Kugel-Entscheidung vertagt Von Allmen spuckt Odermatt in die Suppe und scherzt: «Da ist gar nichts verloren»

Luca Betschart

8.3.2025

Schweizer Abfahrts-Show: Von Allmen rast zum Sieg in Kvitfjell

Schweizer Abfahrts-Show: Von Allmen rast zum Sieg in Kvitfjell

08.03.2025

Franjo von Allmen jubelt beim dreifachen Schweizer Abfahrts-Triumph in Kvitfjell über seinen dritten Weltcup-Sieg und verhindert vorerst, dass Marco Odermatt die kleine Kugel einheimst. Seine Kampfansage nach dem Rennen ist dennoch nicht ganz ernst gemeint.

Luca Betschart

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  • Franjo von Allmen gewinnt die zweite Abfahrt von Kvitfjell vor Teamkollege Marco Odermatt und feiert seinen dritten Weltcup-Sieg.
  • Von Allmen hält so auch das Rennen um die Abfahrts-Kugel offen, hat vor dem letzten Saisonrennen in dieser Disziplin aber einen grossen Rückstand.
  • Während sich Odermatt zuversichtlich gibt, sagt von Allmen im Zielraum: «Es wäre für mich keine grosse Enttäuschung, wenn es so bleibt, wie es ist.»

Am Freitag müssen sich die Schweizer Abfahrts-Cracks für einmal geschlagen geben. Dominik Paris gelingt in Kvitfjell das Kunststück, in dieser Saison alle Schweizer Trümpfe hinter sich zu lassen und so zum Partycrasher zu avancieren. Denn hinter dem Italiener reihen sich gleich vier Schweizer ein. 

Am Samstag schlägt das Schweizer Speed-Team dann eindrücklich zurück. Franjo von Allmen sichert sich vor Marco Odermatt und Stefan Rogentin seinen zweiten Weltcup-Sieg und beschert der Schweiz in der Königsdisziplin einen dreifachen Triumph. Und so präsentiert sich ein mittlerweile bekanntes Bild. In der achten Abfahrt dieses Weltcup-Winters steht zum sechsten Mal ein Schweizer zuoberst auf dem Podium.

«Liefert einer nicht, dann liefert ein anderer»

«Es war definitiv besser als gestern. Weniger Fehler eingebaut und solid Ski gefahren», sagt Franjo von Allmen im SRF-Interview. «Ich wusste, was der Fehler und der Ursprung war. Auch wenn es blöd tönt: Ich habe gleich besichtigt, aber probierte, den Plan besser umzusetzen.» Das gelingt dem 23-Jährigen eindrücklich. «Nach gestern tut es gut, ich hatte auf diesem Schnee nicht so ein gutes Gefühl und wusste, dass es mir heute mehr entgegenkommt mit den kühleren Temperaturen.»

Wie schon bei seinem ersten Abfahrts-Sieg im Weltcup in Crans-Montana steht von Allmen mit zwei Landsmännern auf dem Podium. «Das ist mir bisher nicht aufgefallen. Umso schöner, dass man den Sieg so feiern kann. Drei Schweizer auf dem Podest – das ist unglaublich cool.»

Das starke Swiss-Ski-Team pushe sich gegenseitig zu Höchstleistungen. «Liefert einer nicht, dann liefert ein anderer. Und dann kann man sich am Nachmittag wieder aufbauen und die positive Stimmung mitgeben. Das ist cool», so von Allmen.

Kugelentscheidung aufgeschoben

Dank seines Sieges hält von Allmen das Rennen um die kleine Kristallkugel noch offen, zumindest rechnerisch. Der Rückstand auf Landsmann Odermatt ist vor dem letzten Rennen der Saison mit 83 Punkten gross. Heisst: Ein 14. Platz beim Saisonfinale in Sun Valley reicht dem Nidwaldner in jedem Fall zum Gewinn der kleinen Kristallkugel.

«Da ist noch gar nichts verloren», scherzt von Allmen lachend und lässt dann durchblicken: «Es war schon nach gestern relativ klar. Aber man weiss nie, was passiert. Es wäre für mich keine grosse Enttäuschung, wenn es so bleibt, wie es ist. Ansonsten wäre es einfach nur die Krönung dieser Saison.

Etwas anders klingt das bei Odermatt. «Logisch hatte ich heute irgendwo das Ziel, die Kugel schon nach Hause zu tun und schneller zu sein als Franjo. Aber wenn er natürlich gewinnt, ist das nicht so eine einfache Aufgabe. Ich bin mega zufrieden mit meinem Podestplatz», so der Zweitplatzierte, der unterstreicht: «Wenn ich gewusst hätte, dass ich hier in Kvitfjell den Vorsprung sogar noch etwas ausbauen kann gegen Franjo, der so in Form ist und auf dieser Strecke, auf der der Grundspeed so entscheidend ist. Das hätte ich Anfangs Woche sofort unterschrieben.»

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