YB-Goalie mit Ambitionen Marvin Keller und das grosse Ziel: «Ich will in eine Top-5-Liga»

Syl Battistuzzi

22.11.2025

«Meine Familie bedeutet mir alles» – YB-Goalie Marvin Keller im Porträt

«Meine Familie bedeutet mir alles» – YB-Goalie Marvin Keller im Porträt

Wie tickt YB-Goalie Marvin Keller? blue Sport hat den 23-Jährigen in Bern besucht und mit ihm über Fussball und Privates gesprochen.

09.11.2025

Geboren in London, gereift im Aargau und durchgestartet in Bern – Marvin Keller hat sich bei YB vom Ersatzmann zum Stammgoalie entwickelt. Nun träumt der 23-Jährige vom nächsten grossen Schritt.

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Julian Barnard, Syl Battistuzzi

Marvin Keller durchlief als Junior die Nachwuchsabteilung bei den Grasshoppers. Aufgewachsen ist er in Berikon im Kanton Aargau, aber das Licht der Welt erblickte er knapp 1000 Kilometer weiter nördlich. 

«Geboren bin ich tatsächlich in London. Zu diesem Zeitpunkt hat mein Vater dort gearbeitet», sagt Keller im Interview mit blue Sport. Martin Keller ist in der Finanzindustrie tätig. Bei GC war Papa Keller einst im Verwaltungsrat. Im Umfeld munkelten einige damals, Sohn Marvin sei nur seinetwegen im Nachwuchs der Hoppers ...

Schritt für Schritt nach oben

Das Goalie-Talent schaffte es zwar bei GC ins Kader des Fanionteams, zu einem Einsatz kam Keller aber nie. 2021 wechselte er nach Wil in die Challenge League. Schnell wurde Keller da zum Stammgoalie. 

Im Februar 2023 wechselte der Schweizer U21-Nationalgoalie als nominelle Nummer 3 zu YB. Im Herbst liehen ihn die Berner zu Winterthur aus. Keller zeigte beim FCW eine starke Saison, sodass ihn YB zurückholte. 

Als Nummer 2 – Mit-Konkurrent Anthon Racioppi verliess den Klub – ging Keller im Sommer 2024 ins Rennen, kam aber bei den Bernern unter Trainer Patrick Rahmen immer wieder zum Einsatz – auch beim entscheidenden Champions-League-Playoffspiel gegen Galatasaray Istanbul.

«Das war eines der Highlights bei YB für mich», erinnert sich Keller, der im Hinspiel zuhause nach einer halben Stunde den verletzten David von Ballmoos vertreten durfte. «Als Goalie ist das immer ein bisschen unverhofft. Man hofft zwar auf einen Einsatz, aber man rechnet nie wirklich damit, dass es dann so weit kommt», so Keller.

«Das war sicherlich ein sehr grosser Moment», meint er und führt aus, es sei schliesslich sowohl für den Verein als auch für den Schweizer Fussball um viel gegangen. 

Keller löst im Tor von Ballmoos ab

Danach steht für ihn gleich das Rückspiel im Ali Sam Yen «vor einer unglaublichen Kulisse» an. «Dort habe ich wirklich das erste Mal gespürt, was es heisst, auf einem Top-Level Fussball zu spielen», blickt Keller zurück. Doch der damals 22-Jährige zeigt sich in beiden Partien nervenstark, am Ende setzt sich YB auch dank seiner Paraden durch. 

Keller macht seine Sache auch in den nächsten Spielen gut. Als schliesslich Giorgio Contini den Trainerposten bei YB übernimmt, wird Keller bald offiziell Stammgoalie.

«Dass ich Nummer 1 werde, habe ich drei Tage vor dem Rückrundenstart erfahren», sagt Keller und ergänzt: «Wir hatten noch ein Testspiel unter der Woche und dann hat mich der Trainer ins Büro gerufen. Er hat mich darüber informiert, dass er sich nach der Vorbereitung für das entschieden hat.» Keller: «Es war eine sehr schöne Nachricht.» Dann sei es mit zwei englischen Wochen gleich Schlag auf Schlag gegangen.

Inzwischen ist Keller im Wankdorf («ein sehr spezieller Platz für mich») zwischen den Pfosten unbestritten, David von Ballmoos suchte den Ausweg via Lugano. Der 23-Jährige will in Bern hoch hinaus: «Mein Ziel ist es, dieses Jahr mit YB Schweizer Meister zu werden.» Doch in der Hauptstadt soll seine Karriere nicht enden: «Irgendwann will ich in einer Top-5-Liga spielen können. Das ist mein Ziel, das ist mein Traum und das, wofür ich jeden Tag hart arbeite.»

Unterstützung auf seinem Weg hat er: «Ich habe ein sehr enges Verhältnis mit meinen Eltern, vor allem aber auch mit meinen Geschwistern. Ich habe zwei ältere Schwestern und einen kleinen Bruder, mit dem ich unheimlich eng bin», betont Keller und ergänzt: «Meine Familie bedeutet mir alles.»