Kommentar Mit Lichtsteiner steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Sommer und Xhaka zum FCB kommen

Jan Arnet

27.1.2026

Shaqiri ist längst zurück, Lichsteiner jetzt auch als Trainer in Basel: Spielen in absehbarer Zeit auch Xhaka, Schär und Sommer wieder für den FCB?
Shaqiri ist längst zurück, Lichsteiner jetzt auch als Trainer in Basel: Spielen in absehbarer Zeit auch Xhaka, Schär und Sommer wieder für den FCB?
Keystone

Es ist gut, dass der FC Basel wieder auf einen Schweizer Trainer setzt, schreibt blue Sport Chefredaktor Andreas Böni. Er glaubt, dass dank dem neuen Trainer die Wahrscheinlichkeit steigt, dass Yann Sommer und Granit Xhaka zum FCB zurückkehren.

Andreas Böni

Um es vorne weg zu sagen: Allein schon die Entlassung von Ludovic Magnin nach einem beinahe epischen Sieg gegen den FC Zürich ist vom Zeitpunkt her ein Risiko. Fussball ist volatil und das viel zitierte Momentum schwer zu erarbeiten. Wenn man dann in letzter Sekunde spektakulär 4:3 beim Rivalen gewinnt, kann dies ein Ausgangspunkt für eine Serie sein. Mit der Trainer-Entlassung riskiert der FC Basel, das Momentum abzuwürgen.

Aber eben, den Mutigen gehört die Welt. Wie risikofreudig David Degen ist, zeigt die Verpflichtung von Stephan Lichtsteiner, der direkt von der 1. Liga Classic zum FC Basel kommt und Chef-Trainer wird.

Ist doch gut, dass ein junger Schweizer Trainer die Chance bekommt statt ein Ausländer, der die Liga nicht kennt. Dass Degen in den letzten fünf Jahren mit Lichtsteiner, Magnin, Celestini, Frei und Rahmen fünf Mal auf einen Schweizer Trainer setzt, ist sowieso zu begrüssen.

Dabei bringt Lichtsteiner, als Juve-Legende sieben Mal Meister und zweimal Champions-League-Finalist, mental alles mit. Es ist sein Naturell, vor nichts und niemandem Angst zu haben und alles für den Sieg zu tun. Er lernte Taktik von Welt-Trainern. Er ist rhetorisch gut und bildet sich mit Büchern weiter. Und, beim FC Basel auch nicht ganz unerheblich: Er beherrscht den Umgang mit Intrigen aus dem Effeff.

Nati-Achse bald wiedervereint?

Mit Lichtsteiners Verpflichtung holt sich der FC Basel aber auch ein interessantes Netzwerk. Denn Lichtsteiner hat ein exzellentes Verhältnis zu vielen Spielern, die beim FCB Thema sind. Nicht nur dadurch, dass er sich mit dem Doppeladler-Jubel an der WM 2018 mit den Mitspielern solidarisierte.

Da ist Xherdan Shaqiri, die Attraktion der Liga, mit dem man die richtige Dosierung finden muss.

Da ist Granit Xhaka, mit dem Lichtsteiner zusammen bei Arsenal spielte und mit dem er die Nati führte. Der unbedingte Wille, siegen zu wollen, verband sie stets.

Da ist Yann Sommer, mit dem Lichtsteiner 40 Länderspiele machte. Der Bruder des neuen FCB-Trainers fädelte Sommers Bayern-Transfer ein, Sommers Vertrag bei Inter läuft im Sommer aus.

Da ist Ex-Nati-Kollege Fabian Schär, der auch stets betonte: «Wenn ich nochmals in der Schweiz spiele, dann für den FC Basel.» Auch Schär wäre im Sommer ablösefrei zu haben.

Mit der Verpflichtung Lichtsteiners steigen die Chancen auf eine neue Basler Legenden-Truppe, wie man sie einst mit den Leithammeln Benjamin Huggel, Alex Frei und Marco Streller hatte. Zumal Sommer, Xhaka und Schär trotz ihres Alters nach wie vor auf Top-Niveau performen.

Natürlich wäre es für den FCB ein finanzieller Hosenlupf. Aber in einer Zeit, wo die Roche-Erben (Gesamtvermögen 28 bis 29 Milliarden Franken) wieder im Verwaltungsrat sitzen, darf man auch davon träumen, dass eine Achse Sommer-Schär-Xhaka-Shaqiri finanzierbar wäre.

Für den Schweizer Fussball wäre es auf jeden Fall ein Geschenk.

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