FCB-Trainer Lichtsteiner «In Basel musst du Titel gewinnen, das passt zu mir»

Sandro Zappella

27.1.2026

Lichtsteiner: «Von Conte und Allegri nehme ich sehr viel mit»

Lichtsteiner: «Von Conte und Allegri nehme ich sehr viel mit»

Im Interview mit blue Sport erklärt Stephan Lichtsteiner, wieso er seine Chance beim FC Basel packen will und von welchen seiner Trainer er am meisten gelernt hat.

27.01.2026

Der neue Basel-Trainer Stephan Lichtsteiner vergleicht den FCB mit seinem Ex-Verein Juventus. Er spricht von Druck, sieht sich aber als den richtigen Mann, um den hohen Erwartungen gerecht zu werden.

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Sandro Zappella, Andreas Aeschbach

blue News fasst für dich zusammen

  • Stephan Lichtsteiner übernimmt als neuer Trainer den FC Basel und sieht in der anspruchsvollen Aufgabe trotz fehlender Trainererfahrung auf höchster Stufe eine grosse Chance.
  • Der Ex-Juve-Profi betont den Erfolgsdruck beim FCB und vergleicht ihn mit dem bei Juventus, wo er als Spieler Titel gewinnen musste.
  • In einer intensiven Woche muss er das Team auf drei entscheidende Spiele vorbereiten, wobei er klare Ideen und Führungsqualitäten einbringen will.

Das Interesse im Mediencenter des FCB ist gross. Schliesslich hat Basel mit Stephan Lichtsteiner einen der erfolgreichsten Schweizer Fussballer der Geschichte als neuen Trainer verpflichtet. Der über 100-fache Schweizer Natispieler hat in seiner Blütezeit mit Juventus unzählige Titel geholt – als Trainer ist er hingegen noch fast ein Nobody. In der U18-Nati war es als Co-Trainer tätig, dann im Nachwuchs beim FC Basel und zuletzt in der 1. Liga bei Wettswil-Bonstetten. 

blue News fragt den 42-Jährigen, ob er sich Gedanken darüber gemacht habe, dass der Schritt von Wettswil zum aktuellen Meister ein riesiger sei: «Klar, im Idealfall hast du schon drei Jahre irgendwo trainiert, hast die Mannschaft bereit und hattest zwei Monate Vorbereitung. Aber die Situation ist, wie sie ist. Ich habe die Chance bekommen und sehe, dass die Herausforderung enorm ist.»

Dennoch hält Lichtsteiner auch fest, dass er als Trainer bereits Erfahrungen gesammelt habe und jetzt bereit sei für die Challenge FC Basel: «Es ist das Risiko, welches ich eingehen will und die Chancen werde ich versuchen zu nutzen.»

Die Woche der Wahrheit

Am Montagmittag verkündete der FC Basel, dass man sich von Cheftrainer Ludovic Magnin trenne, wenige Stunden später wurde bereits Stephan Lichtsteiner als dessen Nachfolger vorgestellt. Der ehemalige Verteidiger sagt, dass die letzten Tage auch für ihn sehr intensiv gewesen seien, da alles sehr schnell gegangen sei: «Ich habe mir schon viele Gedanken gemacht, wie ich was angehen möchte. Ich habe nicht viel Zeit, diese drei Spiele vorzubereiten, von dem her muss ich mit klaren Ideen an die Arbeit gehen.»

Für den FC Basel stehen innert einer Woche nun gleich in drei Wettbewerben entscheidende Spiele an. Am Donnerstag geht es in der Europa League gegen Viktoria Pilsen darum, doch noch die K.o.-Phase zu erreichen, nur drei Tage später kommt es zur Partie gegen Super-League-Leader FC Thun und erneut nur drei Tage darauf heisst der Gegner im Cup-Viertelfinal FC St. Gallen. 

Seine Herangehensweise erklärt Lichtsteiner dabei wie folgt: «Der Fokus ist es, dem Team Optionen zu geben, von denen ich denke, dass wir dem Gegner weh machen können.» Ein wichtiger Aspekt sei aber auch, in die Mannschaft hineinzufühlen, da ein Trainerwechsel für das Team nie einfach sei: «Ich habe das als Spieler selbst auch schon erlebt und es geht auch um das Gesamtmanagen des Teams.»

Seine Idee sei es, mit dem FCB ein Spiel zu entwickeln, bei dem jeder wisse, was er zu tun habe. Generell sei das Ziel, die Schwachstellen des Gegners auszunuten und das Spiel dominant zu gestalten. 

Bei Conte und Allegri gelernt

Während seiner Aktiv-Karriere spielte Lichtsteiner von 2011 bis 2018 bei Juventus Turin, holte dort sieben Meisterschaften in Serie und gewann vier Mal den Pokal. Er selbst spricht von einem grossen Rucksack an Erfahrungen, den er aus dieser Zeit mitnehme und zieht einen Vergleich mit dem FCB: «Juventus kannst du mit Basel vergleichen. Das sind beides Vereine, bei denen du einen enormen Druck hast.» Es brauche eine gewisse Voraussetzung um Spieler oder Trainer in Basel zu sein: «Du hast hier den Druck, Titel zu gewinnen. Ich denke, das passt zu mir.»

Während seiner Zeit beim italienischen Rekordmeister wurde Lichtsteiner von den äusserst erfolgreichen Antonio Conte und Massimilliano Allegri trainiert und sagt rückblickend: «Die haben mir beide sehr viele Sachen mitgegeben, die ich auch jetzt als Trainer nutzen kann.»

Ein erstes Mal auf der grossen Bühne beweisen darf Lichtsteiner sein Talent als Trainer am Donnerstag im Europa-League-Heimspiel gegen Viktoria Pilsen. blue Sport überträgt die Partie live, Anpfiff ist um 21:00 Uhr.


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