Das neue Stadion in Zürich lässt weiter auf sich warten. Die Gegner wollen bis vors Bundesgericht. FCZ-Boss Ancillo Canepa spricht von einem «Skandal» und rechnet vor: «Es hätte schon vor 10 Jahren stehen können, da wären wir bei rund 80 Millionen Franken Einnahmeverlust.»
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Trotz mehrmaliger Zustimmung des Zürcher Stimmvolks verzögert sich der Bau des neuen Fussballstadions auf dem Hardturm weiterhin wegen anhaltender juristischer Beschwerden.
- FCZ-Präsident Ancillo Canepa kritisiert die Situation scharf und spricht im Fussball-Talk Heimspiel von einem demokratischen Skandal.
- Während Canepa wegen des grossen Einnahmeverlustes frustriert ist, zeigt sich seine Frau Heliane optimistisch und glaubt an ein Happy-End.
Vor über sieben Jahren, am 25. November 2018, sagte das Stadtzürcher Stimmvolk «Ja» zu einem neuen Fussballstadion. Und auch als die Abstimmung zwei Jahre später wiederholt wurde, gab es ein deutliches «Ja». Eine Arena für den FC Zürich und GC soll den bei Fussballfans unbeliebten Letzigrund ersetzen.
Doch von einem reinen Fussballstadion fehlt auch heute, Ende 2025, noch jede Spur in Zürich. Denn die Gegner des Projekts geben auch nach zwei Niederlagen vor Gericht nicht auf und ziehen den Fall weiter vor das Bundesgericht. So ist weiterhin unklar, ob – und wann – auf dem Hardturm tatsächlich gebaut wird.
«Es ist ein Riesen-Skandal, was da in Zürich abgeht», schimpft FCZ-Präsident Ancillo Canepa im Fussball-Talk Heimspiel. «Es ist ein fragwürdiges Verständnis von Demokratie. Seit Jahren wird dieses Stadion verhindert.»
Einnahmeverlust in Höhe von bis zu 100 Millionen Franken
So müssen der FCZ und GC für ihre Spiele weiter den Letzigrund mieten, der der Stadt Zürich gehört. «Das führt zu einem jährigen Einnahmeverlust – auch für den anderen Klub – von rund fünf Millionen Franken. Zuschauer hätten wir auch mehr, da fehlen uns Jahr für Jahr sieben, acht Millionen», rechnet Canepa vor.
Und weiter: «Dieses Stadion hätte schon vor zehn Jahren stehen können. Dann sind wir bei 50, 80 oder 100 Millionen, die wir hätten einnehmen können. Andere Klubs hatten diese Einnahmen. Es ist ein Skandal, dass das überhaupt möglich ist in Zürich.»
Seine Ehefrau Heliane hat aber weiter Hoffnung. «Wir werden das Stadion noch erleben», gibt sie sich optimistisch. «Für den Campus mussten wir auch zehn Jahre kämpfen. Den haben wir dann auch erlebt.»