Schräge Situation bei YB-Trainerwechsel Contini traf nach Entlassung im Spycher-Büro auf Seoane 

Syl Battistuzzi

20.11.2025

Spycher: «Contini klopfte an der Tür und sagte, er wünsche Gerry viel Glück»

Spycher: «Contini klopfte an der Tür und sagte, er wünsche Gerry viel Glück»

20.11.2025

Ein Trainerwechsel im Eiltempo – und mittendrin ein bewegender Moment: Giorgio Contini begegnet bei YB im Büro seinem Nachfolger Gerardo Seoane und wünscht ihm alles Gute. YB-Mitbesitzer Christoph Spycher erläutert im Fussball-Talk Heimspiel, wie die schräge Situation ablief.

Syl Battistuzzi

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • YB entlässt Trainer Giorgio Contini Ende Oktober und verpflichtet in einer Blitzaktion Gerardo Seoane als Nachfolger.
  • Trotz emotionaler Situation zeigt Contini Grösse und wünscht Seoane persönlich viel Glück für die Zukunft.
  • Sportchef Christoph Spycher blickt auf die spezielle Situation zurück und erklärt den raschen Wechsel mit dem engen Spielkalender sowie dem verlorenen Glauben an eine sportliche Entwicklung.

Ende Oktober wechseln die Young Boys einen Tag nach dem 3:3 gegen die Grasshoppers den Trainer. Giorgio Contini wird freigestellt, dafür kehrt Gerardo Seoane zurück. «Beim Spiel gegen GC ging der letzte Glaube verloren, dass eine Entwicklung stattfindet,» blickt Christoph Spycher – bei YB Mitbesitzer und Verantwortlicher im Sport – im Fussball-Talk Heimspiel zurück.

«Irgendwann in der Nacht haben wir uns mit Gerry geeinigt», erläutert Spycher und führt aus: «Du kannst den Spielern nicht freigeben, sie müssen regenerieren. 48 Stunden später stand die wichtige Partie gegen Basel an. Du willst die Mannschaft persönlich über einen solchen Entscheid informieren. Um 11 Uhr haben wir uns mit Giorgio auf der Geschäftsstelle getroffen, um 12 Uhr kommunizierten wir dem Team die Trennung, um 14 Uhr haben wir den Vertrag hinter verschlossenen Türen in meinem Büro mit Gerry unterschrieben.»

Alex Frei: «Die meisten schiessen eine Blumenvase an die Tür»

Spycher weiter: «Giorgio hat gehört, dass Gerry der neue Trainer wird. Er klopfte an der Tür und sagte, er wünsche Gerry viel Glück.» Die Situation sei sicher speziell gewesen, so der 47-Jährige, begründet dies mit dem zeitlichen Druck: «Wir hatten noch nie einen Trainerwechsel, bei dem es so schnell gehen musste, aber das war dem Spielkalender geschuldet.»

«Am Schluss kannst du nicht entscheiden, in welchem Match du den Glauben verlierst, damit der Trainer das noch retten kann», hält Spycher fest. Die Zusammenarbeit mit einem Trainer sei eng. «Das Wichtigste ist, dass man ehrlich miteinander ist. Und wenn man den Glauben verloren hat, dann muss man dementsprechend handeln. Alles andere könnte und möchte ich nicht», betont er.

Alex Frei streicht die Grösse der Aktion von Giorgio Contini heraus: «Ich kenne nicht viele Trainer, die klopfen gehen und Gerry viel Glück für die Zukunft wünschen – die meisten schiessen eine Blumenvase an die Tür. Das spricht schon für Giorgio», hält der Nati-Rekordtorschütze fest. 

Der Fussball-Talk Heimspiel in voller Länge ...

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