12.01.2018 - 15:45, mar

Hier kämpft die Schweiz um Olympia-Medaillen (Teil 2)

Michelle Gisin hat sich diesen Winter unter den Besten etabliert. Mit Iouri Podladtchikov muss man ohnehin immer rechnen bei Olympischen Spielen.
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Die Olympischen Spiele in Südkorea rücken näher. Wer sich die wichtigen Termine jetzt schon fett in den Kalender eintragen will, ist hier an der richtigen Adresse.



Exakt 11 Medaillen holte die Schweiz bei den letzten Olympischen Winterspielen in Sotschi, davon 6 goldene. Wenn es in rund drei Wochen in Pyeonchang losgeht, könnte noch mehr drinliegen. Wir werfen einen Blick auf die wichtigsten Entscheidungen aus Schweizer Sicht und wagen schon jetzt eine Prognose.  

Wer den ersten Teil der grossen Olympia-Prognose verpasst hat, kann diesen hier nachlesen.

18. Februar 2018, 02:15: Riesenslalom Männer

Justin Murisier ist diesen Winter im Riesenslalom schon einige Male knapp am Podest vorbei geschlittert. Wieso sollte es nicht einmal aufs Treppchen reichen? Marcel Hirscher, Alexis Pinturault oder Henrik Kristoffersen müssten sich zwar einen gröberen Schnitzer leisten, aber an Olympia ist ja bekanntlich alles möglich.

Prognose: Justin Murisier rast mit einer Wahnsinnsfahrt im zweiten Lauf weit nach vorne, aber knapp am Podest vorbei.

19. Februar 2018, 00:15: Bob, 2-Sitzer Männer 3. und 4. Lauf

Steuermann Bracher darf am 9. Dezember in Winterberg erstmals als Fahrer an einem Zweierbob-Weltcup starten. Doch der Schweizer fährt nicht nur mit, sondern er gewinnt das Rennen. Alles nur Zufall? Nein! Denn eine Woche später gewinnt Bracher in Igls EM-Silber! Der Nobody hat die Hierarchie im Schweizer Bobsport auf den Kopf gestellt. Eine Medaille darf zwar nicht erwartet werden, doch sie liegt in Reichweite.

Prognose: Bracher/Kuonen gewinnen Edelmetall.

21. Februar 2018, 03:00: Abfahrt Frauen

In Lake Louise hat Michelle Gisin bereits bewiesen, dass sie es diesen Winter mit den Besten aufnehmen kann. Hinter Mikaela Shiffrin und Viktoria Rebensburg holte sie dort die Rang 3. Erwischt sie einen guten Tag liegt auch in Pyeongchang Edelmetall drin. Bei Lara Gut bleibt abzuwarten, ob sie rechtzeitig für die Olympischen Spiele noch zu ihrer Bestform findet. Dann ist natürlich auch mit der Weltcup-Siegerin von 2016 zu rechnen. 

Prognose: Michelle Gisin scheitert an ihren Nerven. Lara Gut ist noch nicht fit. Leider gibt es keine Schweizer Medaille.

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In Lake Louise fuhr Michelle Gisin dieses Jahr bereits aufs Abfahrtspodest.
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21. Februar 2018, 03:30: Skicross Männer

Bei den Männern gibt es momentan leider keinen «Mike Schmid». Aber mit Marc Bischofberger leuchtet ein verheissungsvoller neuer Stern am Schweizer Ski-Cross-Himmel. Der Appenzeller gewann diese Saison 2 von 5 Rennen und führt momentan im Weltcup. Auch weitere Schweizer sind in der unberechenbaren Disziplin für eine Medaille gut – allen voran Alex Fiva, der zehn Weltcupsiege in seinem Rucksack mitbringt.

Prognose: Marc Bischofbergers Stern leuchtet auch in Pyeongchang weiter und er holt die nächste Medaille für die Schweiz.

22. Februar 2018, 03:30: Snowboard Halfpipe Männer

In Sotschi erfüllte sich Iouri Podladtchikov den grossen Traum von Olympiagold. Der Zürcher Snowboarder stand im Final den mit grosser Spannung erwarteten Yolo-Flip. Der amerikanische Favorit Shaun White wurde nur Vierter. Wenn er diesen Sprung auch in Südkorea wieder steht, ist ihm Olympia-Gold fast schon sicher.

Prognose: Iouri Podladtchikov behält die Nerven und steht den Yolo-Flip erneut, was der Schweiz eine weitere Goldmedaille einbringt.

