FIS-Präsident Johan Eliasch liess sich kurzerhand in Georgien einbürgern, um sich für eine Wiederwahl in Position zu bringen. Bei Swiss-Ski und einigen anderen Verbänden kommt das alles andere als gut an.
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- FIS-Präsident Johan Eliasch hat sich in Georgien einbürgern lassen, um sich so für eine Wiederwahl in Position zu bringen.
- Weder der schwedische noch der britische Verband wollte ihn zur Wiederwahl nominieren.
- Swiss-Ski fordert ebenfalls einen Wechsel an der Spitze. CEO Diego Züger sagt: «Johan Eliasch ist für uns nicht wählbar.» Der 64-Jährige habe ein finanzielles Debakel angerichtet.
- Auch Marco Odermatt hält einen Wechsel an der Spitze für unausweichlich.
Reizfigur Johan Eliasch, britischer und schwedischer Staatsbürger, wurde weder vom einen noch vom anderen Verband zur Wiederwahl als FIS-Präsident vorgeschlagen. Um doch noch eine Chance zu haben, weiter im Amt zu bleiben, hat er sich kurzerhand in Georgien einbürgern lassen. Und der georgische Verband hat ihn dann auch zur Wahl vorgeschlagen.
Bei Swiss-Ski hat man eine klare Meinung dazu. CEO Diego Züger redet in einem Interview mit SRF Klartext: «Johan Eliasch ist für uns nicht wählbar. Wir wollen keinen Präsidenten, der sich irgendwo auf der Welt eine Staatsbürgerschaft sucht, nur um im Amt zu bleiben.» Es spreche für sich, dass Eliasch weder vom schwedischen noch vom britischen Verband nominiert worden sei.
Eliasch hat schon genug Schaden angerichtet
Und Züger stellt dem Neo-Georgier ein vernichtendes Zeugnis aus: «Die FIS ist in einem besorgniserregenden Zustand. 80 bis 100 Millionen des Vermögens wurden in den letzten Jahren mehr oder weniger konzeptlos verbraucht.»
Wirklich überrascht sei er von Eliaschs politischem Schachzug mit der Einbürgerung in Georgien nicht gewesen: «Wir haben in den letzten Jahren gelernt, mit Überraschungen umzugehen. Dementsprechend hat sich sowas auch abgezeichnet.»
Eliasch hat also während seiner fünfjährigen Amtszeit schon genug Schaden angerichtet. Alleine im letzten Jahr habe man ein Minus von rund 25 Millionen ausgewiesen, obschon man im September kommuniziert habe, es werde ein Rekordjahr, erklärt Züger. «Auch nächstes Jahr wird es wieder ein Minus geben. Das heisst, wir fahren mit 180 gegen die Wand. Jetzt gilt es wirklich, die Handbremse zu ziehen.»
Für die Wahl beim FIS-Kongress am 11. Juni werde Swiss-Ski sich mit weiteren Verbänden auf einen anderen Kandidaten einigen, so Züger weiter.
Odermatt und Co. fordern einen Wechsel an der Spitze
In einer Recherche von FIS-Athletensprecher AJ Ginnis, dem griechischen WM-Silbermedaillengewinner im Slalom von 2023, steht: «Am 31.12.2025 hatte die FIS ein Eigenkapital von knapp 43 Millionen. Vor fünf Jahren waren noch 130 Millionen in der Kasse.»
Ginnis hat deshalb im Namen vieler Athleten einen Brief geschrieben, mit dem man bewirken will, dass Eliasch nicht wiedergewählt wird. Auch Marco Odermatt hat diesen Brief unterschrieben. Im Gespräch mit «Blick» sagt er: «Ich habe mir vor ein paar Jahren sehr viel von ihm erhofft. Weil er neu in dieses System gekommen ist, ein bisschen anders denkt und als Unternehmer die Weltwirtschaft sehr gut versteht.»
Die Entwicklung der letzten Jahre zeige aber, dass es in die falsche Richtung laufe. «Und deshalb bleibt nicht viel anderes übrig, als an der Spitze der FIS einen Wechsel zu machen.» Daniel Yule findet ebenfalls klare Worte: «Eliasch hat uns seit seinem Amtsantritt 2021 so viel versprochen und nichts gehalten.»