Der FC Aarau verpasst den Aufstieg erneut hauchdünn – und muss gleichzeitig Abschied von einer seiner grössten Identifikationsfiguren nehmen. Olivier Jäckle beendet nach 14 Jahren und 410 Spielen seine Profi-Karriere emotional und voller Dankbarkeit.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Aarau verpasst den Aufstieg nach einer dramatischen Barrage gegen GC erneut knapp. Die Enttäuschung ist gross, weil die starke Saison mit 80 Punkten am Ende nicht belohnt wurde.
- Für Olivier Jäckle war die Niederlage gleichzeitig das letzte Profispiel seiner Karriere. Nach 410 Partien für den FC Aarau blickt der langjährige Captain trotz Schmerz und Emotionen stolz auf seine Zeit beim Klub zurück.
- Trainer Iacopetta und Sportchef Zverotic stellten sich trotz des Scheiterns hinter die Mannschaft. Zverotic sprach dem Coach ausdrücklich das Vertrauen aus und betonte, dass Aarau auf dieser Saison aufbauen könne.
Emotionen übermannten im Letzigrund die Aarauer Profis, die während 120 Minuten gekämpft hatten. Der Klub, der seit elf Jahren versucht aufzusteigen, ist erneut auf den letzten Metern gescheitert.
Es ist eine Niederlage, mit der die Mannschaft wohl noch lange hadern wird. Weil die 80 Punkte, welche Aarau in der Saison sammelte, in den vergangenen 20 Jahren nur zweimal nicht zum direkten Aufstieg gereicht hätten. Und, weil die Barrage so knapp endete, wie es noch vor einem Jahr, als Aarau in der Barrage ebenfalls auf GC traf und nach dem Rückspiel bereits 0:4 hinten lag, wohl niemand erwartet hätte.
Weh tut der verpatzte Aufstieg besonders Olivier Jäckle. Die Pleite gegen GC war gleichzeitig das letzte Spiel für das FCA-Urgestein auf Profi-Bühne. «Das ist unglaublich bitter. Wir waren so nah dran. Einmal mehr muss ich leider sagen, dass es uns zum Schluss nicht ganz gereicht hat. Ich habe einmal einen Aufstieg erlebt, als ich noch ganz jung war (2013 – Anm. d. Red.) und ich wollte es als erfahrener Spieler noch mal erleben. Die Enttäuschung ist riesig», meint der Captain.
Jäckle bleibt dem Klub erhalten
«Ich bin stolz auf meine Karriere: Ich habe 410 Partien für den FC Aarau machen können – darauf kann man stolz sein», hält Jäckle fest. Von den Anhängern erhielt der Fan-Liebling trotz des bitteren Endes viel Zuspruch. «Du weisst, du stehst das letzte Mal vor der Kurve, das schmerzt», so Jäckle wehmütig. 14 Jahre lang sei er mit den Leuten den Weg gemeinsam gegangen, schwierige und super Zeiten habe man erlebt. Bei allem sei man wie eine Familie zusammengeblieben. «Das verbindet schon sehr, man kennt unglaublich viele Leute in der Kurve.»
Langweilig wird es Jäckle am Freitag nicht werden. «Meine Tochter wird mir schon sagen, was das Programm ist», schmunzelt er. «Ich freue mich riesig, mit meiner Familie die Zeit zu geniessen. Dann gehen wir in die Ferien und wenn ich zurückkomme, sind die Batterien wieder voll.» Bei seinem Herzensklub wird der 33-Jährige eine neue Aufgabe abseits des Platzes bekommen.
Trainer-Frage soll nicht gestellt werden
Trainer Brunello Iacopetta und Sportchef Elsad Zverotic sind ebenfalls bemüht, das Positive des Abends herauszustreichen. «Es ist extrem bitter. Wir haben das Ziel verfehlt, das tut sehr weh. Gleichzeitig bin ich aber auch extrem stolz auf diese Mannschaft», so der FCA-Trainer. Zverotic ergänzt: «Man kann den Spielern keinen Vorwurf machen. Sie haben alles gegeben.»
Ob Iacopetta einfach nicht der Richtige für den Aufstieg ist? «Das sind wieder schöne Fragen», so der Trainer. In erster Linie müsse man stolz sein, eine solche Saison mit Aarau gespielt zu haben. «Man hat einen riesigen Unterschied gesehen im Vergleich zur letztjährigen Barrage. Das zeigt unseren Charakter, unsere Lernfähigkeit.» Es lasse sich extrem viel darauf aufbauen.
Zverotic sprach dem Trainer, der den FCA seit 2024 coacht, derweil das Vertrauen aus. «Er macht einen überragenden Job. Er ist der Trainer, der zu uns passt und mit dem wir in die Zukunft gehen», so der Sportchef, der einst selbst für Aarau auflief.