«Gerald ist brillant» GC-Sportchef Sutter schwärmt von Trainer Scheiblehner

Syl Battistuzzi

28.11.2025

GC-Sportchef Sutter über Trainer Scheiblehner: «Er ist brillant»

GC-Sportchef Sutter über Trainer Scheiblehner: «Er ist brillant»

19.11.2025

GC-Sportchef Alain Sutter arbeitete mit Trainern wie Hitzfeld, Hodgson, Trapattoni zusammen. Trotzdem ist er von Gerald Scheiblehner beeindruckt.

Redaktion blue Sport

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  • GC-Sportchef Alain Sutter zeigt sich begeistert von Trainer Gerald Scheiblehner, den er für seine Menschenkenntnis und klare Führungsstärke lobt.
  • Scheiblehner sieht in GC eine grosse Herausforderung und passt mit seiner aktiven Spielphilosophie und Arbeitsmoral gut zu Sutters Vorstellungen.
  • Trotz Rückschlägen will GC den Kader im Winter gezielt verstärken, die Verpflichtung von Linksverteidiger Maximilian Ullmann war dabei der erste Schritt.

Es war auf der Heimfahrt nach Linz, als Gerald Scheiblehner seine Frau anrief und ihr sagte: «Hoffentlich klappt das.» Gemeint war das Engagement bei GC, einem «sehr grossen Club», wie Scheiblehner sagt. Der Bauch des österreichischen Trainers hatte ihm dieses Gefühl vermittelt – und Alain Sutter, der Sportchef des Rekordmeisters, der nur wenige Wochen zuvor sein Amt angetreten hatte.

Heimspiel als Podcast

Menschlich passte es zwischen den beiden rasch, nach einem Gespräch von drei, vier Stunden. Und auch sportlich ticken sie gleich. Genau das überraschte Scheiblehner ein wenig, wie er im Heimspiel auf blue Sport verrät. «Alain war Mittelfeldspieler in einer Zeit, als das Pressing noch nicht die grosse Rolle spielte.»

Und doch steht Sutter seit seinen St. Galler Zeiten für einen bestimmten Fussball: aktiv, aggressiv, mit hohem Anlaufen. Nichts hasst der 62-fache Internationale mehr als Langeweile. Zu St. Galler Zeiten sprach Sutter häufig von «Bravehearts», die er sehen wolle. Von mutigen Spielern, die den sportlichen Tod sterben dürfen, solange sie unterhalten.

Scheiblehner fand schnell Gefallen an der Idee. «Ich wollte die Herausforderung, und ich wollte ins Ausland. Ich glaube, dass ich beim richtigen Club gelandet bin.» Er vergleicht GC mit Rapid Wien, dem Traditionsclub in seiner Heimat. Dabei absolvierte er seinen einzigen Bundesligaeinsatz als Spieler für den Lokalrivalen von Rapid – die Austria.

«Ich hätte auch in Linz bleiben können»

Not zu wechseln hatte er nicht. «Ich hätte auch in Linz bleiben können. Da war ich der Chef, einzementiert, weil ich vier Jahre erfolgreich war und noch einen Zweijahresvertrag hatte. Aber ich wollte die Challenge.» Blau-Weiss Linz führte er in vier Jahren von der zweiten Liga in die Meistergruppe der Bundesliga.

Die Challenge ist bei GC gross genug, wie zuletzt die Niederlagen in St. Gallen und Luzern binnen einer Woche zeigten: 0:5 und 0:6 tauchten die Hoppers. Eine Mannschaft wieder aufzurichten – auch das sei ein Reiz. «Aber sicher nicht einer, den ich jede Woche brauche.» Immerhin: Die Mannschaft habe zweimal eine Reaktion gezeigt – mit einem 3:3 gegen YB nach dem Debakel in St. Gallen und zuletzt dem 1:0 in Winterthur in letzter Sekunde nach dem Denkzettel in Luzern.

GC-Sportchef Alain Sutter hat grosse Freude am Trainer Gerald Scheiblehner.
GC-Sportchef Alain Sutter hat grosse Freude am Trainer Gerald Scheiblehner.
KEYSTONE

Gewiss ist Scheiblehner die Unterstützung seines Sportchefs. Sutter ist von Scheiblehner wohl noch mehr überzeugt, als er es zu Beginn schon war. «Gerald ist absolut brillant – so, wie er ist, so wie er arbeitet. Ich habe noch nie gesehen, dass ein Trainer ein solches Gespür dafür hat, was in welcher Situation angesagt ist», sagt Sutter. Und er arbeitete mit einer Reihe prominenter Trainer zusammen: Hitzfeld, Hodgson, Trapattoni. Und in St. Gallen fünfeinhalb Jahre mit Peter Zeidler.

Zwischen Herz und Arschtritt

Scheiblehner schaffe wie kein Zweiter den Spagat zwischen Schärfe und Empathie. «Er weiss ganz genau, wann er jemanden in den Arm nehmen muss und wann jemand einen Arschtritt braucht.» Ein Trainer brauche alle Facetten, sagt Sutter. «Er braucht unglaubliche Empathie, aber er muss auch unglaublich streng sein, konsequent, geradeaus.» Dabei sei noch eines wichtig: dass der Trainer sich selber bleibe. «Gerald ist nie aufgesetzt», sagt Sutter.

Die beiden harmonieren – auch weil sie eine ähnliche Auffassung von Arbeitsmoral haben. Um acht Uhr ist Dienstantritt für die Spieler auf dem GC-Campus, und dann soll bis 17 Uhr gearbeitet werden. Sutter wollte das von Anfang an, Scheiblehner unterstützt es bedingungslos. «Wenn die Einstellung nicht stimmt, dann werde ich grantig», sagt Scheiblehner. Der Club gebe den Spielern viel – also wünsche er das auch umgekehrt.

Noch sei das Team «ganz am Anfang», sagt Scheiblehner. Fehler, Rückschläge, Jugendsünden im Spiel – alles ist eingeplant. Klar ist, dass der 48-jährige Trainer im Winter noch Verstärkung erhält, sofern dies möglich sei. Sutter sagt: «Wir sind mit der Mannschaft, die wir haben, sehr zufrieden. Trotzdem wollen wir im Winter schauen, ob wir noch zwei, drei Ergänzungen finden, mit der wir das Ganze stabiler machen können.» Mit der Verpflichtung des 29-jährigen österreichischen Linksverteidigers Maximilian Ullmann sei eine erste Korrektur getan. Sein Tor zum 1:0 am Sonntag gegen Basel darf durchaus als Beweis gelten.



Der Fussball-Talk Heimspiel in voller Länge ...

Der GC-Plan – mit Alain Sutter und Gerald Scheiblehner

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