Das harte Los des Trainers Gerardo Seoane: «Die Entlassung in Gladbach hat mich überrascht»

Luca Betschart

28.3.2026

Seoane: «Die erste Entlassung fährt einem ein»

Seoane: «Die erste Entlassung fährt einem ein»

27.03.2026

Gerardo Seoane spricht im Fussball-Talk Heimspiel über seine intensiven Erfahrungen als Bundesliga-Trainer in Deutschland und die Herausforderungen einer Entlassung.

Luca Betschart

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • YB-Trainer Gerardo Seoane spricht im Fussball-Talk Heimspiel über seine Erfahrungen in der Bundesliga bei Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach. 
  • Beide Entlassungen sind für den 47-Jährigen schwierig zu verdauen. Über das Aus in Leverkusen sagt er: «Ich brauchte Zeit, um das zu verdauen und wieder Energie zu sammeln.»
  • Schneller gelingt Seoane die Verarbeitung der Gladbach-Entlassung – obwohl die Trennung für ihn überraschend kommt.

Heimspiel als Podcast

Im Sommer 2021 wagt Gerardo Seoane nach drei Meistertiteln in Folge mit den Young Boys den Sprung ins Ausland. Der Erfolgstrainer wechselt zu Bayer Leverkusen in die Bundesliga und damit in eine andere Fussball-Welt.  

«Es gibt einige Medien mehr. Es gibt viel Arbeit vor und nach dem Spiel, auch während der Woche. Du bist viel mehr unter Beobachtung. Am Anfang kann das für den einen oder anderen ein unangenehmes Gefühl sein, aber das musst du schnell ablegen», sagt Seoane im Fussball-Talk Heimspiel.

Das Wichtigste ist dabei aus Sicht des 47-Jährigen, dass ein Trainer mit seinem Charakter natürlich auftritt: «Du darfst dich nicht verstellen, aber es ist wichtig, dass du an dir arbeitest. Dass du erkennst, wie du an einen Spieler herankommst, ohne dass du ein Theater spielst.»

«Die erste Entlassung fährt einem schon ein»

Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Medienarbeit. «Ich bin bestrebt, dass ich gegen aussen nicht Dinge sage, die dem inneren Kern schaden können», verrät Seoane. «Da musst du dich als Trainer darauf vorbereiten und ein Medienschaffender ist wichtig. In Deutschland noch mehr, weil da die eine oder andere Frage auch mal direkter gestellt wird und die Nachfragen teilweise aggressiver sind.»

Als der gebürtige Luzerner seinen Platz nach knapp eineinhalb Jahren räumen muss, trifft ihn das. «Die erste Entlassung fährt einem schon ein. Doch jede Entlassung hat ihre eigene Geschichte», sagt Seoane. Seine Entlassung bei Leverkusen habe er geahnt. «Du kannst dich ein wenig vorbereiten. Aber wenn man dir sagt, dass du entlassen bist, ist es ein einschneidender Moment. Ich brauchte Zeit, um das zu verdauen und wieder Energie zu sammeln.»

Das überraschende Gladbach-Aus

Ganz anders ist das für Seoane bei Borussia Mönchengladbach, wo er zwischen Juni 2023 und September 2025 an der Seitenlinie steht. «Bei Gladbach kam es ziemlich überraschend für mich. So früh in der Meisterschaft», erzählt er. Man habe zum Saisonstart trotz guter Leistungen zu wenig gepunktet. «Und irgendwann nimmt es eine Dynamik an und du kannst es nicht mehr kontrollieren. Es ist ein unschöner Moment, der in unserem Job einfach dazugehört.»

Dementsprechend brauche die Verarbeitung ihre Zeit. «Im Moment, in dem es dir kommuniziert wird, willst du nicht gross ins Gespräch gehen und alles aufarbeiten», so Seoane, der genau das allerdings mit einem gewissen Abstand nachholt: «Das Gute ist, dass ich mit den Leuten, die mich entlassen haben, im Nachgang noch einmal reden konnte. Das ist der unschöne Teil des Business. Aber das sollte nicht die persönlichen Beziehungen schädigen.»

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