blue Sport Experte Rolf Fringer analysiert die wichtigsten Winter-Wechsel der Super League. Im Fokus stehen der FC Basel, die Young Boys, der FC Zürich und GC. Ausserdem wählt der Ex-Nati-Trainer seinen Königstransfer.
Rolf Fringer über ...
... Becir Omeragic (Basel)
«Es überrascht mich, dass es dem FC Basel gelungen ist, Omeragic bei Montpellier aus dem Vertrag zu lösen. Er war Captain in der Ligue 2 und hat sich im Ausland mehr oder weniger durchgesetzt in der Liga. Das ist überraschend, dass er zurück in die Schweiz kommt. Es ist aber ein guter Transfer – mit 24 Jahren hat er auch einen gewissen Wiederverkaufswert. Er kann Jonas Adjetey nicht bezüglich Zweikampfstärke ersetzen, aber mit seinen fussballerischen Anlagen. Seine Ballsicherheit hinten wird sicher Shaqiri freuen, wenn dort ein bisschen mehr Qualität dazukommt.»
... Samuel Essende (YB)
«YB war mit Sergio Cordova nicht zufrieden. Er hat es halt verpasst, Tore zu schiessen und war im Klub und bei den Fans aussen vor. Nochmals einen guten Stürmer dazuzuholen macht Sinn, so hat man auch die Möglichkeit mal einen Bedia einzuwechseln. Überraschend ist, dass man nicht noch nach einem Innenverteidiger geschaut hat.»
... die vielen Wechsel beim FCZ ...
«Aus wirtschaftlicher Sicht muss man Verständnis haben. In den letzten zwei Jahren musste Ancillo Canepa in den eigenen Sack langen. Ein Abgang wie bei Markelo ist deshalb logisch. Durch die Abgänge von Spielern wie Steven Zuber, Junior Ligue oder Mariano Gomez bekommt das Team ein neues Gesicht. Sie wollten sich mit den vielen Jungen, die sie eingesetzt haben, wichtig machen. Jetzt haben sie aber gemerkt, dass es nicht so lässig ist, wenn sie nichts gewinnen und haben darum vier ältere Spieler gekauft. Das sind alles kurzfristige Transfers von der Hand ins Maul.»
... und bei GC
«Die vielen Transfers sind erstaunlich, mit der Unterstützung von Los Angeles lag die Philosophie auf den Jungen. Zu Beginn der Saison hat man unter Scheiblehner einen guten Fussball gespielt, mit Pressing vorne. Das hat dynamisch ausgesehen, man ist unterhalten worden, aber am Schluss zählen Punkte. Nun haben sie ein wenig Angst bekommen und darum viele Transfers gemacht. Aber wenn man drei Viertel von dem Geld bei den Winter-Transfers vor Saisonstart eingesetzt und eine reifere Mannschaft auf die Beine gestellt hätte, dann würde GC heute weiter sein. Nun muss man fast wieder bei Null anfangen – mit einer neuen Abwehr, mit einem Michi Frey vorne, Tsimba von YB ... Das sind durchaus gute Transfers, aber das muss zuerst greifen und das ist nicht immer so einfach.»
... Omar Janneh (Lausanne)
«Es ist erstaunlich, dass es Henchoz gelungen ist, so einen Transfer zu machen. Omar Janneh ist natürlich ein riesiges Talent. Er ist 20 Jahre alt geworden und hat schon 4 Tore geschossen, darunter tolle Lupfer. Man sieht, er fühlt sich im Strafraum zuhause und er hat auch einen guten Körper. Da haben sie auf die Verletzung von Theo Bair super reagiert. Der Stürmer hatte zuvor die meisten Tore für Lausanne erzielt. Janneh ist für mich im Winter der Königstransfer der Super League.»