blue Sport Story schlägt hohe Wellen FC Zürich schafft das kollektive Straftraining für Junioren ab

Luca Betschart

10.11.2025

Die Straftrainings in der FCZ-Academy sind Geschichte.
Die Straftrainings in der FCZ-Academy sind Geschichte.
Bild: KEYSTONE

Wenige Tage nachdem blue Sport die kollektiven Straftrainings im FCZ-Nachwuchs publik gemacht hat, werden diese wieder eingestellt. Ab sofort müssen die Nachwuchsspieler bei Pleiten nicht mehr sprinten. 

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Luca Betschart, Michael Wegmann

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Weil man beim FC Zürich mit den Resultaten im Nachwuchs unzufrieden war, setzte man zuletzt auf Straftrainings.
  • Je höher die Pleite, desto mehr musste gerannt werden. «Wir wollen im Rahmen von temporären Zusatztrainings die Winnermentalität und die Resilienz der jungen Spieler stärken», erklärte der FCZ in einer schriftlichen Stellungnahme.
  • Wenige Tage nachdem blue Sport über diese ungewöhnlichen Methoden berichtet hatte, reagiert der Klub jetzt und schafft die Strafläufe per sofort ab. 

In der letzten Woche berichtete blue Sport, dass der FC Zürich im eigenen Nachwuchs auf unübliche Methoden zurückgreift. Weil man mit den Resultaten unzufrieden war, wurden Straftrainings angeordnet, um den jungen Spielerinnen und Spielern Beine zu machen.

Bei Niederlagen mit einem Tor Differenz mussten die Talente der FCZ-Academy direkt nach Schlusspfiff fünf 100-Meter-Sprints absolvieren. Bei zwei Toren Differenz mehr. Und bei einer Differenz von drei Gegentoren und mehr mussten alle Spielerinnen und Spieler inklusive Trainer tags darauf am Morgen sogar im Campus Heerenschürli antraben und dort ihre Läufe absolvieren. «Kollektive Straftrainings sind ein No-Go, besonders in der Jugendabteilung», sagt der langjährige Erziehungswissenschaftler Andy Benz im Gespräch mit blue Sport und stellt klar: «Sie sind unverhältnismässig und kontraproduktiv.» 

Der Bericht wirft hohe Wellen in der Szene. Auch Ex-FCZ-Nachwuchschef Heinz Russheim und Ex-Talentmanager Ivano Sicuro halten nicht mit Kritik zurück. Russheim schreibt auf LinkedIn etwa: «Fakt ist, dass aktive Trainer und Spieler diese temporären Zusatztrainings in keiner Weise als solche identifizieren, sondern als Massregelung durch schwache Persönlichkeiten taxieren.»

Umdenken beim FCZ

Auf Nachfrage von blue Sport erklärt der FCZ noch vor wenigen Tagen in einer schriftlichen Stellungnahme: «Es stimmt, dass wir im Rahmen von temporären Zusatztrainings die Winnermentalität und die Resilienz der jungen Spieler stärken wollen.» Und: «Es ist wichtig zu wissen, dass es im Gegenzug bei guten Leistungen auch immer wieder Belohnungen wie gemeinsame Teamessen, freie Tage oder Regenerationswochen gibt.»

Jetzt, nur wenige Tage nachdem die kollektiven Straftrainings im FCZ-Nachwuchs publik wurden, werden diese wieder eingestellt. blue Sport erfuhr, dass die Spieler trotz 1:4-Pleite am Samstag zuhause gegen Thun am Sonntag nicht zum üblichen Straftraining am Sonntagmorgen in den Campus aufgeboten wurden. Zur Überraschung aller.

blue Sport fragt bei den FCZ-Verantwortlichen nach: Sind die Straftrainings per sofort gestrichen? Ja, lässt der Klub ausrichten. Dies sei so geplant gewesen, heisst es, man habe ja gesagt, dass es sich um eine temporäre Massnahme handeln würde.

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