Nach der 1:3-Niederlage gegen St.Gallen am vorletzten Spieltag ist klar: Der FC Basel wird nächste Saison nicht im Europacup spielen. FCB-Boss David Degen spricht bei blue Sport über die verpassten Ziele, die Zukunft von Trainer Stephan Lichtsteiner und den bevorstehenden Umbruch.
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- Letztes Jahr wurde der FC Basel Meister und Cupsieger. In dieser Saison kann sich der FCB nicht einmal auf den Europacup-Plätzen klassieren.
- «Wir müssen hart mit uns ins Gericht gehen. Die neue Saison kommt schon bald, wir haben viel Arbeit vor uns», sagt FCB-Boss David Degen im Interview mit blue Sport.
- Degen kündigt an, dass Stephan Lichtsteiner Trainer bleiben, es aber einen grösseren Umbruch im Team geben wird. Womöglich kehrt ein alter Bekannter ins FCB-Tor zurück.
Vor einem Jahr feierte der FC Basel noch das Double und träumte von der Rückkehr in die Champions League. Jetzt sind die Bebbi wieder ganz weit weg von magischen Nächten im Europacup. Nach der Pleite gegen den FC St.Gallen im letzten Heimspiel der Saison kann der FCB die Top-4 nicht mehr erreichen.
«Unsere Ziele waren ganz andere. Die haben wir alle verpasst», stellt Klubpräsident David Degen nach der neusten Enttäuschung im Interview mit blue Sport klar. «Wir müssen jetzt vieles analysieren und hart mit uns ins Gericht gehen. Die neue Saison kommt schon bald, wir haben viel Arbeit vor uns.»
Der FC Basel müsste mit seiner Klubhistorie eigentlich jedes Jahr international spielen, meint Degen. «Aber es darf nicht sein, dass wir finanziell mit dem Rücken zur Wand stehen, wenn wir den Europacup verpassen. Solange ich hier in der Verantwortung bin, setzen wir alles daran, dass das eben nicht mehr passiert.»
Lichtsteiner bleibt FCB-Trainer
Degen gesteht sich auch selbst Fehler ein. Bei einigen Personalentscheiden habe es «Fehleinschätzungen» gegeben, sagt er. Diese gilt es nun im Sommer auszubügeln. «Es wird im Staff und auch im Kader Änderungen geben. Wir brauchen Leute, die 100 Prozent rotblau sind und alles für den Erfolg geben, wenn sie auf den Platz gehen. Das hatten wir in dieser Saison nicht.»
Am Trainerstuhl wird allerdings nicht gerüttelt, auch wenn die Talfahrt nach dem Wechsel von Ludovic Magnin zu Stephan Lichtsteiner im Januar erst richtig losging. «Es ist immer einfach, dem Trainer die Schuld an allem zu geben. Wir werden definitiv mit Lichtsteiner in die neue Saison gehen», macht Degen klar. «Steph ist ein junger Trainer. In der Kommunikation hat er nicht immer alles richtig gemacht, aber er ist hier zum Lernen.»
Die Mentalität des früheren Nati-Captaines gefalle ihm aber. «Er ist ein verbissener Trainer und will immer Erfolg. Wenn jeder seine Mentalität hätte, wären wir nicht Fünfter.»
Ein Umbruch steht bevor
Klar ist auch, dass Sportchef Daniel Stucki den Verein verlassen wird. Die Suche nach seinem Nachfolger läuft noch immer, Degen lässt sich aber nicht aus der Ruhe bringen. Ein neues Scouting-Team mit einem Technischen Direktor soll sich um die Transfers kümmern. «Wir lassen uns nicht unter Druck setzen, aber zur neuen Saison hin wird ein neuer Sportchef hier sein. Aber wir müssen überzeugt sein, er muss zum FC Basel passen.»
Der Umbruch dürfte aber grösser sein als im Vorjahr, als die wichtigsten Spieler gehalten werden konnten. Auf einzige Personalien will Degen nicht detailliert eingehen. «Ich höre immer nur, dass dieser und dieser Spieler gehen will. Aber dann müssen die Angebote da sein. Aber der Umbruch wird sicher deutlich sein», so der FCB-Boss.
Sommer kehrt nicht zurück – aber Omlin?
Einen Dank gibt es von Degen an die Fans, welche die Mannschaft auch in dieser schwierigen Saison stehts zahlreich unterstützten: «Es tut mir leid für die Fans, dass wir die Erwartungen nicht erfüllen konnten. Aber wir kommen zurück und werden eine konkurrenzfähige Mannschaft aufstellen, die ganz sicher wieder vorne mitspielen wird.»
Unklar ist noch, wer die Nachfolge von Marwin Hitz im FCB-Tor antreten wird. Die Berichte, dass Yann Sommer abgesagt hat, bestätigt Degen: «Ein Transfer von Yann Sommer wird nicht funktionieren. Er hat sich für einen anderen Weg entschieden und das ist okay. Aber wir werden sicher einen neuen Goalie präsentieren, der unseren Ansprüchen genügt und gleich gut das Tor hüten kann, wie es Sommer getan hätte», sagt er. Eine Rückkehr von Jonas Omlin sei möglich. «Er ist sicher ein Thema.»
Und was gibt es zu den Abgangsgerüchten um Xherdan Shaqiri und Flavius Daniliuc zu sagen? «Wir werden sehen, was passiert, aber ich glaube nicht, dass sie gehen», sagt Degen. «Meiner Meinung nach war das Team in dieser Saison älter, als es sein sollte. Aber wir brauchen gestandene Leader, die vornewegmarschieren und die Mannschaft tragen.»