Schaden in Millionenhöhe Wo wird trainiert? Wann wird wieder gespielt? So geht es beim FCB nach dem Brand weiter
Nach einem Brand im St. Jakob-Park konnte der FC Basel am Samstag nicht zum Spiel in Thun antreten. Wie hoch ist der Schaden? Und wie geht es beim FCB jetzt weiter? Hier sind die wichtigsten Fragen und Antworten.
Was ist genau passiert?
Am Freitagabend ist im Garderobentrakt des Basler St. Jakob-Park ein Feuer ausgebrochen. Dieses konnte von der Basler Berufs- und Milizfeuerwehr gelöscht werden. Man geht davon aus, dass ein Feuer im Saunabereich am Ursprung steht, noch laufen aber Untersuchungen.
Es wurden keine Personen verletzt, der Sachschaden ist aber riesig. «Das ganze Spielermaterial, das Trainingsmaterial, das Trainermaterial – es ist alles verloren», sagte FCB-Medienchef Simon Walter im Gespräch mit blue Sport.
Wie hoch ist der Sachschaden?
Von ausserhalb des Stadions ist nichts vom verheerenden Schaden zu erkennen, im Kabinentrakt sieht das aber ganz anders aus. Sämtliches Equipment ist verbrannt oder mit hochgiftigem Russ bedeckt und so nicht mehr zu gebrauchen. Schlecht ist auch die Luftqualität rund um die Garderoben, Büros und Physio-Bereiche.
«Alle Laptops, technischen Geräte der Athletik, das Gym, der Videoraum, die Schuhe und persönlichen Gegenständer der Spieler – alles nicht mehr brauchbar», sagt FCB-Sportchef Daniel Stucki dem SRF. Er rechnet mit einem Schaden in Millionenhöhe.
Warum musste das Spiel in Thun verschoben werden?
Die FCB-Profis erschienen am Samstagmorgen im Joggeli, um vor der Abreise nach Thun ihr Abschlusstraining zu absolvieren. Da wurden sie über den Brand informiert. Weil sowohl die Schuhe, die Bälle und sonstiges Trainingsmaterial als auch das ganze Medizinmaterial zerstört wurde, war es für die Basler nicht möglich, das Spiel gegen Thun zu bestreiten – auch wenn es ein Auswärtsspiel war. «Wir mussten andere Klubs nach Super-League-Bällen fragen», sagt Stucki. «Es war schlicht und einfach nicht möglich, zu spielen.»
Wann und wo wird der FCB jetzt trainieren?
Etwas Glück im Unglück hat Rotblau: Der Nachwuchscampus ist unweit vom Joggeli entfernt, die betreibende Stiftung reagierte sofort und stellte dem Klub ihre Infrastruktur zur Verfügung. Da gibt es nebst den Trainingsplätzen und Garderoben auch Fitness- und Physioräume. Dadurch kann der Trainingsbetrieb trotz der Umstände weitgehend normal und auf professionellem Niveau weitergeführt werden.
Für die Spieler der ersten Mannschaft ist das Gelände vertraut. Gerade in den Wintermonaten wird regelmässig dorthin ausgewichen, da ein beheizter Platz zur Verfügung steht. Bis auf Weiteres werden Xherdan Shaqiri und Co. auf dem Nachwuchscampus trainieren. Heute Montag wurde das Training wieder aufgenommen.
Wie geht es weiter?
Am Samstagabend (20:30 Uhr live auf blue Sport) wird die Partie in Thun nachgeholt. Und dann? «Die Auswärtsspiele werden wir bewältigen können. Das nächste Heimspiel wird aber eine Herausforderung», sagt Medienchef Simon Walter. «Unsere Kabine ist zerstört. Da müssen wir ausweichen und da sind wir aktuell dran, Lösungen zu finden.»
Am 26. April soll der FCB im Joggeli den FC Sion empfangen. Ob dieses Spiel tatsächlich in Basel stattfinden wird, ist Stand jetzt noch völlig unklar. Womöglich muss auf ein anderes Stadion ausgewichen werden. Nach Sion trifft der FCB zuhause noch auf Thun (2. Mai) und St.Gallen (14. Mai).