Ein Drittel der Meisterschaft ist gespielt und der FC Thun führt die Tabelle der Super League sensationell an. Die blue Sport Experten Admir Mehmedi und Rolf Fringer erklären das Erfolgsgeheimnis des Aufsteigers.
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- Der FC Thun schlägt Servette dank eines Last-Minute-Treffers mit 1:0 und feiert den sechsten Sieg in Folge.
- Mit 31 Punkten nach 13 Runden führt der Aufsteiger die Super League überraschend an – dank Teamgeist, Selbstvertrauen und einem klaren Plan. «Einfach beeindruckend», sagt Admir Mehmedi.
- Kontinuität im Staff und Identifikation mit dem Verein sind laut den blue Sport Experten der Schlüssel zum Erfolg, trotz finanzieller Unterlegenheit gegenüber Grossklubs wie YB oder Basel.
Es ist kein berauschendes Spiel am Samstagabend im Stade de Genève. Lange sieht es nach einem 0:0 aus. Doch dann schiesst Leonardo Bertone Thun mit einem Traum-Freistoss in der 90. Minute doch noch zum Sieg gegen Servette. Es ist der sechste Sieg in Serie für die Berner Oberländer, welche die Super League nach dem 13. Spieltag souverän anführen.
«Diese Thuner sind langsam unheimlich. Jetzt holen die wieder drei Punkte und haben nach 13 Spielen schon 31 Punkte. Das ist wirklich beeindruckend», schwärmt blue Sport Experte Admir Mehmedi.
Doch was ist das Erfolgsgeheimnis des Aufsteigers? «Wir wissen, dass wir gut und hart arbeiten, aber wir verlieren auch die Realität nicht aus den Augen. Deshalb bleiben wir am Boden», sagt Freistoss-Held Bertone nach dem Sieg im Genf zu blue Sport. «Einfach weitermachen, Gas geben und dann schauen wir, was passiert.»
Im Studio von blue Sport gehen die Experten der Sache auf den Grund. «Sie haben einen klaren Plan, haben Geduld und spielen voller Selbstvertrauen. Und im Moment gelingt ihnen einfach alles», meint Rolf Fringer. «Wenn du so im Flow bist, ist die Mannschaft besser als die elf Einzelspieler, die du mit anderen Teams vergleichst.»
Ein einfaches Erfolgsgeheimnis
Kontinuität und Identifikation seien das A und O im Berner Oberland. «Sie haben über Jahre etwas aufgebaut. Das sieht man in jeder Funktion im Verein», sagt Mehmedi. «Goalietrainer Patrick Bettoni ist jahrelang dabei, genauso wie Nelson Ferreira im Staff, Trainer Mauro Lustrinelli, Präsident Andres Gerber oder auch der Konditionstrainer (Eric-Pierre Zürcher). Sie wissen, was es heisst, für den FC Thun zu arbeiten.»
Der Verein habe nicht so viel Geld zur Verfügung wie Basel oder YB. «Aber man sieht, dass man auch ohne das grosse Geld erfolgreich sein kann, wenn man die richtigen Leute holt und einen klaren Plan hat. Das ist das Schöne am Fussball. Es kommt nicht von ungefähr, dass sie sich belohnen», so Mehmedi.
Fringer stimmt zu: «Sie kennen sich seit Jahren, da passt alles zusammen. Der FC Thun ist ein Vorzeigeverein. Man kann immer mehr herausholen, als man meint. Da kann jeder andere Verein nur den Hut ziehen, man mag es ihnen auch gönnen.»