Lindsey Vonn gewinnt die Abfahrt in Zauchensee und holt ihren 84. Weltcupsieg. Das macht auch den Papa der 41-Jährigen stolz – sein Kommentar zu ihrer Leistung sorgt dabei für einen Lacher.
Lindsey Vonn gewinnt in Zauchensee ihre zweite Abfahrt des Winters. Bereits in St. Moritz triumphierte die Amerikanerin beim Speed-Auftakt im Dezember.
Nach dem Rennen war sie mit ihrem Vater am Telefon und wird beim SRF-Interview darauf angesprochen und sagt: «Er wollte mir alles Gute wünschen, er hat mich schon gestern Abend motiviert. Das hilft sicher. Es ist schön, dass ich mit ihm sprechen kann, weil meine Mutter nicht dabei ist.»
Das Verhältnis von Lindsey Vonn zu ihrem Vater Alan Kildow war lange Zeit kompliziert. In Interviews sprach Vonn davon, dass ihr Vater sehr leistungsorientiert gewesen sei und sie sich dadurch unter Druck gesetzt gefühlt habe. Der Kontakt brach zeitweise ganz ab.
Nun ist das Verhältnis allerdings wieder in Ordnung: Nach ihrem Sieg in St. Moritz sagte Vonn: «Er hat so stark geweint, das habe ich noch nie in meinem Leben gehört.» Auf die Nachfrage, wie stolz ihr Vater darauf sei, was sie im Moment zeige, antwortet die 41-Jährige lachend: «Er hat gesagt, das ist nicht schlecht für eine alte Frau.»
Vonn: «Das war nicht das Limit für mich»
Aber er sei natürlich sehr stolz – er wisse, was sie schaffen könne, und unterstütze sie dabei: «In dieser Zeit ist das sehr wichtig für mich, weil ich dieses Niveau halten muss. Und das ist auch nicht einfach. Ich bin so stark gestartet und muss immer wieder kämpfen, aber mit dieser Unterstützung ist das etwas einfacher», so Vonn.
Das grosse Ziel von Vonn bleiben die Olympischen Spiele in Cortina. Bis dahin möchte sie nach eigener Aussage nicht so viel riskieren. Dennoch hat sie nun bereits ihre zweite Abfahrt des Winters gewonnen und führt im Abfahrtsweltcup deutlich: «Ich fahre schon gut und mit viel Intensität und bin sehr aggressiv. Aber das ist noch nicht das Limit.»
Das Wichtigste sei im Moment, dass sie im Ziel sei und gesund bleibe. Sie habe heute mit ihrer Linie zwar etwas riskiert. Sie unterstreicht aber nochmals, dass es für sie nicht das Limit war. Sie sei mit mehr Intensität gefahren, als sie gedacht habe, bei einem kurzen Rennen wie heute – es wurde vom Reservestart gestartet – müsse man alles riskieren: «Ich war heute vielleicht bei 90 Prozent, ich habe also noch ein bisschen mehr Reserve.»
Was, wenn Vonn «sehr gut» fährt?
Nach dem Rennen schaute Vonn erneut bei SRF vorbei und erklärt, dass sie heute auch emotional sehr viel gegeben habe, aber auch hier nicht am Maximum angelangt sei: «Das war nicht 100 Prozent von meinen Emotionen, ich habe noch ein bisschen mehr Kraft in mir. Ich behalte das für Cortina.» Emotionen seien für sie besonders wichtig: «Wenn ich keine Emotionen habe, ist es für mich nicht lustig zum Fahren.»
Vonn resümiert, dass sie heute trotz der schweren Wetter-Konditionen gut gefahren sei. Auf die Frage, was passiert, wenn sie denn mal sehr gut, statt nur gut fahre, sagt sie selbstbewusst: «Dann gewinne ich vielleicht mit grösserem Vorsprung… »