Beim Zürcher Derby kommt es zu einer umstrittenen Szene: Nach einer Provokation von Benno Schmitz rächt sich Benjamin Mendy mit einem Nachtreten. Im blue Studio sind sich Admir Mehmedi und Schiri-Experte Stephan Klossner uneinig.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- In Zürcher Derby lässt sich FCZ-Verteidiger Benjamin Mendy zu einem Tritt gegen Benno Schmitz hinreissen. Der Franzose sieht dafür die Gelbe Karte.
- Die Entscheidung sei korrekt, erklärt Schiedsrichter-Experte Stephan Klossner: «Für eine Tätlichkeit braucht es entweder übermässige Härte oder Brutalität.»
- blue Sport Experte Admir Mehmedi ist ganz anderer Meinung, für ihn war die Aktion eine klare Tätlichkeit und damit eine Rote Karte.
- Für den gefoulten Benno Schmitz gibt es ebenfalls keine zwei Meinungen: «Der Ball war weit weg, er läuft mir hinterher, tritt mir in die Wade mit der offenen Sohle. Also Entschuldigung, worüber sollen wir diskutieren?!»
Nach einer halben Stunde kommt es beim Zürcher Derby im Letzigrund zu einer umstrittenen Szene. GC-Verteidiger Benno Schmitz ist gegen Zürichs Benjamin Mendy viel zu spät dran und gibt dem Franzosen einen Tritt mit. Der Weltmeister von 2018 lässt sich das nicht gefallen, eilt Schmitz hinterher und tritt ihm mit Absicht auf die Wade. Schiedsrichter Luca Cibelli zückt dafür die gelbe Karte.
Der VAR meldet sich nach der mutmasslichen Tätlichkeit jedoch nicht. Die richtige Entscheidung, erklärt blue Sport Schiedsrichter-Experte Stephan Klossner im Studio während der Halbzeitpause: «Es stellt sich die Frage, ob es eine Tätlichkeit ist, oder nicht? Für eine Tätlichkeit braucht es entweder übermässige Härte oder Brutalität.»
Der Treffer sei zwar an der Achillessehne, aber er sei nicht intensiv, so Klossner: «Deshalb ist die gelbe Karte für mich hier korrekt gegen Mendy. Ich finde aber, dass es wegen der Provokation auch für Schmitz noch eine Gelbe Karte hätte geben sollen.»
Mehmedi: «Da müssen wir nicht darüber sprechen, mit welcher Härte er ihn trifft»
Für diese Sichtweise hat blue Experte Admir Mehmedi kein Verständnis. Er pflichtet Klossner bezüglich der Gelben Karte für Schmitz bei, erklärt aber: «Wenn eine Berührung stattgefunden hat, ist es eine klare Tätlichkeit.» Der Ball sei zwei Sekunden weg und Mendy gehe bewusst auf den Gegner: «Da müssen wir nicht darüber sprechen, mit welcher Härte er ihn trifft.» Man sehe nicht genau ob und wie er Schmitz treffe, falls dies der Fall sei, ist für Mehmedi klar: «Dann ist es eine Rote Karte.»
Klossner entgegnet, dass es nach Reglement nur eine Rote Karte wäre, wenn die Intensität höher wäre als in diesem Fall: «Es fehlt nicht viel, aber für mich ist das knapp zu wenig.» Und der VAR schreite nicht ein, weil es in diesem Fall kein klarer Fehlentscheid sei. Für Mehmedi immer noch unverständlich: «In einem Zweikampf um den Ball können wir über die Härte sprechen, aber nicht, wenn der Ball schon lange weg ist und Mendy bewusst auf die Achillessehne des Gegners geht.»
Klossner hält erneut dagegen: «Admir, ich muss dir widersprechen: Das Fussballreglement spricht hier von übertriebener Härte oder Brutalität, die es braucht und der Schiedsrichter muss sich diesem Reglement beugen.»
Benno Schmitz: «Eine klare Tätlichkeit, worüber sollen wir diskutieren?!»
Nach der Partie erscheint auch GC-Verteidiger Benno Schmitz im blue Sport Interview. Für den Deutschen hätte Mendy des Feldes verwiesen werden müssen: «Für mich eine ganz klare Tätlichkeit. Der Ball war weit weg, er läuft mir hinterher, tritt mir in die Wade mit der offenen Sohle. Also Entschuldigung, worüber sollen wir diskutieren?! Wenn man einen Videoschiedsrichter hat, wenn es der Schiri auf dem Feld schon nicht sieht oder nicht sehen will. Dann ist das einfach ärgerlich.»
Man fühle sich langsam definitiv benachteiligt: «Ich kann einige Spiele in der ganzen Saison aufzählen, wo es wirklich gegen uns läuft. Ich denke zwar nicht beabsichtigt, aber ja, es ist sehr bitter und ärgerlich, dass wir jedes Wochenende über das Thema sprechen müssen. Weil das ist eine sehr spielentscheidende Szene.»
Weniger emotional bezüglich des Schiedsrichter-Entscheides zeigt sich GC-Trainer Tomas Oral: «Ich hab die Bilder nicht gesehen, wenn es so ist, ist es so.» Oral war in ersten Linie enttäuscht von seinem Team: «Wir sind nicht so aufgetreten, wie man ein Derby spielen muss.»
Auch GC-Captain Amir Abrashi wird auf die Szene angesprochen und sagt: «Wie ich Benno kenne, fällt der nicht umsonst runter. Der hat einen Schlag bekommen.» Auch wenn solche Entscheidungen ein Spiel entscheiden können, hält auch Abrashi fest: «Der Schiedsrichter hat nicht so entschieden, aber wir müssen schauen, dass wir ein besseres Spiel machen.»