Lugano-Krise spitzt sich zu Mehmedi: «Es wäre ein Armutszeugnis, wenn sie am Trainer rütteln»
Lugano wurde lange als Meisterkandidat Nummer 1 gehandelt, inzwischen kriselt es gewaltig. Gegen Sion setzt es die fünfte Pflichtspielniederlage in Folge ab. Admir Mehmedi und Rolf Fringer analysieren die Lugano-Krise.
Lugano verliert fünf Pflichtspiele in Folge
- YB – Lugano 1:0 (Super League)
- Biel – Lugano 2:0 (Cup-Viertelfinal)
- Lugano – FCZ 0:3 (Super League)
- Celje – Lugano 1:0 (Achtelfinal-Hinspiel / Conference League)
- Sion – Lugano 2:1 (Super League)
Zwar schiesst Lugano in Sion nach vier Zu-Null-Pleiten wieder einmal ein Tor, doch das bringt herzlich wenig, denn am Ende des Tages stehen die Tessiner wieder mit leeren Händen da.
Nach dem Schlusspfiff tut sich Lugano-Torhüter Amir Saipi schwer, das Ganze in Worte zu fassen. Es sei nur möglich, als Mannschaft da wieder rauszukommen, er könne aber niemandem einen Vorwurf machen. «Wir müssen jetzt einfach nach vorne schauen», lautet eine von Saipis Durchhalteparolen.
Renato Steffen geht da schon deutlich härter ins Gericht mit seinem Team. «Wir haben uns die Eier wieder selbst reingelegt und vorne haben wir Chancen und machen sie nicht rein», so der 33-Jährige. «Es gibt viele Sachen, die momentan nicht stimmen.» Es sei jetzt aber an der Zeit, dass sie Leistungen auf dem Platz zeigen würden anstatt zu viel zu reden. «Dann holen wir vielleicht wieder einmal Punkte», so der sichtlich angefressene Routinier.
Mehmedi und Fringer über die Lugano-Krise
Im blue Sport Studio ist die Lugano-Krise ein grosses Thema. Admir Mehmedi sagt: «Die Formkurve zeigt nach unten. Ja, es ist alarmierend, was für eine Ergebniskrise sie haben.» Er sei überrascht von dieser Entwicklung: «Sie sind wirklich auf bestem Weg, alles zu verspielen, was sie sich erarbeitet haben.» Auch Rolf Fringer ist besorgt, was Lugano angeht. Die Mannschaft verliere immer mehr an Selbstvertrauen und gehe nicht mehr mit der breiten Brust auf den Platz.
Im Cup ist Lugano bereits am unterklassigen Biel gescheitert, in der Liga ist man inzwischen sechs Punkte hinter Leader Servette klassiert und in der Conference League droht nach dem 0:1 im Achtelfinal-Hinspiel gegen Celje das Aus.
Wie lange darf Croci-Torti noch verlieren?
blue Sport Moderator Gianni Wyler will wissen, ob die Experten glauben, dass es auch für Trainer Mattia Croci-Torti ungemütlich werden könnte in den nächsten Tagen und Wochen. Mehmedi hofft nicht, dass dem so ist: «Das wäre ein Armutszeugnis, wenn sie jetzt wirklich anfangen, am Trainer zu rütteln. Weil ich ein Fan von ihm bin, weil ich ein Fan davon bin, wie er Fussball spielen lässt. Und ich meine, sie haben es mit ihm in den letzten Jahren, sehr, sehr gut gemacht. Sie haben eine absolut tolle Entwicklung genommen in Lugano.»
Fringer hebt dagegen den Mahnfinger: «Normalerweise bin ich der Meinung von Admir, also das kann gar kein Thema sein. Er hat super gearbeitet und alles.» Allerdings sei er sich nicht mehr so sicher, dass Croci-Torti unantastbar sei, seit er gesehen habe, was sie mit Carlos da Silva gemacht hätten. Mitte Februar wurde der Sportchef des FC Lugano per sofort freigestellt, von aussen betrachtet ohne jegliche Not.
Die Highlights des Spiels vom Sonntag
Luganos Achtelfinal-Rückspiel live auf blue Sport
Do 13.03. 18:10 - 21:15 ∙ blue Sport Live ∙ FC Lugano - NK Celje
Event ist beendet