St.Gallen-Präsident Matthias Hüppi schwärmt im Interview mit blue Sport für Neuzugang Jean-Pierre Nsame und legt dar, wieso die Ostschweizer in Zukunft auf reine Leih-Geschäfte verzichten wollen.
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- Jean-Pierre Nsame steht kurz davor, den alleinigen Torrekord der Super League aufzustellen. St.Gallen-Präsident Matthias Hüppi gerät auf den neuen Espen-Torjäger angesprochen ins Schwärmen.
- «Es war richtig cool zuzuschauen, wie er sich einbringt und auf die anderen Spieler zugeht», sagt Hüppi und macht klar: «In allererster Linie wollte er unbedingt zu uns kommen. Das hat man schnell gespürt.»
- Ausserdem erklärt Hüppi, warum der FCSG in Zukunft nicht mehr auf reine Leih-Geschäfte setzen will: «Wir wollen in jeder Leih-Vereinbarung mindestens auch eine Option.»
Am Sonntag gegen Yverdon (0:1-Pleite) verpasst Jean-Pierre Nsame zwar die erste Chance auf den alleinigen Torrekord in der Super League. Nach seinem Doppelpack am vergangenen Wochenende gegen den FCZ steht der Stürmer bei 111 Super-League-Toren – genau wie Marco Streller. Bis Nsame den Ex-Basler hinter sich lässt, ist es aber wohl nur eine Frage der Zeit.
St.Gallen-Präsident Matthias Hüppi zeigt sich im Interview mit blue Sport höchst zufrieden mit dem Einstand des neuen Torjägers. «Es war richtig cool zuzuschauen, wie er sich einbringt und auf die anderen Spieler zugeht», sagt Hüppi und erklärt: «Eine gewisse Bescheidenheit, aber durchaus im Wissen, was er im Fussballerleben geleistet hat. Das hat sich sofort auf die Mannschaft übertragen. Man kann es an einzelnen Spielern festmachen, die bereits etwas gewachsen sind an seiner Seite.»
Nsame hat nach drei Teileinsätzen schon zwei Tore und einen Assist auf dem Konto. «Er ist so cool. Er lässt sich auch nicht unter Druck setzen. Und wir übertreiben es nicht mit den Erwartungen. Das wäre völlig falsch. Am Schluss des Tages hängt es von so vielen Details ab, dass es funktioniert. Aber selbstverständlich hat er riesige Qualität», schwärmt Hüppi.
«In erster Linie wollte Nsame unbedingt zu uns kommen»
Die St.Galler erhoffen sich vom 31-Jährigen aber nicht nur Tore. «Wir wussten, dass wir einerseits einen Stürmer brauchen, der erwiesenermassen trifft und andererseits einen, der noch zusätzliche Persönlichkeit in die Mannschaft bringt. Es können nicht immer einer oder zwei sein, die alles auf den Schultern tragen», erklärt Hüppi.
Doch wie lockte man den dreifachen Torschützenkönig der Super League in die Ostschweiz? «In allererster Linie wollte er unbedingt zu uns kommen. Das hat man schnell gespürt, nach den ersten Gesprächen. Es hätte auch andere Stationen gegeben. Das wäre für ihn möglich gewesen. Aber wir haben eigentlich schon immer von Nsame gesprochen bei uns», so Hüppi. «Als das konkreter wurde, musste man ihm nicht erklären, was wir machen. Sondern er war von sich aus sehr gut informiert. Das hat mich in den Gesprächen beeindruckt.»
Keine reine Leih-Geschäfte mehr
Stand jetzt scheinen die Chancen gutzustehen, dass Nsame über seine Leihe hinaus für die Espen aufläuft. Denn der FCSG verfügt im Sommer über eine Kaufoption. «Wir wollen eigentlich nicht mehr reine Leih-Spieler haben. Weil du trägst etwas dazu bei, dass sich diese Spieler weiterentwickeln. Beispiele bei uns sind Demirovic, Latte Lath, Zanotti», erklärt Hüppi. «Alle drei waren wichtige Spieler und haben heute noch eine gute Beziehung zum Klub. Aber letztlich sind sie gegangen und wir haben kurzfristig sportlich von ihnen profitiert, aber am Schluss davon nichts gehabt.»
Das wolle man nun abstellen. «Wir wollen in jeder Leih-Vereinbarung mindestens auch eine Option, die irgendwo realistisch sein muss», stellt Hüppi klar. «Das Beste ist – wie bei Nsame –, dass wir den Spieler hier haben. Er kann schauen, wie es ihm gefällt und ob es für ihn eine Perspektive ist. Und wir können das gleich machen und dann im Sommer wieder zusammensitzen.»