Ausgerechnet nach dem grössten Triumph seiner Amtszeit könnte die Ära von Matthias Hüppi beim FC St.Gallen enden. Denn im Verwaltungsrat könnte es zu einer Neuausrichtung kommen, die dem Präsidenten nicht passt. Ein Nachfolger stünde schon bereit.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Beim FC St.Gallen droht kurz nach dem Cupsieg ein Führungsumbruch: Vier Verwaltungsräte sollen per 30. Juni abtreten, neue Namen stehen bereit.
- Präsident Matthias Hüppi ist mit der geplanten Neuaufstellung offenbar nicht einverstanden. Sein Vertrag läuft Ende Jahr aus, Stefan Kölliker könnte ihn beerben.
- Fans stellen sich klar hinter Hüppi und das bisherige Gremium. Unterschiedliche Vorstellungen zur Klubstrategie könnten nun für unruhige Tage sorgen.
Eigentlich jubelt ganz St.Gallen gerade über den ersten Titel seit 26 Jahren. Doch nur wenige Tage nach dem Cupsieg könnte es in der Führungsetage des Klubs zum grossen Knall kommen.
Wie das «St. Galler Tagblatt» am Montagabend berichtete, sollen die bisherigen Verwaltungsräte Peter Germann, Patrick Gründler, Christoph Hammer und Benedikt Würth per 30. Juni ausserordentlich aus dem VR ausscheiden.
Dieser soll neu aufgestellt werden. Teil des neuen Verwaltungsrats sollen der ehemalige SVP-Nationalrat Stefan Kölliker, Ex-Profi Marwin Hitz, Juristin Martina Wüthrich und Treuhänder Urs Baumer werden. Patrick Thoma soll im VR bleiben.
Kölliker als neuer Präsident
Das Problem: Präsident Matthias Hüppi soll mit der neuen Konstellation nicht einverstanden sein. Er hätte mit den alten Mitgliedern weitermachen wollen und sei bisher auf ein Angebot zur Weiterführung seines Amtes nicht eingegangen. Sein Vertrag läuft Ende des Jahres aus.
So könnte die Ära von Matthias Hüppi also nach dem grössten Triumph seiner Amtszeit enden. Sein Posten könnte von Kölliker übernommen werden. Der 55-Jährige soll seine Präsidenten-Absichten gegenüber SRF bestätigt haben.
Fans stehen hinter Hüppi
Schon nach dem Cupfinal sagte Hüppi im SRF-Interview: «Es gibt im Moment Tendenzen, die wir in dieser Form nicht akzeptieren werden. Es ist unvorstellbar, dass in der besten Phase in der Geschichte nicht alle geschlossen hinter dem Klub stehen.» Die letzten Wochen und Monate seien für ihn «ultrahart» gewesen, fügte er zudem an.
Die Fans stehen derweil klar hinter dem aktuellen Gremium. Nach dem Cupsieg zeigten sie in der Kurve ein Banner, auf dem sie sich deutlich für den Verwaltungsrat rund um Hüppi aussprachen. Zudem heisst es auf der Fanseite «einefueralli.ch»: «Wir stellen uns klar hinter einen unabhängigen, stabilen und verantwortungsvollen Verwaltungsrat, der den Verein in den vergangenen Jahren erfolgreich geführt hat.»
Unterschiedliche Visionen
Die Visionen zur Ausrichtung des Klubs sind unterschiedlich. So will die neue Konstellation des VR den Verein gemäss «St. Galler Tagblatt» dauerhaft an der Spitze der Super League etablieren, während der bisherige Verwaltungsrat im Herbst noch zur Besonnenheit aufgerufen hat.
Klar ist jetzt schon: Es könnten stürmische Tage auf den FC St.Gallen zukommen. Und das, obwohl eigentlich die ganze Stadt den ersten Titel seit 26 Jahren feiert.