Der FC Basel vollzieht einen spektakulären Trainerwechsel. Wenige Stunden nach der Freistellung von Ludovic Magnin präsentiert der Schweizer Meister Stephan Lichtsteiner als dessen Nachfolger.
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- Wenige Stunden nach der Freistellung von Ludovic Magnin hat der FC Basel dessen Nachfolger als Cheftrainer präsentiert.
- Der 42-jährige Stephan Lichtsteiner unterschrieb einen Vertrag bis Sommer 2029. Der frühere Schweizer Nationalspieler war zwischen Februar 2022 und Sommer 2024 bereits im Nachwuchs des FCB tätig. Zuletzt trainierte er die Erstligisten des FC Wettswil-Bonstetten.
Der 42-jährige Lichtsteiner unterschrieb einen Vertrag bis Sommer 2029, wie der FC Basel am Montagabend mitteilte. Gemeinsam mit dem 108-fachen ehemaligen Schweizer Nationalspieler stösst auch Pascal Bader als Assistenztrainer zum FCB.
Mit Lichtsteiner verpflichteten die Basler um Sportchef Daniel Stucki eine Schweizer Fussball-Persönlichkeit, die wie kaum eine andere für Erfolg und Winnermentalität steht. Der frühere Rechtsverteidiger gewann mit Juventus Turin siebenmal die Meisterschaft und fünfmal den Cup. Zudem stand er mit Italiens Rekordchampion zweimal im Final der Champions League. In seiner Karriere spielte er ebenfalls für die Grasshoppers, Lille, Lazio Rom und zuletzt für Arsenal.
Weniger eindrücklich ist Lichtsteiners Parcours als Trainer. Seine noch kurze Laufbahn als Coach führte ihn von Assistenzposten in Kriens und bei der Schweizer U18 über die Junioren des FC Basel und den Chefposten beim Erstligisten Wettswil-Bonstetten zum Fanionteam des FC Basel.
Früher als geplant
Für Lichtsteiner sprach nicht zuletzt seine Vergangenheit beim FCB. «Wir kennen Stephan bereits aus der Nachwuchsabteilung, und ich habe dort schon über zwei Jahre mit ihm direkt zusammengearbeitet. Er bringt ein grosses taktisches Verständnis mit und versteht es seit jeher, seine Teams mitzureissen und als Kollektiv besser zu machen», liess sich Daniel Stucki in der Medienmitteilung zitieren.
Die FCB-Trainer seit 2009
- Stephan Lichtsteiner (CH): Januar 2026 - ?
- Ludovic Magnin (CH): Juni 2025 - Januar 2026
- Fabio Celestini (CH/ITA): Oktober 2023 - Juni 2025
- Heiko Vogel (GER): September 2023 - Oktober 2023
- Timo Schultz (GER): Juni 2023 - September 2023
- Heiko Vogel (GER) (interimistisch): Februar 2023 - Juni 2023
- Alex Frei (CH): Juni 2022 - Februar 2023
- Guillermo Abascal (ESP) (interimistisch): Februar 2022 - Juni 2022
- Patrick Rahmen (CH): April 2021 - Februar 2022
- Ciriaco Sforza (CH): September 2020 - April 2021
- Marcel Koller (CH): August 2018 - August 2020
- Raphael Wicky (CH): Juli 2017 - Juli 2018
- Urs Fischer (CH): Juli 2015 - Juni 2017
- Paulo Sousa (CH): Juli 2014 - Juni 2015
- Murat Yakin (CH): Oktober 2012 - Juni 2014
- Heiko Vogel (GER): Oktober 2011 - Oktober 2012
- Thorsten Fink (GER): Juli 2009 - Oktober 2011
Lichtsteiner gibt zu, dass seine Karriereplanung den Sprung von Wettswil-Bonstetten zum FC Basel nicht vorsah und der Schritt «etwas früher als geplant kommt». Trotzdem «war es für mich selbstverständlich, dass ich diese Herausforderung bei diesem tollen Klub jetzt annehmen möchte, da sich die Situation so ergeben hat.»
Mit den beiden Heimspielen diese Woche gegen Viktoria Pilsen zum Abschluss der Europa-League-Gruppenphase am Donnerstag und gegen Super-League-Leader Thun am Sonntag stehen zwei äusserst wichtige Partien an. Gegen Pilsen braucht es einen Sieg, um unter Umständen noch in die K.o.-Runde vorzustossen, und angesichts von zehn Punkten Rückstand gegenüber Thun ist ein Erfolg auch gegen die Berner Oberländer fast Pflicht.
Die berühmte Winnermentalität von Lichtsteiner soll dem FC Basel rasch helfen, auf Kurs zu kommen, hofft Stucki. Ansonsten ist die Verpflichtung des früheren Captains des Schweizer Nationalteams vor allem auch eine Investition in die Zukunft. Unter Ludovic Magnin sahen die Entscheidungsträger des FC Basel zu wenige Fortschritte. Nach durchwachsenen Leistungen gegen Ende des vergangenen Jahres sei die erhoffte Trendwende ausgeblieben, begründete der Klub die Entlassung am Montagmorgen.
Der Sieg gegen den FCZ half nicht mehr
Dem früheren Linksverteidiger Magnin, der zwischen 2006 und 2010 16 Mal mit Lichtsteiner für die Schweiz aufgelaufen ist, half nicht mehr, dass seine Mannschaft am Sonntag auswärts gegen Zürich einen spektakulären 4:3-Erfolg gefeiert und sich Captain Xherdan Shaqiri öffentlich für den Trainer ausgesprochen hatte.
Der 46-Jährige war auf diese Saison von Lausanne-Sport zum Double-Sieger gestossen. Gleich zu Beginn musste er eine erste Enttäuschung verkraften, als sein Team im Duell mit Kopenhagen die Qualifikation für die Champions League verpasste. In der zweitklassigen Europa League lief es ebenfalls nicht nach Wunsch.
Vor allem der schwache Auftritt zuletzt beim 1:3 in Salzburg dürfte bei den Klubverantwortlichen zum Entscheid geführt haben, für die zweite Saisonhälfte auf Lichtsteiner zu setzen. Zu reden gab zudem die schwache Ausbeute der letzten Heimspiele in der Meisterschaft: In den vergangenen fünf Partien im St. Jakob-Park gab es vier Unentschieden und eine Niederlage.
«Stand heute können wir einige unserer Ziele noch erreichen», so Sportchef Stucki, dessen FCB auch im Cup noch im Rennen ist. «Aus diesem Grund haben wir uns zu diesem Schritt entschlossen, der uns alles andere als leichtfällt.» Magnin genoss aufgrund seiner offenen Art im und rund um den Klub viele Sympathien.
Fünfte Entlassung in der Super League
Magnin ist bereits der fünfte Trainer, der in dieser Super-League-Saison freigestellt wurde. Zuvor waren schon Thomas Häberli (Servette), Uli Forte (Winterthur), Mitchell van der Gaag (Zürich) und Giorgio Contini (YB) von ihren Aufgaben entbunden worden. Magnin wies mit 1,71 Punkten pro Spiel den höchsten Punkteschnitt der fünf Trainer auf.