Der 13. Mai 2006 jährt sich zum 20. Mal FCZ-Legende Blerim Dzemaili: «Es war wie ein Märchen für mich»

Björn Lindroos

13.5.2026

Dzemaili über Finalissima 2006 gegen Basel: «Es war wie ein Märchen für mich»

Dzemaili über Finalissima 2006 gegen Basel: «Es war wie ein Märchen für mich»

Am 20. Mai 2006 gewann der FCZ in letzter Sekunde die Finalissima gegen Basel und wurde Schweizer Meister. Zum 20-jährigen Jubiläum erinnert sich Blerim Dzemaili bei blue Sport an den grossen Tag zurück und erzählt, wie er ihn dieses Jahr feiert.

13.05.2026

Am 20. Mai 2006 gewann der FCZ in letzter Sekunde die Finalissima gegen Basel im Joggeli und wurde Schweizer Meister. Zum 20-jährigen Jubiläum erinnert sich Blerim Dzemaili bei blue Sport an den grossen Tag zurück und erzählt, wie er ihn dieses Jahr feiert.

Björn Lindroos

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Zum 20-jährigen Jubiläum des 13. Mai 2006 erinnert sich FCZ-Legende Blerim Dzemaili an seine Emotionen zurück.
  • Er erzählt auch, wie er die Ausschreitungen auf dem Platz wahrgenommen hat und was ihm heute im Fussball fehlt.
  • Der FCZ feiert das Jubiläum mit einem Spezialtrikot im letzten Spiel der Saison.

In der einen Stadt ist das Datum heilig, in der anderen würde man den Tag am liebsten jedes Jahr überspringen. Am Mittwoch jährt sich der 13. Mai 2006 zum 20. Mal. Der Tag, an dem der FC Zürich dem FC Basel die Meisterschaft in letzter Sekunde noch wegschnappte.

Rückblick: Am letzten Spieltag der Saison 2005/06 kam es in der Super League zur Finalissima. Dem FCB hätte im Klassiker ein Unentschieden gereicht, um Meister zu werden. Nach diesem Remis sah es dann auch lange aus. Bis FCZ-Filipescu den Ball in der 93. Minute beim Stand von 1:1 über die Linie drückte und die Zürcher so zum Meistertitel schoss. Der pure Wahnsinn im Joggeli.

Dzemaili schwelgt in Erinnerungen

Einer, der an diesem Tag mittendrin war, ist Blerim Dzemaili. Der damals 20-jährige Züribueb stand beim FCZ in der Startelf und feierte seinen ersten grossen Titel. 20 Jahre später erinnert er sich bei blue Sport zurück: «Es war ein ganz spezieller Tag. Eigentlich hat gar niemand erwartet, dass wir so weit kommen. Aber dann ist alles aufgegangen, es war wie ein Märchen für mich.»

Mittendrin: Ein junger Blerim Dzemaili feiert seinen ersten Meistertitel am 13. Mai 2006.
Mittendrin: Ein junger Blerim Dzemaili feiert seinen ersten Meistertitel am 13. Mai 2006.
KEYSTONE

Spielerisch sei das Spiel nicht wirklich gut gewesen: «Vom Spiel her war es ein schlechtes Spiel. Es war einfach dramatisch, ein richtiger Final. Dass wir dann in der 93. Minute gewinnen, war schon sehr, sehr speziell.»

Besonders speziell: Für Verteidiger Filipescu war das Meistertor sein überhaupt erster Treffer der Saison. «Filipescu hat ja eigentlich nie ein Tor geschossen. Er nennt diesen Tag bis heute Filipescu-Day», erzählt Dzemaili lachend.

«Heute gibt es weniger Rivalitäten»

Nach dem Spiel kam es auf dem Platz zu wüsten Szenen. Basler Hooligans stürmten den Platz und gingen teilweise auf Spieler des FCZ los. Der Tag ging darum auch als «Schande von Basel» in die Geschichte ein.

«Die Sicherheitsmassnahmen waren damals nicht sehr gut. Es gab wohl zu wenig Sicherheitspersonal», erinnert sich Dzemaili. Und führt aus: «So ist Fussball. Auf der einen Seite herrscht Freude, auf der anderen Trauer. Ich habe mich in diesem Moment einfach nur gefreut, dass wir Meister geworden sind, und habe versucht, den Rest auszublenden.

Nach dem Spiel stürmten Basler Hooligans den Platz und sorgten für wüste Szenen.
Nach dem Spiel stürmten Basler Hooligans den Platz und sorgten für wüste Szenen.
KEYSTONE

Die Auswirkungen dieses Tages spürt Dzemaili bis heute noch: «Jeden 13. Mai werde ich darauf angesprochen. Es ist für die FCZ-Fans ja der wichtigste Tag im Jahr.» Grundsätzlich habe er die Rivalität zum FCB immer genossen: «Diese Rivalität mit Basel war meine ganze Karriere etwas Schönes. Solche Rivalitäten braucht es im Fussball, heute gibt es diese Rivalitäten zwischen Spielern und Klubs immer weniger.»

Telefongespräche und ein Sondertrikot

Und wie feiert Blerim Dzemaili das 20-jährige Jubiläum am Mittwoch? «Es ist immer ein spezieller Tag. Ich habe immer noch guten Kontakt mit Filipescu, Inler oder auch Fredy Bickel. Ich werde versuchen, mit ihnen zu telefonieren, weil man sich mittlerweile schon auch aus den Augen verloren hat.»

Der Klub feiert das Jubiläum derweil mit einer Sonderkollektion und wird am Samstag im letzten Spiel der Saison gegen Servette in einem Spezialtrikot, angelehnt an jenes von 2006, auflaufen.

Und in Basel? Dort würde man den Tag zum 20. Mal wohl am liebsten aus dem Kalender ausradieren.