St.Gallen schlägt Lugano mit 2:1 und behauptet sich auf Rang 2 der Super League. Das Siegtor sorgt dabei wegen eines umstrittenen Elfmeterpfiffs für Diskussionen. Selbst Lukas Görtler kann Luganos Ärger verstehen.
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- Mit einem 2:1-Sieg in Lugano festigt St.Gallen Platz 2 in der Super-League-Tabelle.
- Lukas Görtler trifft per Penalty zum Sieg für die Ostschweizer. Vorausgegangen war ein Handspenalty, der zu reden gibt.
- Görtler sagt nach dem Spiel selbst: «Das ist die natürlichste Handbewegung der Welt.»
- Schiedsrichter-Experte Stephan Klossner erklärt, weshalb der Penalty-Entscheid dennoch korrekt ist.
Wenige Minuten, nachdem der FCSG in Lugano ausgleichen kann, kommen die Ostschweizer erneut gefährlich vors Tor der Tessiner. Diego Besio zieht im Strafraum ab – und fordert dann einen Penalty. Sein Schuss wird abgelenkt und geht an die Hand von Lugano-Verteidiger Hannes Delcroix.
Schiedsrichter Alessandro Dudic lässt zunächst weiterlaufen, wird dann aber vom VAR an den Bildschirm gerufen und entscheidet schliesslich doch auf Elfmeter. Obwohl der Ball aus kurzer Distanz an Delcroix' Hand prallt und wohl weit neben das Tor geflogen wäre.
Die Tessiner beschweren sich lautstark über den Entscheid, Lukas Görtler ist es egal – er nimmt Anlauf und versenkt den Ball eiskalt zum 2:1. Dabei bleibt es bis zum Schluss.
«Die natürlichste Handbewegug der Welt»
Nach der Partie gibt Görtler im Interview bei blue Sport aber zu: «Wenn so etwas gegen uns gepfiffen wird, rege ich mich auf. Er hat ja die Hand unten und wir reden von einer unnatürlichen Handbewegung. Das ist die natürlichste Handbewegung der Welt.»
Schiedsrichter-Experte Stephan Klossner erklärt: «Das Handspiel ist strafbar, weil der Verteidiger einen solchen Schuss erwarten kann und alles dafür machen muss, dass ihm der Ball nicht an die Hand geht.»
Klossner kann aber auch verstehen, dass sich der eine oder andere Fussballer oder Fan über solche Entscheide aufregt. Er erinnert sich dabei an die Szene mit Marc Cucurella an der EM im Spiel zwischen Deutschland und Spanien. «Wenn der Schuss aufs Tor geht, kann man dem Verteidiger noch mehr Absicht unterstellen. Das ist bestimmt eine Regel, die man für den Fussball überarbeiten müsste. Aber Stand jetzt ist es ein Handspiel.»
Umstrittener Penalty auch auf der anderen Seite
Görtler kann Klossners Einschätzung verstehen. «Aber ich höre auch immer andere Sachen. Bei Bayern gegen Real war es nicht unnatürlich, aber unabsichtlich. Als Fussballer tue ich mich selbst schwer, die Dinge richtig einzuschätzen. Generell finde ich aber, man sollte bei solchen Szenen eher selten pfeifen.»
Kurz vor dem Schlusspfiff erhält auf der Gegenseite auch Lugano noch einen umstrittenen VAR-Penalty. Weil FCSG-Goalie Lawrence Ati Zigi aber gegen Ezgjan Alioski hält, halten sich die Diskussionen da in Grenzen.