«Es ist kein Davonlaufen» FCB-Sportchef Daniel Stucki begründet seinen vorzeitigen Abgang

Syl Battistuzzi

3.5.2026

Stucki zu seinem Abgang: «Es ist kein Davonlaufen»

Stucki zu seinem Abgang: «Es ist kein Davonlaufen»

FCB-Sportchef Daniel Stucki spricht im Interview mit blue Sport über seinen bevorstehenden Abgang im Sommer.

02.05.2026

Der FC Basel verliert seinen Sportchef: Daniel Stucki löst seinen Vertrag vorzeitig auf und verlässt den Klub im Sommer. Im Interview mit blue Sport erläutert er seinen Wunsch nach einer beruflichen Neuorientierung. 

Syl Battistuzzi

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  • FCB-Sportchef Daniel Stucki verlässt den FC Basel trotz Vertrags bis 2027 auf eigenen Wunsch am Saisonende. Er war zentral am jüngsten Erfolg beteiligt, etwa mit der Rückholaktion von Xherdan Shaqiri und dem darauffolgenden Double.
  • Als Grund nennt Stucki den Wunsch nach beruflicher Weiterentwicklung. Differenzen im Klub und sportliche Rückschläge hätten zwar existiert, seien aber Teil des Geschäfts.
  • Stucki übernimmt Mitverantwortung für das Verfehlen der Saisonziele und betont aber, sein Abgang sei «kein Davonlaufen». Seine Zukunft ist offen, vorerst liegt der Fokus auf den verbleibenden Spielen mit dem FCB.

Mit Daniel Stucki geht beim FCB der Architekt der jüngsten Erfolge. Am Dienstag kündigte der Basler Sportchef an, seinen bis Sommer 2027 gültigen Vertrag auf eigenen Wunsch vorzeitig aufzulösen und den Verein am Ende der Saison zu verlassen.

Stucki war es, der Shaqiri im Sommer 2024 zurück ans Rheinknie lotste und somit den Grundstein für den Gewinn des Doubles in der vergangenen Saison legte – notabene seiner ersten auf dem neuen Posten, nachdem er zuvor im Nachwuchs des Vereins tätig gewesen war.

«Ich möchte mich nach sechs sehr intensiven Jahren einfach beruflich weiterentwickeln und mich auch neu orientieren», sagt Stucki im Interview mit blue Sport. Die Intensität des Jobs sei nicht der Grund. Auch die Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Klubs – so stellte sich etwa Stucki gegen den Verkauf in der Winterpause von Abwehrspieler Jonas Adjetey – seien nicht ausschlaggebend gewesen, solche Sachen würden zum Job dazugehören.

«Ärgert mich natürlich ein wenig»

Hinter einer Strategie gebe es immer Diskussionen, aber am Ende gehe es darum, für den Klub das Beste auszuarbeiten. Einerseits gebe es die wirtschaftliche Position – und er habe halt primär den Sport vertreten. «Dann ist schon klar, dass ich mit gewissen Entscheidungen aufgrund vom sportlichen Erfolg natürlich nicht zufrieden bin», meint Stucki und führt aus: «Mein primäres Ziel ist, sportlich gut zu sein. Das haben wir diese Saison nicht geschafft, was mich natürlich ein wenig ärgert.»

Stucki blickt auf seine Zeit bei seinem Heimatklub zurück.
Stucki blickt auf seine Zeit bei seinem Heimatklub zurück.
IMAGO/Sports Press Photo

Für das Verfehlen der angestrebten Ziele sei er mitverantwortlich. «Die Verantwortung trage ich auch, aber das ist kein Davonlaufen. Ich werde dem Klub verbunden bleiben», hält der frühere Polizist fest. Mit David Degen oder Stephan Lichtsteiner seien zudem genug Leute da, welche das langfristige Projekt sehr gut weiterführen können.

«Ich werde nicht lange ruhig sitzen können»

Mit Kritik an seiner Person könne er sowieso umgehen: «Wenn man eine gewisse Verantwortung hat und in einer hohen Position in der Öffentlichkeit steht, dann muss man sowohl mit positiven als auch mit negativen Rückmeldungen leben – das gehört zum Job.»

Der 44-Jährige wird so manches vermissen. «Tagtäglich mit der Mannschaft zusammen sein, viel an der Strategie tüfteln ... es gibt einige Sachen, die natürlich den Job extrem schön machen», resümiert Stucki. 

Konkrete Pläne bezüglich seiner Zukunft hat er nicht, vorerst gelte sein voller Fokus noch dem FCB. Sie hätten jetzt noch drei wichtige Spiele und das zähle. «Nicht meine Person soll im Vordergrund stehen, sondern der FC Basel und der Erfolg in der Saison», betont Stucki. Zwar werde er sich nach dem Kapitel FCB wahrscheinlich «zwei, drei Wochen» geben, aber Stucki hält gleich fest: «Ich werde nicht lange ruhig sitzen können.»

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