Ein umstrittener Penaltyentscheid nach VAR-Überprüfung erhitzt am Sonntag beim Spiel zwischen Basel und Servette (2:2) die Gemüter. Laut dem Schiedsrichter-Chef haben die Unparteiischen aber richtig gehandelt.
Auch am Tag nach dem Spiel ist der Penaltyentscheid von Schiedsrichter Sandro Schärer, der zum späten 2:2-Ausgleichstor für die Genfer führte, ein heiss diskutiertes Thema in den sozialen Medien. Viele Fans können nicht nachvollziehen, weshalb der VAR überhaupt eingegriffen hat.
Da Servettes Samba Diba den Ball beim Luftduell mit Fabian Frei noch ablenkte – unmittelbar bevor der Ball dem FCB-Profi an den Oberarm gelangte – schien für viele klar, dass zumindest kein eindeutiger Fehlentscheid vorlag und der Videoassistent nicht hätte eingreifen dürfen.
Schiedsrichter-Chef Daniel Wermelinger, Leiter des Ressorts Spitzenschiedsrichter beim SFV, hält in einem Interview mit «20 Minuten» allerdings dagegen.
«Für uns war klar, dass der Basler Spieler den Ball ständig im Blick hatte und dass kein offensichtlicher Körperkontakt mit dem Gegenspieler vorhanden war. Die Bilder zeigten eine klare Armbewegung Richtung Ball, weshalb Handspenalty der korrekte Entscheid war», wird Wermelinger zitiert. Auch der Einsatz des VAR sei richtig gewesen, da es sich um «ein klares Handspiel» handelte, das auf dem Feld nicht geahndet wurde.
Schiedsrichter wollen transparenter werden
Dass der Ball vor Freis Handspiel noch von einem Genfer abgelenkt wurde, spiele keine Rolle, meint der Schiedsrichter-Chef: «Der Ball wurde gemäss TV-Bildern tatsächlich ganz leicht abgelenkt, die Haltung des Arms hatte damit aber nichts zu tun.» Den Schiedsrichtern sei allerdings schon direkt nach Spielschluss klar gewesen, dass diese Aktion heftig in der Öffentlichkeit diskutiert werde, so Wermelinger.
Womöglich hätte es allerdings weniger Diskussionen geben, hätte es von Schiedsrichterseite nach dem Spiel eine Stellungnahme zur Szene gegeben. Auf eine solche warteten der FCB und die Schweizer Fussballfans jedoch vergebens. Wermelinger kündigt aber an: «Wir arbeiten daran, die Kommunikation zu verbessern und noch transparenter zu werden.»