16-Jährige aus Neapel So lief das Weltcup-Debüt von Ski-Wunder Giada D'Antonio 

Jan Arnet

28.12.2025

16-jähriges Supertalent scheidet bei erstem Weltcup-Auftritt aus

16-jähriges Supertalent scheidet bei erstem Weltcup-Auftritt aus

28.12.2025

In ihrer allerersten Profi-Saison sorgt Giada D'Antonio für Furore. Die 16-jährige Süditalienerin darf beim Slalom am Semmering im Weltcup debütieren – und sammelt erste Erfahrungen bei den «Grossen».

Jan Arnet

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Giada D’Antonio gilt als neuer Stern am Ski-Himmel.
  • Beim Slalom am Semmering gibt die Italienerin ihr Weltcup-Debüt.
  • Auf die ersten Punkte muss die 16-Jährige aber weiter warten. D’Antonio bringt ihren Lauf nicht ins Ziel.

Am 19. November sorgte Giada D’Antonio am Schilthorn für eine dicke Überraschung. Bei ihrem allerersten Profi-Einsatz gewann die Italienerin mit Startnummer 82 einen FIS-Slalom – ein kleines Ski-Märchen.

Mit diesem Sieg verhinderte sie einen Schweizer 12-fach-Erfolg. Dass ihr Triumph kein Zufallsprodukt war, zeigte D’Antonio bereits einen Tag später eindrücklich: Mit Startnummer 63 holte sie sich erneut den Sieg, diesmal vor gleich 13 Schweizerinnen.

Der kometenhafte Aufstieg setzte sich in den folgenden Wochen fort. Innerhalb eines Monats ging es für D’Antonio unter anderem in die USA, wo sie im Nor-Am Cup, dem Pendant zum Europacup, in Copper Mountain startete. In zwei Riesenslaloms fuhr sie – erneut von sehr weit hinten – auf die Plätze 11 und 13.

Erste Erfahrungen im Weltcup

«Im Moment entwickeln sich die Dinge für mich sehr schnell, ich hätte nicht gedacht, dass ich für die Rennen in den USA ausgewählt werde», sagte D’Antonio kürzlich zu blue News.

Schnell kommt dann auch das erste Aufgebot im Weltcup. Der italienische Wintersportverband «FISI» hat D’Antonio für den Slalom in Semmering nominiert. Damit überspringt sie den Europacup komplett und misst sich direkt mit den besten Fahrerinnen der Welt.

Mit Startnummer 70 geht sie am Sonntag ins Rennen – und will auf der grossen Bühne erstmals der Ski-Welt ihr Können zeigen. Das ist auf der stark ramponierten Piste aber alles andere als einfach. Vor ihr haben schon 34 (!) Fahrerinnen – also knapp die Hälfte – ihren Lauf nicht ins Ziel gebracht.

Und D’Antonio ergeht es gleich. Bei den ersten beiden Zwischenzeiten hält sie zwar noch relativ gut mit, doch nach 30 Fahrsekunden kann sie sich nicht mehr im Rennen halten und scheidet aus. Ihre Familie im Zielraum lächelt dennoch stolz. 

Der Weg vom Vesuv in den Ski-Weltcup

Besonders bemerkenswert ist D’Antonios Geschichte auch mit Blick auf ihre Herkunft. D’Antonio wurde in Neapel geboren, als Tochter eines italienischen Zahnarztes und einer kolumbianisch-ecuadorianischen Mutter.

Heute lebt sie in San Sebastiano al Vesuvio, am Fusse des Vesuvs, und startet für den Skiclub Vesuvio. Der Weg vom Vulkan in den Skiweltcup ist ungewöhnlich – und doch begann alles ganz einfach: «Als ich ganz klein war, habe mit meinem Vater angefangen Ski zu fahren, es war schon immer ein Hobby von ihm», sagte die 16-Jährige zu blue News.

Bisher hat sich D’Antonio als Technikspezialistin einen Namen gemacht und ist ausschliesslich im Slalom und Riesenslalom gestartet. Doch sie blickt bereits weiter nach vorne: «Im Moment konzentriere ich mich auf diese beiden, aber ich denke, dass ich in Zukunft versuchen könnte, in mehreren Disziplinen anzutreten, um vielseitiger zu werden.»