Rückkehr nach Bern mit dem FCW So blickt Patrick Rahmen auf seine Entlassung bei YB zurück

Jan Arnet

22.11.2025

Rahmen: «Als mich Steve von Bergen anrief, war für mich der Fall klar»

Rahmen: «Als mich Steve von Bergen anrief, war für mich der Fall klar»

Patrick Rahmen (56) nimmt Stellung zu seinen jüngsten Schlagzeilen.

21.11.2025

Patrick Rahmen kehrt heute nach Bern zurück. An den Ort, an dem er vor einem Jahr nach 15 Spielen entlassen wurde. Vor dem Duell hat blue Sport den Winterthur-Coach mit Schlagzeilen zu seiner Person konfrontiert.

,

Ronja Zeller, Jan Arnet

«Alle Basler feiern, ausser Patrick Rahmen» – so lautete eine Schlagzeile, als YB im Oktober 2024 in Basel mit 0:1 verlor und Patrick Rahmen als Trainer der Berner nach nur drei Monaten im Amt entlassen wurde. Bevor Rahmen heute Samstag mit dem FC Winterthur nach Bern zurückkehrt, spricht er mit blue Sport über diese und weitere Schlagzeilen.

«Der Wunschtrainer des FCW kommt und alles fühlt sich vertraut an»

Bei seinem Amtsantritt in Winterthur.

Rahmen: «Das ist sicher so. Es ist eine vertraute Sache hier in Winterthur, man fühlt sich sofort wohl. Ich glaube, umgekehrt wurde das auch so aufgenommen. Trotzdem war es eine ganz andere Ausgangslage (als noch beim ersten Amtsantritt in Winterthur). Ich hatte keine Vorbereitung hier, wir haben einen Rückstand in der Tabelle, also kann man auch nicht vom Gleichen ausgehen. Wir müssen Schritt für Schritt gehen. Aber der Einstieg hat mir sehr geholfen, weil ich genau wusste, was hier wie läuft.»

«Keine Angst vor dem Scheitern: So will Patrick Rahmen den FCW retten»

Vor seinem ersten Spiel nach der Rückkehr zum FCW.

Rahmen: «Wenn du diesen Job machst, weisst du, was es alles beinhaltet. Wenn du ans Scheitern denkt, hast du den falschen Job. Es gibt immer grosse Herausforderungen. Klar ist es eine schwierige Situation hier, aber ich habe die volle Überzeugung, dass wir den Ligaerhalt schaffen können. An andere Szenarien wollen wir gar nicht denken. Druck gehört dazu. Der ist hier vielleicht ein bisschen anders als in Basel und Bern, weil die Ausgangslage anders ist, aber du willst immer das Bestmögliche erreichen. Ich habe gelernt, damit umzugehen.»

Patrick Rahmen will den FC Winterthur vor dem Abstieg retten.
Patrick Rahmen will den FC Winterthur vor dem Abstieg retten.
Keystone

«Alle Basler feiern, ausser Patrick Rahmen»

6. Oktober 2024, YB verliert in Basel 0:1 – danach wird Rahmen entlassen.

Rahmen: «Das war an diesem Tag so. Es war eine sehr unglückliche Niederlage. Der FCB machte aus wenigen Chancen ein Tor, wir haben noch eine unglückliche Rote Karte gekriegt. Der Match hat alles widerspiegelt, was in den ersten Wochen der Saison passiert ist. Die Leistung war eigentlich okay, trotzdem haben wir wieder verloren. Das war dann das letzte Spiel, die Basler haben gejubelt – und ich nicht. Ich hatte das Gefühl, dass wir den Turnaround schaffen können. Die Vereinsführung hat aber anders entschieden, das musste ich akzeptieren.»

«Gibt es den Penalty für YB, verlieren wir vielleicht 0:3 – ich bin nicht mehr da und Patrick Rahmen ist top»

Der damalige Basel-Trainer Fabio Celestini, der im Oktober 2024 ebenfalls unter Druck stand, nach dem Spiel zwischen Basel und YB, das Rahmen den Job kostete.

Rahmen: «In diesem Match war es extrem eng. Er wurde auch infrage gestellt. Wenn wir gewonnen hätten, wäre es für Celestini eng geworden. Vielleicht hätten wir diesen Sieg gebraucht, um in die Spur zu kommen. Es ist aber anders gekommen. Wichtig ist, dass man nach der Entlassung alles aufarbeitet und sich eingesteht, was man anders hätte machen können. Ich habe sicher nicht alles richtig gemacht, das muss man sich auch eingestehen können. Die Aufarbeitung hilft dir für den weiteren Verlauf der Karriere. Danach gilt es aber, vorwärts zu schauen.»

Fabio Celestini (links) und Patrick Rahmen vor dem «Entlássico» im Oktober 2024.
Fabio Celestini (links) und Patrick Rahmen vor dem «Entlássico» im Oktober 2024.
Keystone

«Es ist hart, wenn du ins Büro des Chefs zitiert wirst»

Rahmen sprach schon im August bei blue Sport über seine Entlassung bei YB.

Rahmen: «Als mir Steve von Bergen mitgeteilt hat, dass ich am nächsten Morgen ins Büro kommen soll, war für mich klar, was auf mich zukommen wird. Das war natürlich nicht so toll. Es gibt in diesem Moment auch nicht viel zu besprechen. Mir war es wichtig, mich bei der Mannschaft zu bedanken. Wir haben auch schöne Sachen gemeinsam erlebt. Ich wünschte ihnen viel Glück. Die Zeit der Aufarbeitung ist jetzt auch vorbei. Ich konzentriere mich aufs Spiel, das für uns sehr wichtig ist. Trotzdem freue ich mich, ins Wankdorf zurückzukehren und den einen oder anderen in Bern wiederzusehen.»


Das könnte dich auch interessieren

Spycher: «Contini klopfte an der Tür und sagte, er wünsche Gerry viel Glück»

Spycher: «Contini klopfte an der Tür und sagte, er wünsche Gerry viel Glück»

20.11.2025