Amir Abrashi zeigt einmal mehr, wie wichtig er für die Hoppers ist – selbst dann, wenn er nur von der Bank kommt. Nach dem Sieg im Barrage-Rückspiel gegen Aarau fällt der ganze Druck ab.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- GC schlägt Aarau im Barrage-Rückspiel 2:1 nach Verlängerung und bleibt in der Super League.
- Freud und Leid sind ganz nah, das zeigt sich auch nach dem Spiel.
- Besonders emotional ist das Interview mit GC-Leitwolf Amir Abrashi.
Amir Abrashi wird gegen Aarau in der 68. Minute beim Stand von 1:1 eingewechselt und hilft einmal mehr mit, dass GC den Klassenerhalt schafft. Die Bilder von seiner blutenden Lippe bleiben im Gedächtnis. Genau so wie sein Interview nach dem Klassenerhalt.
«Wir standen mit dem Rücken zur Wand nach der Roten Karte gegen Lee, die völlig dumm ist! Es ist völlig dumm, in so einer Situation eine Rote Karte zu holen. Er ist ein super Junge, aber das hat uns fast gekillt», ärgert sich Abrashi, dessen Puls sich auch Minuten nach Spielschluss noch in ungesunden Höhen zu bewegen scheint. «Wir waren mit einem Bein schon unten, aber die Mannschaft gibt nie auf!»
Auf seine Rolle an diesem Abend angesprochen, meint er: «Ich habe keine Ahnung, aber jedenfalls war ich auf der Bank. Ich habe gemerkt, dass es auf der Bank schwieriger ist als auf dem Platz.» Zum Glück sei er dann reingekommen. Er habe in den letzten Tagen das Gefühl gehabt, einen Lastwagen auf seinen Schultern zu tragen. «Ich bin nur glücklich, dass wir es geschafft haben nach einer so, so schwierigen Saison.»
Dass er im Hinspiel gar nicht zum Einsatz kam und im Rückspiel erst nach über eine Stunde eingewechselt wurde, ändert nichts daran, dass er eine «sehr gute Beziehung» mit Peter Zeidler pflege. «Du kannst ihm direkt ins Gesicht sagen, was du meinst. Und du schaust auch zu ihm hoch. Er ist ein Fussball-Lehrer. Er hat es verdient, dass wir in der Super League bleiben.»
Dass sich Abrashi auch von einer Platzwunde nicht stoppen lässt, das zeichnet ihn als Leader aus. «Ich musste mich schnell nähen lassen. Aber es ist nur eine Platzwunde, das hält mich nicht davon ab, für GC zu kämpfen.» Es tue ihm unglaublich leid für die Fans, dass sie erneut eine schwache Saison gespielt hätten. Aber letztlich überwiegt doch die Freude über den Liga-Erhalt.
Ob er nächste Saison noch immer für GC auflaufen wird, lässt er aber so kurz nach dem Spiel offen. Darauf angesprochen sagt er: «Ich liebe GC, ich liebe Fussball. Klar werde ich mich jetzt erst einmal erholen und mir in diesen Tagen alles überlegen. Aber ich liebe diesen Klub einfach zu fest. Ja, wir warten jetzt mal ein paar Tage ab, ich gehe zu meiner Famiilie und meinem Kind und lasse mir das alles durch den Kopf gehen.»