Die Super League hatte auch in diesem Jahr wieder viel zu bieten. Einerseits gab es Szenen zum Schmunzeln, andererseits zum Kopfschütteln. Das sind unsere Highlights.
Zaubertrick beim Münzwurf
Vor der Partie zwischen Basel und Lugano steht der Münzwurf an. Statt auf dem Handrücken landet die Münze aber gleich in der Brusttasche von Schiedsrichter Alessandro Dudic. Die beiden Captains Renato Steffen und Xherdan Shaqiri nehmen die irre Aktion mit Humor.
Die lächerlichste Schwalbe des Jahres
Der Hauptberuf von Ilyas Chouaref: Stürmer beim FC Sion. Kurz vor Jahresende hebt der 25-Jährige aber ab – während kein Gegenspieler in Sichtweite ist. Für das Fussballmagazin «11 Freunde» die «lächerlichste Schwalbe des Jahres.»
Mit Handtüchern gegen Wassermassen
Aarau wird vom Regen um einen Saisonstart nach Mass gebracht. Die Challenge-League-Partie der 1. Runde gegen die AC Bellinzona muss beim Stand von 3:1 wegen Regens abgebrochen werden.
Schiedsrichter Johannes von Mandach unterbrach die Partie in der 65. Minute. Während des rund 20-minütigen Unterbruchs versuchten Aarauer Staffmitglieder und Fans mit Schaufeln und Handtüchern den Rasen vom stehenden Wasser zu beseitigen.
Schwimmen im Cornaredo
Auch die Partie zwischen Lugano und St. Gallen Anfang November wurde wegen starken Regens abgebrochen. Der anhaltende Niederschlag machte den Platz im Cornaredo unbespielbar. Während die Lugano-Spieler den Rasen für eine Schwimm-Lektion nutzten, scherzte FCSG-Captain Lukas Görtler: «Normal heisst das 3:0 für die Auswärtsmannschaft.»
Zeidler gegen Maassen
Lausanne verliert Ende August die hitzige Partie gegen St.Gallen mit 1:2. Nach dem Spiel geraten die beiden Trainer aneinander. Peter Zeidler und Enrico Maassen geigen sich die Meinung zu, dabei greift Maassen seinem Vorgänger gar mit beiden Händen ins Gesicht. Görtler brachte das Duell mit dem Ex-Coach passend auf den Punkt: «Es hat sich schon etwas angefühlt wie das erste Treffen mit der Ex-Freundin.»
Taulant Xhaka mit Pyrofackel – und Schmähgesängen gegen FCZ und GC
Taulant Xhaka feiert den Meistertitel mit dem FC Basel ausgelassen, zündet eine Pyro-Fackel und lässt sich zu Schmähgesängen gegen den FC Zürich und GC hinreissen.
Zwar entschuldigt sich Xhaka, der FC Basel und die SFL haben aber wenig Freude an der Aktion des FCB-Urgesteins. Kurz darauf tritt Xhaka zurück.
Päckli-Dieb Daniel Denoon
FCZ-Verteidiger Daniel Denoon wurde im Februar wegen des Verdachts auf Vermögensdelikte festgenommen. Später kam heraus: Er betrog Galaxus mit einem Päckli-Trick um über 70'000 Franken. Inzwischen ist der zu Pisa gewechselte Fussballprofi wegen gewerbsmässigen Betrugs schuldig gesprochen worden.
Rudelbildung beim Zürcher Derby
Nach dem Zürcher Derby kochen Anfang Dezember im Letzigrund die Emotionen hoch. Es kommt zur Rudelbildung, Fäuste fliegen. FCZ-Präsident Ancillo Canepa trägt sogar eine Verletzung am Bein davon. Der FCZ-Spieler Markelo erhält nach dem Abpfiff die Rote Karte, Teamkollege Livano Comenencia sieht Gelb-Rot. Später wird gegen Verteidiger Mariano Gomez – er schlägt einem GC-Spieler von hinten an den Kopf – eine Untersuchung eingeleitet. Der argentinische Verteidiger kassiert gleich vier Sperren.
Shaqiri fährt Ellbogen (r)aus
Im Spiel zwischen YB und Basel Anfang November sorgt eine Szene in der Nachspielzeit für Diskussionen: Xherdan Shaqiri fährt im Zweikampf gegen Gegenspieler Ebrima Colley seine Ellbogen aus, kommt aber nur mit Gelb davon.
Contini kontert Fan: «Komm runter und sag es mir in die Augen»
Nach der 0:5-Schmach in Lausanne vor der Nati-Pause im Oktober verpasst YB die Reaktion im Heimspiel gegen St.Gallen und verliert mit 1:2. Als Trainer Giorgio Contini zum TV-Interview erscheint, ruft ihm ein Berner Anhänger auf der Tribüne «Contini raus» zu.
«Danke, merci vielmal», ruft der Coach Richtung Tribüne und faltet seine Hände zusammen. Als der Fan nicht nachlässt und weiter herumpöbelt, wird Contini ernster: «Ja, ist gut. Aber komm runter und sag es mir unter vier Augen. Komm! Wir können ja offen miteinander sprechen.»
Contini wird zwar wenig später entlassen, zeigt aber bei seinem Abschied wahre Grösse und wünscht kurz nach der Entlassung sogar persönlich Nachfolger Gerardo Seoane viel Glück.
Etwas weniger Stil zeigten einige YB-Fans nach dem FCSG-Match. So mussten die YB-Spieler vor der Kurve antraben, um sich dann den Frust der Berner Fans anzuhören.
Steffen verletzt sich schwer – und sieht auf der Bahre Rot
Renato Steffen muss nach einem Zusammenprall mit Lausanne-Goalie Karlo Letica im September mit der Bahre abtransportiert werden – und kriegt dabei noch die Rote Karte gezeigt.
Der Lugano-Profi erlitt ein Lungentrauma mit Pneumothorax und lag zwei Tage auf der Intensivstation – das Spital kann er erst nach fünf Tagen verlassen. «Es war kritisch, aber wir konnten es zum Glück gut behandeln», betont Steffen.