Doppelpack statt Rauswurf «Die Bringschuld tut Kevin Behrens gut» – Lugano-Stürmer gibt Antwort auf dem Platz

Syl Battistuzzi

18.1.2026

Luzern – Lugano 2:5

Luzern – Lugano 2:5

Super League | 20. Runde | Saison 25/26

17.01.2026

Lugano-Stürmer Kevin Behrens liefert in Luzern die passende Antwort auf seinen handfesten Eklat vor zwei Wochen – mit einem Doppelpack. Rolf Fringer kann dem unrühmlichen Vorfall gar Positives abgewinnen.

Syl Battistuzzi

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Lugano-Stürmer Kevin Behrens sorgte nach einem Ausraster im Testspiel und interner Strafe mit zwei Toren in Luzern sportlich für Wiedergutmachung.
  • Trotz provokanter Jubelgesten zeigte er mit seinem Doppelpack eine starke Leistung und erhöhte sein Saisontore-Konto auf acht Treffer.
  • blue Sport Experte Rolf Fringer sieht in Behrens Verhalten gar ein Signal für Führungsstärke.

Beim Testspiel in Spanien rastete Lugano-Stürmer Kevin Behrens komplett aus, beschimpfte und schubste gar seinen Teamkollegen Giorgos Koutsias. Behrens entschuldigte sich zwar später für den Vorfall bei Koutsias, Teamkollegen und Verein, der Imageschaden war aber gross. 

Zum Start ins 2026 steht Behrens in Luzern am Samstagabend in der Startelf. Und der Deutsche zeigt, dass er auch für sportliche Schlagzeilen sorgen kann. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit schoss Behrens sein Team aus spitzem Winkel 3:1 in Führung. Nach dem Tor legt er vor der Luzerner Fankurve den Zeigefinger auf den Mund und holt sich in der Swissporarena damit keine Sympathiepunkte. 

Dafür schnürt er nach gut einer Stunde mit einem wuchtigen Kopfball einen Doppelpack – statt «Leise-sein-Jubel» zeigt er dabei seinen Waschbrettbauch. Es ist bereits sein achtes Tor in dieser Super-League-Saison, in den letzten drei Spielen erzielte er vier Treffer.

Pelzer und Klub lassen Gnade walten

Lugano-Sportchef Sebastian Pelzer meint vor der Partie im Interview mit blue Sport, dass Wortwechsel auf dem Platz nichts Aussergewöhnliches seien. «Nichtsdestotrotz darf Kevin so nicht reagieren. Wir haben intern eine sorgfältige Analyse der Situation gemacht und dann anschliessend eine Ahndung ausgesprochen», führt der 45-Jährige aus.

Der 34-Jährige soll dabei vom Klub eine Rekord-Busse aufgebrummt bekommen haben. Einige Fans forderten aber seinen Rauswurf. «Die Suspension eines Arbeitsvertrages ist nicht so einfach», erläutert Pelzer und ergänzt: «Wenn man einen Fehler macht und das hinterher auch dementsprechend glaubwürdig vermittelt, dass es einem leidtut – nach der Aussprache haben wir uns für diesen Weg entschieden.»

Fringer: «Mit der Aktion ein Zeichen gesetzt»

Den pragmatischen Ansatz hätte auch der frühere Nati-Trainer Rolf Fringer verfolgt, wie er im Studio bei blue Sport betont. Natürlich gehe die Art und Weise nicht, wie Behrens seinen Teamkollegen angegangen sei. Dennoch sieht er im Eklat mehr Positives als Negatives.

Fringer: «Behrens hat mit der Aktion ein Zeichen gesetzt»

Fringer: «Behrens hat mit der Aktion ein Zeichen gesetzt»

17.01.2026

«Irgendetwas ist vorgefallen, dass Behrens nicht gepasst hat. Heutzutage sind ja sehr viele Spieler einfach lieb untereinander. Jeder sagt dem anderen nichts», so Fringer. «Er ist ein Mann, kein Junge. Er hat sich einfach etwas nicht gefallen lassen. Mit dieser Aktion hat er auch ein Zeichen gesetzt in der Mannschaft, dass du die Komfortzone verlassen musst, wenn du was erreichen willst», glaubt er. 

«Man braucht Spieler, die den Ellbogen ausfahren und sagen: ‹Bürschtli, das ist zu wenig, ich will den Titel holen›», resümiert Fringer. Mit dem 5:2-Erfolg in Luzern haben die Tessiner ein Zeichen gesetzt, dass mit ihnen im Titelrennen zu rechnen gibt.

«Behrens wollte mit seinen zwei Toren den Teamkollegen zeigen, dass er einen Fehler gemacht hat. Er wollte heute Vollgas geben, um der Mannschaft zu helfen», hält Lugano-Coach Mattia Croci-Torti fest. Auch Uran Bislimi – der Mittelfeldspieler schoss gar ein Hattrick – betont, in der Affäre sei intern «nichts kaputt gegangen».

Die drei Punkte würden dabei helfen. «Wenn wir gewinnen, ist alles gut. Ansonsten wird halt mehr darüber geredet», fasst Bislimi zusammen. Auch Das Fazit von Rolf Fringer fällt einfach aus: «Die Bringschuld tut Kevin Behren gut.»

Kevin Behrens hat in Luzern seine gute Laune wiedergefunden. 
Kevin Behrens hat in Luzern seine gute Laune wiedergefunden. 
KEYSTONE

Videos zum Thema

Lugano-Sportchef Pelzer über den Vorfall mit Behrens

Lugano-Sportchef Pelzer über den Vorfall mit Behrens

17.01.2026

Croci-Torti: «Behrens hat einen Fehler gemacht und musste heute Vollgas geben»

Croci-Torti: «Behrens hat einen Fehler gemacht und musste heute Vollgas geben»

17.01.2026

Bislimi: «Unglaublich, konnte ich dem Team mit einem Hattrick helfen»

Bislimi: «Unglaublich, konnte ich dem Team mit einem Hattrick helfen»

17.01.2026

Dos Santos: «Überglücklich über die drei Assists»

Dos Santos: «Überglücklich über die drei Assists»

17.01.2026