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Wendy Holdener liefert im Slalom seit Jahren auf hohem Niveau ab.
Bild: Keystone
Wendy Holdener stand in ihrer Karriere im Slalom schon 38. Mal auf dem Podest. Aber nur zwei Mal schafft sie es zuoberst aufs Treppchen, nur einmal davon ganz allein.
«Ein bisschen nervt es mich schon gerade. 16 Hundertstel findest du überall. Ich habe angegriffen, es hatte recht viele Spuren, es war ein Kampf. Von demher kann ich mir nichts vorwerfen. Aber hey – Schweizer Doppelsieg, einmal mehr – das nehme ich gerne mit.»
Es sind die Worte von Wendy Holdener, nach dem Nachtslalom am Dienstagabend in Flachau. Gerade ist sie hinter der im 2. Lauf entfesselten Camille Rast Zweite geworden. Sich über einen 2. Platz zu ärgern, das mag fast ein wenig arrogant wirken, doch im Fall von Wendy Holdener kann man das nur allzu gut verstehen.
Am 10. März 2013 rast Wendy Holdener im Slalom ein erstes Mal aufs Podest. Damals wird sie in Ofterschwang hinter Tina Maze Zweite. Es ist quasi der Startschuss einer grossen Karriere, denn seither stand sie im Weltcup 37 weitere Male auf dem Slalom-Podest – allerdings nur zwei Mal als Siegerin.
Erstmals zuoberst auf dem Slalom-Podium steht sie am 27. November 2022, zuvor wurde sie schon je 15 Mal Zweite und Dritte. Allerdings muss sie sich den Sieg teilen, da die Schwedin Anna Swenn-Larsson exakt gleich schnell fährt wie Holdener. Am 11. Dezember 2022 ist es dann aber soweit: Wendy Holdener gewinnt den Slalom in Sestriere vor Mikaela Shiffrin und Petra Vlhova, die ihr so oft vor der Sonne standen. Seit diesem Triumph steht Holdener noch sechs weitere Male auf dem Podest, aber nie mehr zuoberst.
Auch in dieser Saison beeindruckt Holdener mit ihrer Konstanz. In Killington wird sie hinter Camille Rast und Anna Swenn-Larsson Dritte, in Kranjska Gora ist Zrinka Ljutic 16 Hundertstel schneller als die 31-Jährige und zuletzt in Flachau steht ihr erneut Teamkollegin Rast vor der Sonne, hinter der sie in der Slalom-Wertung nach 6 von 10 Rennen den 2. Platz belegt. Rast, die mit 25 Jahren erst drei Mal auf einem Slalom-Podest stand, aber schon zwei Mal zuoberst – und damit gleich oft wie Holdener.
Auch an der WM 2017 sowie an den Olympischen Spielen 2018 und 2022 steht Holdener auf dem Treppchen. Der Reihe nach wird sie 2., 2. und 3.
Doch wer ist «schuld» daran, dass die Schweizer Sportlerin des Jahres 2017 im Slalom so oft in ihrer Karriere «nur» Zweite oder Dritte wird? Es folgt die grosse Podest-Analyse.