Bis kurz vor Schluss sieht alles nach einem Zürcher Sieg aus, dann kippt das Spiel komplett. Shaqiri per Penalty und Joker Ibrahim Salah sorgen für eine späte Basler Ekstase – und für einen weiteren bitteren Abend aus FCZ-Sicht.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Der FC Basel dreht den Klassiker gegen den FC Zürich in der Nachspielzeit durch ein Shaqiri-Penaltytor und den Siegtreffer von Joker Ibrahim Salah zum 2:1.
- Basel zeigt Moral nach schwierigen Wochen, beendet eine Negativserie und wird von Spielern und Trainer Lichtsteiner für den späten, erzwungenen Sieg gelobt.
- Der FCZ erlebt erneut ein bitteres Last-Minute-Drama, bleibt seit sieben Ligaspielen sieglos und hadert mit wiederholten Einbrüchen in der Schlussphase.
In der 90. Minute wurde Basel für den spät begonnenen Sturmlauf im Heimspiel gegen Zürich erstmals belohnt. Der eingewechselte Vincent Nvendo stand im eigenen Strafraum Dominik Schmid auf den Fuss und verursachte damit den Penalty, den Shaqiri zum 1:1 verwertete. Und in der 97. Minute sorgte der eingewechselte Ibrahim Salah mit dem 2:1 für die komplette Euphorie im St. Jakob-Park. Die Zürcher waren in der 16. Minute durch Verteidiger Ilan Sauter in Führung gegangen.
Flavius Daniliuc zeigt sich im Interview mit blue Sport «überglücklich». «Nach den letzten Wochen hätte eine andere Mannschaft vielleicht aufgegeben, aber wir spielen bis zum Schluss und schiessen zwei Tore in den letzten zehn Minuten. Ich glaube, das zeigt einiges», so der 24-Jährige. Vor dem Spiel hätten sie sich gesagt, es gebe «eh nichts mehr zu verlieren».
Der Sieg sei hochverdient, man habe mehr Torchancen gehabt und das Spiel dominiert, hält der Innenverteidiger fest. Die Einwechselspieler seien zudem entscheidend gewesen. «Endlich mal das Basel, das jeder sehen will», resümiert der Österreicher.
«Das Team hat daran geglaubt», lobt Lichtsteiner seine Spieler nach dem wichtigen Erfolg, der eine Serie von drei Niederlagen beendet. «Wir haben es heute erzwungen.» Spielerisch seien sie aber noch nicht da, wo sie sein wollen, relativiert der neue Coach den ersten Sieg in seiner Amtszeit.
FCZ: Nur zwei Punkte aus den letzten sieben Liga-Spielen
Durch die Pleite bleibt der FC Zürich hingegen seit sieben Super-League-Partien ohne Sieg. Dementsprechend ist FCZ-Trainer Dennis Hediger bedient. Zumal die Zürcher erst am 25. Januar gegen den FCB in der Schlussminute 3:4 verloren.
«Es ist sicher extrem, gegen den gleichen Gegner zwei Mal in den letzten Minuten zu verlieren», gibt er zu. Schon in den anderen Spielen habe man hinten raus die Spiele hergeschenkt. «Wir werden ja brutal bestraft», meint Hediger und führt aus: «Du bist ganz nah dran, hier sogar einen Sieg zu holen. Und am Schluss gehst du mit leeren Händen heim. Es fühlt sich wirklich an wie im falschen Film.»
Auch Nevio di Giusto spricht von einem «extrem grossen Frust».
«Zweimal hintereinander so bitter einen Klassiker verlieren, tut weh.» Erneut die Kontrolle in der Schlussphase zu verlieren, dürfe ihnen nicht mehr passieren, unterstreicht der Mittelfeldspieler. Der FCZ hat mit Winterthur, Luzern und GC nun drei Gegner, die in Schlagdistanz sind: «Jedes Spiel hat einen Final-Charakter. Wir haben keine andere Wahl, als zu punkten», betont der 20-Jährige, der in Basel kurzfristig in die Startelf rückte.
Auch Hediger redet bei den nächsten drei Gegnern von einer ganz anderen Ausgangslage. «Wir haben zweimal gegen Basel und YB gespielt, die sicher individuell immer noch zu den besten Teams der Liga gehören. Daher war es ein happiges Auftaktprogramm», sagt Hediger und ergänzt: «Jetzt kommen sicher Gegner, die ein anderes Kaliber sind – aber auch gefährlich.» Nichtsdestotrotz werden es andere Spiele. «Wir werden viel mehr den Ball haben – und den Ball besser laufen lassen müssen», so Hediger.