Tattoo von Krieger Achilles auf dem Arm So tickt St.Gallens Cup-Held Carlo Boukhalfa
St. Gallens Cup-Held Carlo Boukhalfa erklärt blue Sport, weshalb er sich Achilles auf den Unterarm tätowieren liess und warum die St. Galler Fans träumen dürfen.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Carlo Boukhalfa war bisher einer der wichtigsten Gründe für den Höhenflug des FC St. Gallen. Am Mittwoch schoss er den FCSG gegen Basel in der Nachspielzeit in den Cup-Habfinal.
- blue Sport traf Boukhalfa, der in einer Künstlerfamilie gross geworden und selbst das Kunstgymnasium besucht hat, in der Winterpause im Trainingscamp des FC St. Gallen in Spanien.
- Der Deutsche verrät dabei, was es mit dem Tattoo des griechischen Kriegers Achilles auf seinem Unterarm auf sich hat und dass die St. Galler Fans träumen dürfen.
Für viele gilt Carlo Boukhalfa als Königstransfer des letzten Sommers. Ein torgefährlicher Mittelfeld-Puncher quasi nonstop unterwegs. Das bewies er auch am Mittwoch, als Boukhalfa sein Team im Cup-Viertelfinal gegen den FCB in der 93. Minute zum Sieg schoss.
Auf dem Platz ist er ein Leader, er steckt nie auf und reisst seine Mitspieler mit. Eigenschaften, die er sich sogar in die Haut gestochen hat. Seinen linken Unterarm ziert ein grosses Achilles-Tattoo.
«Achilles passt ganz gut zu mir und zu Fussballern»
Achilles, einer der berühmtesten Helden der griechischen Mythologie, der grösste Kämpfer im Trojanischen Krieg. «Achilles passt ganz gut zu einem Fussballer, auch zu mir. Mut, Tapferkeit, Stärke, Ehrgeiz. All diese Attribute, die man mit ihm verbindet, braucht man auch als Fussballer», sagt Boukhalfa.
Ausgewählt hat er das Sujet jedoch nicht vornehmlich wegen dessen Bedeutung. «Am Ende des Tages ist es Kunst, ich fand das Motiv sehr schön.» Und Kunst ist in der Familie Boukhalfa zentral. Carlos Vater war Künstler – er hat vieles gemacht, er designte Lampen, fertigte Skulpturen an und malte.
«Damit bin ich gross geworden», sagt Boukhalfa. Deshalb verwundert es auch nicht, dass er selbst eine künstlerische Ader hat und drei Jahre an einem Kunstgymnasium in Freiburg studierte. «Ich habe viel gezeichnet und gemalt.» Bei seiner Mutter hängen noch einzelne Bilder von ihm. Auch heute zeichnet er noch ab und zu.
Bis auf Carlo konnte in der Künstlerfamilie niemand etwas mit Fussball anfangen. «Einzig mein Grossvater spielte vor rund 60 Jahren mal Fussball», sagt er und lacht. Mittlerweile schauen jedoch alle Fussball. Sogar auch dann, wenn er nicht auf dem Platz steht.
Neben Achilles hat er auch das Wort Familie in arabischer Schrift tätowiert. «Familie ist mir sehr wichtig, zudem sah es in arabisch auch schöner aus und passt ja auch sehr gut», sagt Boukhalfa, dessen Grossvater einst aus Algerien nach Deutschland ausgewandert ist.
«Die Fans dürfen natürlich träumen»
Sieht er sich auf dem Platz auch als Künstler? Boukhalfa lacht und sagt: «Gute Frage. Ich denke so eine Mischung ist es. Ich spiele auch gerne schönen Fussball, aber ich spiele vor allem auch gerne erfolgreichen Fussball. Ich glaube in dieser Liga und mit meinen Qualitäten ist ein intensiver, zielstrebiger Fussball am erfolgreichsten.» Er ist überzeugt, dass diese einfache Spielweise den FC St. Gallen nach oben geführt habe, meint: «Jetzt sollten wir nicht anfangen, Tiki-Taka-Fussball zu spielen.»
Der deutsche Mittelfeldmotor mit dem grössten griechischen Krieger auf dem Unterarm tritt bescheiden auf, lässt sich trotz Platz 3 in der Liga und Cup-Halbfinal zu keiner Titelansage hinreissen. Immerhin sagt er: «Wir Spieler tun gut daran, Spiel für Spiel zu nehmen. Die Fans dürfen aber natürlich träumen. Das ist das Recht der Fans. Hoffen. Träumen. Und Mitfiebern.»