Was bedeutet es, in der Schweiz arm zu sein? Dieser Frage geht «SRF Kids News spezial» nach. Zu Wort kommt auch Fussball-Star Xherdan Shaqiri, der aus eigener Erfahrung spricht.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- In der Schweiz leben viele Menschen in Armut, wie im «SRF Kids News spezial» berichtet wird.
- Xherdan Shaqiri hat keine Geldsorgen. Aber der FCB-Star weiss aus eigener Erfahrung, wie sich ein Leben mit wenig Geld anfühlt.
- Im Interview mit einer Nachwuchs-Reporterin spricht er über seine Kindheit in bescheidenen Verhältnissen.
Armut in der reichen Schweiz? Gibt es das wirklich? Die Antwort lautet ganz klar ja. Laut Bundesamt für Statistik leben in der Schweiz rund 708'000 Menschen in Einkommensarmut. Einer, der definitiv keine Geldsorgen hat, ist Xherdan Shaqiri. Das war aber nicht immer so. In der Sendung «SRF Kids News spezial» erzählt der Fussball-Star von seiner bescheidenen Kindheit.
«Ich bin sehr bescheiden aufgewachsen in Augst im Kanton Basel-Landschaft. Wir haben auf einem alten Bauernhof gelebt mit der ganzen Familie.» Dort habe es nicht einmal eine «normale Heizung» gegeben, sondern es musste mit Holz geheizt werden.
Auch musste er in seiner Kindheit auf einiges verzichten. Jedes Jahr schön in die Ferien gehen, das gab es nicht. «Wir hatten auch Probleme, die Mitgliederbeiträge zu bezahlen beim FC Basel», erinnert sich Shaqiri. «Da habe ich mich schon ein wenig geschämt oder auch nicht wohlgefühlt, als ich das sagen musste.» Es habe sich einfach nicht schön angefühlt.
Natürlich habe auch er sich als Kind «die besten, schönsten und grössten Sachen» gewünscht, aber das hätten sich seine Eltern nicht leisten können. «Mein erstes wirkliches Geburtstagsgeschenk war ein Nationaltrikot Brasiliens von Ronaldo.» Es sei kein Original-Shirt gewesen, aber er habe sich sehr darüber gefreut.
«Ich bin froh, dass ich jetzt beide Seiten ein wenig kenne»
Wie es für ihn und seine Eltern gewesen sei, als er erstmals Geld als Fussballer verdient habe, will die Nachwuchs-Reporterin wissen. «Ja, es war ein spezielles Gefühl als ich meinen ersten Profivertrag unterschrieben habe beim FC Basel.» Er sei damals 17 Jahre alt gewesen und habe dann seinen Eltern gesagt: «Ihr arbeitet jetzt nicht mehr, ich schaue für euch.» Er habe einfach das Gefühl gehabt, dass er seinen Eltern etwas zurückgeben wolle.
Selbst kann er sich heute natürlich auch so ziemlich alles leisten, was sein Herz begehrt. Wie ist das für ihn? Man gewöhne sich ein wenig daran, gibt Shaqiri zu, meint aber auch: «Ich bin froh, dass ich jetzt beide Seiten ein wenig kenne. Das hat mir sehr viel geholfen im Leben, um erfolgreich zu sein, aber auch menschlich.» Von seinen Eltern habe er gelernt, «dass man immer bodenständig bleiben muss, egal wie erfolgreich man ist oder wie viel Geld man verdient». Ihm sei es deshalb immer wichtig gewesen, dass er «der Gleiche» bleibe.
Xherdan Shaqiri bei blue Sport
Im April hat Xherdan Shaqiri mit blue Sport über seine Kindheit auf einem Bauernhof, Luxus, Popularität und seinen grössten Traum gesprochen: Mit dem Pokal auf dem Barfüsserplatz zu feiern. Dieser Traum ging inzwischen in Erfüllung.