«Stürmerproblem», «Abfallprodukt»

Experten sind uneins, warum GC alles zu verspielen droht

Redaktion blue

18.3.2022

Koller über die GC-Philosophie: «Es ist einfach schwierig»

Koller über die GC-Philosophie: «Es ist einfach schwierig»

17.03.2022

GC steckt in der Krise. Warum die Hoppers im Abwärtsstrudel sind und wie der Klub da wieder herauskommt, darüber war man sich im Fussball-Talk «Heimspiel» nicht immer einig.

Redaktion blue

18.3.2022

Heimspiel – Der Fussball-Talk

«Heimspiel» liefert Standpunkte und Argumente und vertieft aus einer schweizerischen Perspektive die wichtigsten Themen des Fussballs: kontrovers, engagiert, humorvoll. Immer donnerstags auf blue Zoom im Free-TV ab 21 Uhr. Oder hier als Podcast.

Der mit viel Ambitionen in die Saison gestartete Aufsteiger droht nach einer ansprechenden Hinrunde wieder alles zu verspielen. Die letzten vier Spiele gingen allesamt verloren, der Vorsprung auf den Barrage-Platz ist auf fünf Punkte geschrumpft.

Auch hinter den Kulissen rumort es bei GC. Das Tischtuch zwischen CEO Jimmy Berisha und Sportchef Seyi Olofinjana ist gemäss Insidern seit Längerem zerschnitten. Zudem glänzt der chinesische Präsident Sky Sun mehr mit Abwesenheit statt mit Präsenz. Auch Trainer Giorgio Contini wackelt. «Es ist natürlich schade, solche Geschichten von meinem Herzensklub zu hören», so Koller. «Wenn man solche Sachen hört, ist immer was dran». Kleine Dinge könnten Einfluss nehmen auf die Leistungen des Teams, warnt er.

Für GC-Fan Roman Kilchsperger fehlt vor allem ein Spieler, der vorne regelmässig trifft. In den letzten fünf Spielen habe nur ein Stürmertor herausgeschaut, was in dieser Liga, wo der Zufall mitspiele, grosse Auswirkungen habe. Das habe aber nichts mit China zu tun, resümiert er. 

Kilchsperger: «Eines der grossen Probleme hat nichts mit China zu tun»

Kilchsperger: «Eines der grossen Probleme hat nichts mit China zu tun»

17.03.2022

Journalist Thomas Renggli widerspricht dem blue Moderator und hält fest: «Der Fisch stinkt zuerst am Kopf.» GC sei ein «identitätsloses Konstrukt» geworden, welches von verschiedenen Parteien geführt werde. «Der Chef Sky Sun muss in der Krise in Zürich oder Niederhasli sein», fordert er.  Ausgenommen von der Kritik ist bei ihm Contini: «Der ist der Letzte, dem man in dieser Situation einen Vorwurf machen kann.»

«Das Projekt GC ist gescheitert»

Renggli sieht das Projekt bei GC mit einem ausländischen Investor bereits als «gescheitert» an. «GC ist ein Abfallprodukt, ein Durchlauferhitzer für Leihspieler geworden», lautet sein Fazit.

Auch Koller findet es schwierig, in einer solchen Konstellation Erfolg zu haben. «Für mich ist Teamgeist sehr wichtig, nicht nur die fussballerische Qualität.» Wenn man kurzfristig noch neue Spieler bekomme, sei es nicht einfach, ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu entwickeln.

Für Nati-Spielerin Meriame Terchoun müssen die «Spieler sich an die eigene Nase fassen». Das sei aber extrem schwierig, weil es im Team insgesamt nicht funktioniere. «Man merkt, sie sind frustriert, enttäuscht und haben die Emotionen nicht im Griff – hier rauszukommen wird nicht einfach», sagt die 26-Jährige. 

Koller bringt einen weiteren Faktor ins Spiel. «Mit Druck umzugehen musst du tagtäglich trainieren, das geht nicht einfach so.» Da müsse gegebenenfalls auch ein Sportpsychologe hinzugezogen werden, so die GC-Legende. Wie man Toreschiessen einer Mannschaft einimpft, erläutert der 61-Jährige im nachfolgenden Video. 

Koller: «Du musst die Geilheit haben Tore zu schiessen»

Koller: «Du musst die Geilheit haben Tore zu schiessen»

17.03.2022

Der ganze Talk im Video

Heimspiel vom 17. März: Was machen GC und Lausanne falsch und der FCSG richtig?

Heimspiel vom 17. März: Was machen GC und Lausanne falsch und der FCSG richtig?

Im Fokus stehen die Krisenklubs Lausanne und GC. Aber auch der Überflieger FC St.Gallen. Moderator Stefan Eggli empfängt in seiner Runde GC- und St. Gallen-Legende Marcel Koller, Nationalspielerin Meriame Terchoun und Journalist Thomas Renggli.

17.03.2022