YB-Sportchef von Bergen hört auf Fringer: «Der arme Kerl war ein Bauernopfer»

Patrick Lämmle

10.3.2025

Was der bevorstehende Abgang Steve von Bergens für YB bedeutet

Was der bevorstehende Abgang Steve von Bergens für YB bedeutet

YB-Sportchef Steve von Bergen legt sein Amt Ende Saison nieder. Miteigentümer Christoph Spycher erklärt, wie man künftig die Verantwortlichkeiten aufteilt. Im blue Sport Studio äussert sich auch Rolf Fringer zum Thema.

08.03.2025

YB-Sportchef Steve von Bergen legt sein Amt Ende Saison nieder. Miteigentümer Christoph Spycher erklärt, wie man künftig die Verantwortlichkeiten aufteilt. Im blue Sport Studio äussert sich auch Rolf Fringer zum Thema.

Luca Betschart

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Steve von Bergen tritt im Sommer auf eignen Wunsch als YB-Sportchef ab. Im Interview mit blue Sport äussert sich Klub-Miteigentümer Christoph Spycher über den bevorstehenden Abgang. 
  • Spycher verrät, wie die Verantwortlichkeiten in Zukunft aufgeteilt werden und was für die Verpflichtung des neuen technischen Direktors Mathieu Beda gesprochen hat. 
  • blue Sport Experte Rolf Fringer sieht die neusten Entwicklungen bei YB positiv, sagt aber auch: «Steve von Bergen war der Blitzableiter.»

Seit einigen Tagen ist es offiziell: Die Young Boys stehen vor einem Umbruch in der sportlichen Führung. Sportchef Steve von Bergen hört nach der laufenden Saison auf eigenen Wunsch auf und kehrt dem Klub den Rücken. Wie Miteigentümer Christoph Spycher im Interview mit blue Sport erklärt, ist dies für die Berner Anlass, die Strukturen etwas umzubauen.

«Steve war für das Transferwesen verantwortlich – mit Stéphane Chapuisat und mir zusammen», sagt Spycher. Von Bergen sei aber auch die Ansprechperson für den Trainer, den Trainerstab und die Spieler gewesen. «Jetzt trennen wir es auf. Im Transferwesen und Scouting geht Mathieu Beda als neuer technischer Direktor mit Stéphane Chapuisat in den Lead. Ich auf der anderen Seite werde ich weiterhin die Gesamtverantwortung über den Sport haben, aber zusätzlich noch etwas näher zum Trainerteam und den Spielern gehen.»

Die Verantwortung aufteilen

Spycher zeigt sich überzeugt: «Mittlerweile braucht es das, dass man die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen kann. Wir haben uns jetzt so entschieden, dass wir Mathieu Beda für das Vertrags- und Transferwesen und als Ansprechperson für die Berater klar definieren.»

Und was hat den Ausschlag für den Franzosen gegeben? «Ich habe mit Mathieu Beda schon vermehrt zu tun gehabt. In letzter Zeit hatten wir fast keinen Kontakt mehr», sagt Spycher. «Aber man weiss mit der Zeit, welche Person welche Stärken hat und wie gut das in ein Team reinpassen kann. Mit seinem Gesamtpaket bringt Mathieu spannende Dinge mit.»

Fringer: «Steve von Bergen war der Blitzableiter»

Auf der anderen Seite verlasse mit Steve von Bergen eine Person den Klub, die YB in junger Vergangenheit extrem geprägt habe. «Ich bin extrem dankbar, dass ich so lange mit ihm zusammenarbeiten konnte. Wir wussten schon seit einigen Wochen, dass das Gedanken sind, die ihn beschäftigen. Dementsprechend hatten wir Vorlaufzeit und wir haben mit ihm auch die Strukturen noch einmal angeschaut», so der 46-Jährige.

Für blue Sport Experte Rolf Fringer ist klar: «Steve von Bergen war der Blitzableiter, wenn es nicht gut lief – wie Anfangs Saison. Der arme Kerl war ein Bauernopfer.» Und doch sieht Fringer die neusten Entwicklungen beim amtierenden Meister positiv. 

«Es ist gut für YB, dass Spycher wieder näher an die Mannschaft geht. Jetzt hatte man immer das Gefühl, der Trainer ist schuld. Es gab für YB-Verhältnisse viele Trainerwechsel», sagt Fringer und fügt an: «Ich glaube, Spycher mit seinem Näschen und seiner Empathie – wenn er näher bei der Mannschaft ist, kann er den Trainer unterstützen und vielleicht etwas mehr Drive reinbringen.»

YB – Lausanne-Sport 3:0

YB – Lausanne-Sport 3:0

Credit Suisse Super League // 27. Runde // Saison 24/25

08.03.2025