Frick über geplatzten Serie-A-Wechsel «Es tönte alles super – dann ging das ‹italienische Theater› los»

Jan Arnet

25.6.2025

Diese Woche hat der FC Luzern den Trainingsbetrieb wieder aufgenommen – mit Mario Frick.
Diese Woche hat der FC Luzern den Trainingsbetrieb wieder aufgenommen – mit Mario Frick.
Keystone

Mario Frick hätte in diesem Sommer gerne den Schritt ins Ausland gewagt, bleibt nun aber doch beim FC Luzern. Der Trainer spricht offen über die verpassten Chancen in Deutschland und Italien.

Jan Arnet

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • FCL-Trainer Mario Frick liebäugelte mit einem Wechsel zu Serie-A-Aufsteiger Pisa, mit dem er Gespräche führte – doch nach einer Funkstille und einem gestellten Ultimatum sagte er ab.
  • Auch Schalke war an Frick interessiert, entschied sich aber für einen anderen Trainer. Die vielen Gegentore der Luzerner in der letzten Saison liessen die Schalke-Verantwortlichen offenbar zweifeln.
  • Frick bleibt nun beim FC Luzern, sein Vertrag läuft bis Sommer 2026. Eine Verlängerung ist derzeit kein Thema.

Seit Dezember 2021 coacht Mario Frick den FC Luzern und ist damit der dienstälteste Trainer der Super League. Jetzt wäre für ihn die Zeit durchaus reif gewesen für ein neues Abenteuer, verrät der Liechtensteiner beim Trainingsauftakt der Innerschweizer. Und mit einem Verein wurde es auch konkret.

Serie-A-Aufsteiger AC Pisa hatte Kontakt zu Frick aufgenommen, vier Gespräche gab es mit den Klubverantwortlichen. «Es tönte alles super. Dann ging das ‹italienische Theater› los», wird Frick von der «Luzerner Zeitung» zitiert. «Sie liessen acht Tage nichts mehr von sich hören. Ich stellte ihnen nach dieser Zeit ein Ultimatum, dass sie sich entscheiden sollen, weil ich Sportchef Remo Meyer und dem FCL schuldig bin, Klarheit über meine Zukunft zu geben.»

Offensichtlich liessen sich die Italiener zu lange Zeit, sodass sich Frick dazu entschied, dem Klub mitzuteilen, nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Keine leichte Entscheidung für den 50-Jährigen, dem das Projekt in Pisa gefallen hat. «Sie haben grosse Pläne, um in der Serie A zu bleiben. In eine Top-5-Liga zu wechseln, wäre für mich ein Schritt vorwärts gewesen.»

Frick ist sich aber auch bewusst, dass Pisa in der Aufstiegssaison unter Filippo Inzaghi (geht zu Palermo) in einem 5-4-1-System spielte – sehr defensiv und nur auf Umschalten. «Es ist quasi das Gegenteil von dem, was ich spielen lasse.» Er habe deshalb Verständnis, dass sich der Klub am Ende für Alberto Gilardino entschied.

Zu verspielt für Schalke?

Pisa war nicht der einzige Verein, der infrage gekommen wäre. «Ich führte auch mit Schalke Gespräche», verrät Frick. Da entschied man sich aber für Miron Muslic, der letzte Saison mit Plymouth Argyle aus der Championship (zweite englische Liga) abgestiegen ist. Schalke-Sportvorstand Frank Baumann habe ihm erklärt, dass das Team jetzt Stabilität brauche. Frick: «Die 64 Gegentore mit dem FCL in der letzten Saison sind nicht gerade eine Auszeichnung in dieser Hinsicht.»

Jetzt sei für ihn klar, dass er in Luzern bleibe. Sein Vertrag läuft noch bis im Sommer 2026, an eine Verlängerung denke er zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Lange nachtrauern will Frick der verpassten Ausland-Chance aber auch nicht: «Das ist kein Problem für mich. Ich habe einen Vertrag und bin der Erste, der diesen erfüllt, falls sich der nächste Schritt nicht ergibt. Das ist jetzt der Fall. Darum fängt es für mich wieder bei null an.»


Videos aus dem Ressort

Top Goals | Super League | Saison 24/25

Top Goals | Super League | Saison 24/25

Die fünf schönsten Tore der letzten Saison im Rückblick.

05.06.2025

Zeidler: «Lausanne und ich passen zusammen»

Zeidler: «Lausanne und ich passen zusammen»

Lausanne-Trainer Peter Zeidler spricht mit blue Sport über seine Rückkehr in die Super League und seinen neuen Verein.

23.06.2025