. Der Lausanner möchte dabei seine Anteilnahme zum Ausdruck bringen. «Ich werde bei der nächsten Teamsitzung dafür plädieren, den Antrag zu stellen, dass wir in Madonna zum Andenken an die Opfer von Crans-Montana mit Trauerflor starten werden», so Rochat.


Bei den Frauen-Rennen in Kranjska Gora am vergangenen Wochenende tat dies auch die Walliserin Camille Rast. Die Technik-Spezialistin gewann in Slowenien sowohl den Riesenslalom als auch den Slalom und sagte nach ihrem Sieg am Samstag in einem emotionalen Interview, dass ihre Gedanken bei den Familien der Opfer seien.