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Iouri Podladtchikov ist ein Medaillenkandidat.
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22. Februar 2018, 08:30: Eishockey Frauen

Der Weg zum Erfolg in Sotschi verlief für die Schweizer Eishockey-Nati der Frauen höchst dramatisch: 67 Sekunden vor dem Ende traf die Schweizer Stürmerin Alina Müller ins verlassene schwedische Tor zum scheinbar entscheidenden 4:2. Doch Pernilla Winberg gelang im Gegenzug nochmals der Anschlusstreffer für Schweden. Die Führung schaukelten die Schweizerinnen aber über die Zeit, holten damt Bronze und wenn ihnen dieses Jahr ein ähnlicher Exploit gelingt, ist wiederum eine Medaille möglich.

Prognose: Die Konkurrenz ist bei diesen Spielen zu stark. Leider können die Eishockey-Frauen das Wunder von Sotschi nicht wiederholen.

23. Februar 2018, 03:30: Skicross Frauen

Im Ski-Cross kann alles passieren. Aber gerade deshalb kann an Grossanlässen Erfahrung Gold, Silber oder Bronze wert sein. Mit Fanny Smith hat die Schweiz eine der konstantesten Ski-Crosserinnen der letzten Jahre am Start. Sie hat an Weltmeisterschaften schon den gesamten Medaillensatz gewonnen, konnte bereits 12 Weltcupsiege feiern und fuhr weitere 11 Mal aufs Podest. Für die sympathische Waadtländerin sind es die dritten Winterspiele. Eine Medaille wäre absolut verdient und keine Überraschung.

Prognose: Mit ihrer Erfahrung und all den Erfolgen im Gepäck ist Fanny Smith dieses Mal die Butter nicht vom Brot zu nehmen und sie rast für die Schweiz zu Gold.

24. Februar 2018, 01:00: Curling-Final Männer

Bei der WM im letzten Jahr verpassten die Schweizer Curling-Männer den Finaleinzug nur hauchdünn. 8:9 unterlagen sie gegen Schottland, konnten sich im Spiel um Platz 3 dann aber immerhin noch die Bronzemedaille sichern. Wenn alles zusammepasst, liegt auch Gold oder Silber in Südkorea drin. 

Prognose: Wie bei der WM reicht es auch in Pyeongchang für eine Medaille. Bei der Konkurrenz aus Schweden und Schottland wird es aber extrem hart für Gold.

24. Februar 2018, 02:00: Snowboard Big-Air-Finale

An der WM im letzten Jahr konnte Jonas Bösiger um die Medaillen zwar nicht mitreden. Er wurde nur Achter. Doch seine Formkurve zeigt in der spektakulären Disziplin steil nach oben. Am letzten Event in Istanbul sprang er auf Rang 2, weshalb man ihn zurecht zu den Medaillenanwärtern zählen darf.

Prognose: Jonas Bösiger springt zwar gut, eine Medaille verpasst er aber knapp.

24. Februar 2018, 03:00: Ski Alpin Teamevent

Zwei Männer, zwei Frauen: Das ist die Formel für den Parallel-Slalom beim Teamevent, welcher die Schweiz diese Weltcup-Saison auch schon gewinnen konnten. Da auf der kurzen Strecke jedoch alles möglich ist, kommt der Wettbewerb eher einer Lotterie gleich. Eine verlässliche Prognose abzugeben, ist extrem schwierig. Dennoch ist die Schweiz nicht zuletzt wegen der starken Einzelfahrer wie Luca Aerni und Wendy Holdener zu favorisieren.

Prognose: Ein blöder Patzer reicht und schon ist der Medaillentraum ausgeträumt. Leider wird genau das passieren.

24. Februar 2018, 04:00: Parallel-Riesenslalom Frauen und Männer

Nevin Galmarini ist die Schweizer Medaillen-Hoffnung für die Alpinen Snowboardwettkämpfe. Der aktuell Führende im Gesamtweltcup überzeugte bisher vor allem im Parallel-Riesenslalom –bei zwei von drei Rennen fuhr er aufs Podest und gewann das letzte Rennen in Lackenhof (Ö). Das mit ihm auch an Olympia zu rechnen ist, zeigte er bereits vor vier Jahren in Sotchi, als er im Parallel-Riesenslalom sensationell die Silbermedaille gewinnen konnte.

Prognose: Der akribische Arbeiter holt sich vier Jahre nach seiner Silbermedaille jetzt auch noch Gold im Parallel-Riesenslalom.

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Gut möglich, dass Mevin Galmarini für die letzte Schweizer Medaille in Südkorea sorgt.
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