Lugano-Stürmer Kevin Behrens zeigt gegen Winterthur erneut seine Klasse – und gleichzeitig, dass sein Zorn auf Mitspieler Georgios Koutsias noch längst nicht verraucht ist: Bei der Auswechslung verzichtet er auf den Handschlag.
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- Kevin Behrens zeigt erneut seine starke Form mit einem Tor und einer Vorlage beim 4:1-Sieg von Lugano gegen Winterthur.
- Bei seiner Auswechslung verzichtet er auf den Handschlag mit Georgios Koutsias.
- Trotz interner Strafe und öffentlicher Entschuldigung bleibt unklar, ob weitere Konsequenzen folgen; Trainer Mattia Croci-Torti stellt aktuell sportlichen Erfolg über persönliche Harmonie.
Kevin Behrens hat auch gegen Winterthur mit einem Tor und einer Vorlage seine spielerische Klasse zeigen können. Damit stellte der Angreifer seine tolle Form unter Beweis: Behrens traf in jedem seiner letzten vier Super-League-Partien und steht inzwischen schon bei neun Liga-Toren – nur Chris Bedia (12) und Christian Fassnacht (11) trafen in dieser Saison öfter.
Beim Stand von 4:1 für Lugano gegen das Schlusslicht nimmt Trainer Mattia Croci-Torti nach 80 Minuten einen Doppelwechsel vor.
Für Renato Steffen kommt Mattia Bottani, bei Behrens leuchtet die Nummer 9 auf ... die gehört ausgerechnet Georgios Koutsias. Behrens hat den Griechen vor zwei Wochen in einem Testspiel umgerempelt und mit «kleine Missgeburt» beschimpft.
Nach der Attacke auf den eigenen Mitspieler entschuldigte sich der Deutsche via Vereinsmitteilung ein paar Tage später beim Klub, Teamkollegen und Koutsias. «Unabhängig von der Spannung des Moments hätte ich mir ein derartiges Verhalten niemals erlauben dürfen», wurde der Stürmer zitiert.
Keine Versöhnung mit Koutsias?
Doch der Zorn von Behrens auf Koutsias scheint noch nicht verraucht zu sein. Denn Behrens verzichtet bei seiner Auswechslung auf den Handschlag mit seinem Teamkollegen und sucht direkt den Weg zur Spielerbank.
Croci-Torti sagt nach dem Spiel gegenüber «SRF» über die Szene: «Das braucht einfach Zeit und Geduld. Ich brauche keine Freunde in der Mannschaft. Im Moment zählt nur, dass Lugano Erfolg hat.»
«Wir sind alles Männer», meint Goalie Amir Saipi und ergänzt: «Vielleicht muss es mal klöpfen, damit wir alle voll da und konzentriert sind.» Natürlich sei die Szene nicht schön, aber: «Es hat uns nicht aus der Spur geworfen.» Saipi weiter: «Es hat uns noch mehr Motivation gegeben, wir haben nun aus zwei Spielen neun Tore erzielt.» Er sei aber froh, müsse er als Spieler nicht die nötigen Konsequenzen aus dem Vorfall ziehen, so Saipi.
Nach dem Testspiel-Skandal habe man gegen Behrens «eine Ahndung ausgesprochen», meinte Lugano-Sportchef Sebastian Pelzer im Nachgang. Behrens soll vom Klub eine Rekord-Busse aufgebrummt bekommen haben, heisst es aus internen Kreisen. Ob nun nach den neuerlichen Ereignissen weitere Massnahmen folgen, wird man sehen.
Bereits bei seinem letzten Arbeitgeber Wolfsburg sorgte Behrens für negative Schlagzeilen, als er ein Regenbogen-Trikot seines Klubs nicht signieren wollte. «So eine schwule Scheisse unterschreibe ich nicht», sagte er dazu.