Raimondo Ponte traurig und dankbar «Sven Hotz war ein Ehrenmann – so einen Präsidenten gibts heute nicht mehr»

Michael Wegmann

8.12.2025

Im November 1991: FCZ-Präsident Sven Hotz und Trainer Raimondo Ponte. 
Im November 1991: FCZ-Präsident Sven Hotz und Trainer Raimondo Ponte. 
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Sven Hotz ist 96-jährig verstorben. Sein langjähriger Trainer Raimondo Ponte erinnert sich an den «Mr. FCZ», schwärmt von dessen Offenheit, Fairness und Tanzkünsten. Er hat ihm zu Weihnachten bis zuletzt immer selbst gemachtes Tiramisù vorbeigebracht.

Michael Wegmann

Raimondo Ponte ist einer der ganz wenigen von der ehemaligen FCZ-Familie, die den Kontakt mit Sven Hotz und dessen Familie nicht abbrechen liessen. «Raimondo bringt jedes Jahr am 24. Dezember selbst gemachtes Tiramisù bei uns vorbei. Stellen Sie sich mal vor, was das für eine schöne Geste ist!», erzählte Hotz' Tochter Kristine Scheiwiller vor zweieinhalb Jahren. Ponte muss schmunzeln, sagt zu blue, «ich muss das präzisieren – das Tiramisù macht jeweils meine Frau, sonst wärs ungeniessbar.»

Die Welt des einstigen FCZ-Patrons ist in den letzten Jahren seines Lebens immer kleiner geworden. Hotz ist schon vor Jahren an Demenz erkrankt, erkennt mit immer selten werdenden Ausnahmen niemanden mehr. Und dennoch bringen die Pontes ihr Weihnachtsdessert Jahr für Jahr vorbei. 

«So einen Präsidenten wie ihn gibts nicht mehr»

Für Ponte eine Selbstverständlichkeit. «Sven Hotz war ein Ehrenmann. So einen Präsidenten wie ihn gibts heute nicht mehr.» Er und seine Spieler haben jeweils das Training unterbrochen, wenn der Präsident vorbeischaute und ihnen die Hände schüttelte. Seine beste Eigenschaft? Ponte: «Er war offen und direkt. Hatten zwei Parteien Probleme miteinander, hat er jeweils beide gleichzeitig in sein Büro genommen und die Situation gemeinsam ausgesprochen. Immer offen, immer direkt. Das habe ich von ihm gelernt und es ihm nachgemacht.»

Ponte erinnert sich nicht nur an den Ehrenmann Hotz, er erinnert sich auch gerne an dessen Tanzeinlagen zurück. Nicht an seine legendären für die Öffentlichkeit nach dem Cupsieg und dem Meistertitel, sondern an die Tänze mit seiner Frau bei zahlreichen Festen. «Gabs Musik, hat er immer mit seiner Ruth getanzt. Er war ein toller, ein leidenschaftlicher Tänzer.»

Ponte ist traurig, aber auch dankbar. Er sagt: «Es war schön, so einen Menschen kennengelernt zu haben. Es war mir eine Ehre.»

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