Die Schweizer Speed-Cracks halten im ersten Training zur Olympia-Abfahrt vom Samstag gut mit. Gleich vier Fahrer von Swiss-Ski klassieren sich in den Top 10. Die Bestzeit stellt der US-Amerikaner Ryan Cochran-Siegle auf.
Keiner der am Start gestandenen 43 Athleten deckte seine Karten im Hinblick auf das Rennen auf. Auch Marco Odermatt fuhr kontrolliert und nahm schon weit vor dem Ziel Tempo heraus. Als bester Schweizer klassierte er sich mit vier Zehnteln Rückstand auf Cochran-Siegle im 3. Rang, direkt vor Alexis Monney. Franjo von Allmen büsste rund eine Sekunde auf die Bestzeit ein und wurde Siebter.
Der in der Weltcup-Disziplinenwertung führende Odermatt, Weltmeister Von Allmen und Monney, der im Vorjahr auf der Piste Stelvio die Abfahrt gewann, sind für das Rennen am Samstag gesetzt. Den letzten Platz machen Stefan Rogentin und Niels Hintermann im Training vom Donnerstag unter sich aus. Rogentin war im ersten Training als Achter rund acht Zehntel schneller als der Zürcher Oberländer.
Hintermann sauer wegen Quali-Vorgehen
Hintermann äusserte nach seinem ersten Auftritt auf der Stelvio im SRF-Interview Kritik am Vorgehen der Swiss-Ski-Verantwortlichen. «Ich habe mich sehr gefreut bei der Anreise, gestern Abend wurde mir die Laune von meinen drei Chefs verdorben wegen ihrem Quali-Vorgehen», sagt Hintermann und bezieht sich auf den Entscheid, den dritten Startplatz schon vor den Trainings an Monney zu vergeben: «In den letzten Jahren war es immer so: Wer nicht auf dem Podium stand, musste in die Qualifikation. Und jetzt macht man plötzlich etwas anderes. Das ist für mich unverständlich.»
Monney fuhr in den sechs Abfahrten dieses Winters viermal in die Top 10, sein bestes Resultat war Platz 5 in Wengen. Hintermanns Frust ist mit Blick auf die Resultate nachvollziehbar. In dieser Saison hat er in den Abfahrten nur sechs Punkte weniger gesammelt als Monney. Und dies notabene im ersten Winter nach überstandener Krebserkrankung. In der Disziplinenwertung belegen die beiden die Ränge 11 und 12.
Monneys Bilanz auf der Stelvio
Bei Monney kommt jedoch ein weiterer Faktor hinzu: seine herausragenden Leistungen im vergangenen Winter auf der Olympiastrecke. Damals gewann der Freiburger auf der Stelvio die Abfahrt und stand tags darauf auch als Dritter im Super-G auf dem Podest. Ausserdem überzeugte er an der letztjährigen WM in Saalbach mit den Plätzen 3 in der Abfahrt und 2 in der Teamkombination.
Mit diesem Leistungsausweis und seinen erst 26 Jahren bringt Monney starke Argumente mit. Wäre ihm im entscheidenden Training ein Ausrutscher unterlaufen, wäre das Trainerteam möglicherweise in die Bredouille gekommen. Dieses Szenario wollte man offenbar vermeiden.
«Dass es ohne Podium schwierig wird, war mir klar. Ich habe auch nie gefordert, einen Fixplatz zu erhalten, und war bereit, die Qualifikation zu bestreiten», sagt Monney selbst. Er wisse nicht, was genau diskutiert worden sei, doch natürlich sei er mit dem Entscheid zufrieden. «Das nimmt mir etwas Druck und ich muss nicht sofort performen.»
Sturz von Möller überschattet Training
Ebenfalls betroffen ist Stefan Rogentin. Anders als Teamkollege Hintermann gibt sich der Bündner jedoch zurückhaltend: «Ich habe in der Vergangenheit gelernt, Entscheide so zu akzeptieren, wie sie gefällt werden.»
Ein unschönes Ende nahm das Training für Fredrik Möller. Der Norweger stürzte, verletzte sich an der Schulter und musste mit dem Helikopter abtransportiert werden. Bereits in Gröden flog der 25-Jährige heftig ab. Vor einem Jahr feierte Möller beim Super-G in Bormio seinen ersten und bisher einzigen Weltcup-Sieg.
