Kritik an Hoffenheim-Wechsel «Vogt passt nicht in die Bundesliga und St. Gallen hat's verschlafen»

Björn Lindroos

10.3.2026

Blerim Dzemaili: «Vogt passt nicht in die Bundesliga»

Blerim Dzemaili: «Vogt passt nicht in die Bundesliga»

06.03.2026

Alessandro Vogt wechselt bald von St. Gallen zu Hoffenheim – doch Blerim Dzemaili zeigt sich skeptisch. Im Fussball-Talk «Heimspiel» erklärt der Ex-Nati-Spieler, warum er die Bundesliga für falsch hält und wundert sich über den niedrigen Transferpreis.

Syl Battistuzzi

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Blerim Dzemaili kritisiert im Fussball-Talk Heimspiel den Wechsel des St. Gallen-Stürmers Alessandro Vogt zu Hoffenheim und meint, sein kämpferischer Spielstil passe eher zur Serie A oder La Liga als zur Bundesliga.
  • Dank einer Ausstiegsklausel zahlt die TSG nur rund 2,5 Millionen Franken, was Dzemaili als zu niedrigen Preis bezeichnet und der Meinung ist, der FCSG habe die Vertragssituation «verschlafen».
  • Pascal Zuberbühler verteidigt hingegen den Klub. Er betont, wie vorbildlich in der Ostschweiz zuletzt gearbeitet wurde.

Alessandro Vogt verlässt St. Gallen im Sommer und wechselt zu Hoffenheim. Bei den Kraichgauern soll er Medienberichten zufolge einen Fünfjahresvertrag erhalten.

Für Blerim Dzemaili ist es «die falsche Liga». «Vogt ist ein Spieler, der vom Kampf lebt. Aber so einen sehe ich mehr in der Serie A, wo du dann etwas Spezielles bist. Oder in Spanien, wo du dich noch technisch und taktisch weiterentwickeln kannst. In der Bundesliga hast du sehr viele solche Spielertypen wie Alessandro Vogt», erläutert Dzemaili im Fussball-Talk Heimspiel.

Heimspiel als Podcast

Die TSG soll dem FCSG kolportiert 2,5 Millionen Franken überweisen. Ein Schnäppchenpreis für das grosse Talent. «St. Gallen kommt damit schlecht davon», resümiert Dzemaili. 

Das billige Preisschild hat Vogt einer Klausel zu verdanken. «Warum gibt man einem Spieler, der in der U21 und vorher bei Wohlen war, eine solche Klausel?», wundert sich Michi Wegmann, Leiter Sport bei blue News. Klar sei, dass sein Agent Goran Karanovic – der selbst mal in der Ostschweiz stürmte – «einen super Job» gemacht habe. 

Dzemaili: St. Gallen hat Vogt «verschlafen»

Auch Dzemaili versteht die Idee hinter der Klausel nicht. «In dem Moment, in dem Alessandro Vogt spielt, sitzt du nach dem dritten Match mit dem Agenten zusammen und sagst ihm, er solle das mit seinem Spieler sofort unterschreiben. Ich kann so einen Spieler nicht für 2,5 Millionen verlieren», meint der 39-Jährige. Er glaubt, die sportliche Leitung um Sportchef Roger Stilz habe hier die Personalie «ein wenig verschlafen».

Vogt stiess im Januar 2023 zum Nachwuchs der Ostschweizer. Nachdem er im Sommer 2025 die Vorbereitung mit der ersten Mannschaft absolviert hatte, soll Hoffenheim sein Interesse angemeldet haben. Vogt unterschrieb kurz vor Saisonstart seinen ersten Profivertrag (bis 2029), doch als Stilz nach Vogts Raketenstart (fünf Tore in den ersten fünf Liga-Spielen) im Herbst den Vertrag anpassen will, hat die TSG dem Sturm-Juwel schon den Kopf verdreht. In seiner Premierensaison auf höchster Stufe erzielte der 21-Jährige bisher in 32 Pflichtspielen 16 Tore und bereitete fünf weitere Treffer vor.

Zubi verteidigt Klub

Pascal Zuberbühler nimmt den Klub derweil in Schutz. «Die Entwicklung bei Vogt hat niemand erwartet», erläutert der frühere Nati-Goalie und ergänzt: «Man hat auch nicht erwartet, dass St. Gallen oben in der Tabelle ist.»

St. Gallen mache in dieser Saison «enorm viel richtig», so Zubi. «Sowohl mit den Spielern, die da waren, als auch mit den neuen Spielern. Man hat an Trainer Enrico Maassen festgehalten und hat mit ihm frühzeitig verlängert. Roger Stilz macht einen sehr guten Job dort, obwohl er auch schon unter Beschuss stand. Und Matthias Hüppi ist Vorzeige-Präsident», hält er fest.

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