Bewegendes Geständnis Mario Frick: «Ich war komplett abhängig von Sportwetten und hatte Schulden»

Patrick Lämmle

7.11.2025

Mario Frick: «Ich war komplett abhängig nach Sportwetten»

Mario Frick: «Ich war komplett abhängig nach Sportwetten»

06.11.2025

Im Fussball-Talk Heimspiel spricht Luzern-Coach Mario Frick erstmals öffentlich über ein dunkles Kapitel. Der 51-Jährige verrät bei blue Sport, dass er in jungen Jahren süchtig nach Sportwetten und verschuldet war. 

Patrick Lämmle

Der heutige Luzern-Trainer Mario Frick hat als Spieler eine grosse Karriere hingelegt, insbesondere in Italien hat der 125-fache Nationalspieler Liechtensteins seine Spuren hinterlassen. Im Fussball-Talk Heimspiel darauf angesprochen, ob er mit seiner Karriere als Spieler absolut happy sei, kommt Frick ins Grübeln und spricht erstmals über «eine dunkle Zeit» in seinem Leben. 

Der Wechsel von Basel zu Zürich im Sommer 1999 sei sein grösster Fehler gewesen, erzählt Frick. In Basel sei er ein Publikumsliebling gewesen und niemand habe Verständnis für seinen Wechsel gehabt. «Aber es gab einen Grund! Ich habe bisher nie öffentlich darüber geredet, aber vielleicht hilft es ja auch jemandem, wenn ich es tue. Zu der Zeit war ich komplett abhängig von Sportwetten und habe so viele Schulden gemacht als junger Familienvater, dass ich einen Ausweg gesucht habe. Und das Angebot des FC Zürich hat mir die Möglichkeit gegeben, aus dem Strudel rauszukommen und neu anzufangen. Und darum habe ich das gemacht.»

Glücklich geworden ist er in Zürich als Spieler aber nicht. «Und das hat mich einfach etwas gelehrt: Du solltest nie Entscheidungen treffen wegen Geld. Alle Entscheidungen in meinem Leben, die ich wegen Geld getroffen habe, kamen nicht gut raus.»

«Ich habe es mit mir alleine ausgemacht»

Sein Fehler sei damals gewesen, dass er sich niemandem anvertraut habe, sagt Frick, «ich habe mich zwar mit meinem Berater ausgetauscht, aber eigentlich habe ich es mit mir alleine ausgemacht. Es war mir vielleicht auch peinlich. Aber es gehört zu meiner Persönlichkeit dazu.»

Deshalb ist seine Kabinentüre für seine Spieler heute immer offen. «Egal, welche Probleme sie haben, ich habe immer ein offenes Ohr.»

Rückblickend ist Frick einfach froh, dass er die Sucht überwunden hat. Rückfällig geworden sei er nie. «Für mich war das eine komplette Lehre. Wenn ich zum Beispiel ins Casino gehe, dann löscht es mir heute sofort ab. Deshalb bin ich froh, dass mir das schon mit 23, 24 passiert ist.»

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