Erster Podestplatz nach 2565 Tagen Vonn: «Es hiess, ich sei zu alt, nicht mehr gut genug – ich habe es allen gezeigt»

Sandro Zappella

24.3.2025

Lindsey Vonn jubelt über Rang 2 in Sun Valley.
Lindsey Vonn jubelt über Rang 2 in Sun Valley.
KEYSTONE

Lindsey Vonn fährt beim Super-G von Sun Valley hinter Lara Gut-Behrami auf Rang 2. Die US-Amerikanerin ist nun mit 40 Jahren die deutlich älteste Podestfahrerin der Geschichte.

Sandro Zappella

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  • Lara Gut-Behrami gewinnt beim Super-G in Sun Valley mit einem Vorsprung von über einer Sekunde.
  • Zweite wird die 40-jährige Lindsey Vonn, die damit 2565 Tage nach ihrem letzten Podestplatz wieder auf dem Treppchen steht.
  • Die US-Amerikanerin ist glücklich, dass sie es ihren Kritikern gezeigt hat: «Es war eine harte Saison, in der die Leute sagten, ich könne es nicht, ich sei zu alt, ich sei nicht mehr gut genug. Ich glaube, ich habe es allen gezeigt.»

Die ganz grosse Geschichte des Super-G der Frauen beim Saisonfinale in Sun Valley schreibt Lara Gut-Behrami. Die Schweizerin dominiert das Rennen, gewinnt mit einem Vorsprung von 1,29 Sekunden und holt sich die sechste Super-G-Kugel der Karriere. Ein Rekord, sechs Super-G-Kugeln hat weder bei den Frauen, noch bei den Männern jemand zuvor geholt.

Doch auch die Frau, die in Sun Valley noch am besten mit Gut-Behrami mithalten konnte, schreibt Geschichte: Lindsey Vonn. Die US-Amerikanerin ist mit 40 Jahren neu die deutlich älteste Podest-Fahrerin der Geschichte. Den alten Rekord hielt die Österreicherin Alexandra Meissnitzer, sie war in der Saison 2007/08 bei Rang 3 im Super-G von Bormio 34 Jahre alt.

Für Vonn war es in ihrem 408. Weltcuprennen der 137. Podestplatz. Nummer 136 liegt weit zurück: Es war im März 2018 in Are. Vor 2565 Tagen, um genau zu sein. Im SRF-Interview nach dem Rennen sagt die US-Amerikanerin zum Podestplatz im Heimrennen: «Es ist perfekt, es könnte nicht besser sein.»

Abrechnung mit den Kritikern

Die 40-Jährige erklärt, dass es ihr in dieser Saison bis dahin nicht gelungen sei, einen guten Lauf von oben bis unten zu zeigen. Nach ihrem Rennen sank Vonn im Zielraum in den Schnee und vergoss Freudentränen. Darauf angesprochen erklärt sie: «Ich habe immer an mich selbst geglaubt, aber nicht jeder hat das. Und nicht jeder hat mich unterstützt. Das macht mich einfach happy, dass ich so fahren konnte, wie ich weiss, dass ich es kann. Jetzt weiss jeder, wozu ich fähig bin.»

Ihr Weg sei kein leichter und der Ansporn sei immer die Liebe zum Skifahren gewesen. Das sei immer ihre Antwort gewesen. Aber nicht nur: «Dieser Podestplatz heute ist auch noch eine Antwort.» Diese Antwort richtet sich vor allem an viele Kritiker, die ihr Comeback begleitet haben: «Es war eine harte Saison, in der die Leute sagten, ich könne es nicht, ich sei zu alt, ich sei nicht mehr gut genug. Ich glaube, ich habe es allen gezeigt.» 

Der Podestplatz sei auch auf dem Weg für die Olympischen Spiele, die im Jahr 2026 in Cortina stattfinden, wichtig: «Ich weiss jetzt, dass ich auf einem guten Weg bin. Ich habe die Geschwindigkeit. Ich weiss, dass ich auf dem Podest stehen kann. Das ist keine Frage mehr.» Vonn erklärte zudem, dass sie nun für nächste Saison wisse, dass sie dabei sein könne. Sie werde im Sommer zudem hart arbeiten, um noch besser zu sein. An Olympia 2026 wird Vonn 41 Jahre alt sein. Auch ihre grössten Kritiker dürften mittlerweile wissen, dass ihr auch dort alles zuzutrauen ist.

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