Der Live-Ticker
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Liveticker
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Fredrik Moeller nach Sturz verletzt
Der mit der Startnummer 32 gestartete Norweger stürzt. Zwar kann er aus eigener Kraft wieder aufstehen, doch seine Schulter ist offenbar lädiert. Das sieht nicht gut aus. Er muss mit dem Schlitten runtergebracht und schliesslich mit dem Helikopter abtransportiert werden.
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Franzoni Zweiter
Der italienische Shootingstar setzt ein Zeichen und kommt mit 0,16 Sekunden Rückstand ins Ziel.
Die aktuellen Top 10. Bild: FIS -
Paris Vierter
Auch der Italiener ist im oberen Streckenteil gut unterwegs, unten büsst er Zeit ein – Zwischenrang 4 mit 0,94 Sekunden Rückstand.
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Von Allmen nur teilweise überzeugend
Oben startet der Berner Oberländer stark, unten verliert er jedoch Zeit. Am Ende ergibt das Zwischenrang 5.
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Cochran-Siegle neuer Leader
Der Amerikaner übernimmt die Führung. Die Zeit ist aber mit Vorsicht zu geniessen, da er mehr durchzieht im letzten Streckenteil als die anderen.
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Monney verpasst Tor
Monney fährt mit 0,26 Sekunden Rückstand auf Rang 2. Doch der 26-Jährige hat ein Tor ausgelassen. Aber der Eindruck des letztjährigen Bormio-Siegers war trotzdem stark.
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Allegre auf Zwischenrang 5
Der Franzose kommt nicht an Odi heran und hat als Fünfter 1,06 Sekunden Rückstand.
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Odermatt übernimmt Leaderposition
Der Nidwaldner holt sich einen grossen Vorsprung heraus. Odermatt zeigt fasst auf allen Streckenteilen, dass mit ihm am Samstag zu rechnen ist. Am Ende hat er & Zehntel Reserve auf Kriechmayr.
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Hintermann gibt nicht Vollgas
Der Zürcher gibt noch nicht alles. Am Ende ergibt das einen Rückstand von 1,06 Sekunden.
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Schieder auf Rang 4
Der Italiener kommt mit 0,78 Sekunden Rückstand ins Ziel.
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Kriechmayr mit neuer Bestzeit
Auch der Österreicher hat mit der ruppigen Unterlage Mühe, doch der Routinier holt in allen unteren Abschnitten Bestzeiten und löst Rogentin als Leader ab (24 Hundertstel Vorsprung). Wie viele Fahrer bremste auch Kriechmayr früh ab.
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Cameron verpasst Tor
Der Kanadier verpasst ein Tor, fährt aber trotzdem weiter. Im Ziel ist es inoffiziell Zwischenrang 4 (+1,11 Sdekunden).
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Rogentin geht in Front
Als Erster von vier Schweizern startet Rogentin. Und der Bündner übernimmt nach einer soliden Fahrt mit 28 Hundertstel Vorsprung die Führung.
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Auch Crawford nicht überzeugend
Der Kanadier hat mit der unruhigen Piste Mühe und hat im Ziel 1,34 Sekunden Rückstand.
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Sejersted verliert viel Zeit
Der Norweger lässt vor allem oben viel Zeit liegen. Am Ende sind es 0,76 Sekunden Sekunden Rückstand.
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Hemetsberger eröffnet
Bei schwierigen Bedingungen in Bormio fährt der Österreicher als Erster runter.
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Die Startliste für das erste Training
Bild: FIS -
Dieser Waadtländer tritt bei Olympia gegen Marco Odermatt an
Thomas Weir. Dieser Name sagt dir vermutlich nichts – und doch gehört der junge Waadtländer Skirennfahrer zu den Auserwählten, die bei den Olympischen Spielen im Slalom und Riesenslalom an den Start gehen werden. Zum Artikel.
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Hallo …
… und herzlich willkommen zum Live-Ticker des ersten Abfahrts-Trainings zur Olympia-Abfahrt der Männer. Der Österreicher Daniel Hemetsberger wird das Training ab 11.30 Uhr eröffnen. Hier bist du live mit dabei.