11.01.2018 - 22:30, sda

Kann sich Federer nur selber schlagen?

 

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Als grosser Favorit startet Roger Federer in das am Montag beginnende Australian Open. Während der 36-Jährige fit und voller Selbstvertrauen zur Titelverteidigung antritt, ranken sich um seine ärgsten Konkurrenten am ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres Fragezeichen.



Andy Murray und Kei Nishikori fehlen verletzt. Novak Djokovic spürte zuletzt seinen Ellbogen wieder, weswegen sich sein Comeback verzögerte. Rafael Nadals Knie sorgte dafür, dass die Weltnummer 1 2018 noch keinen Ernstkampf bestritten hat. Und ob Stan Wawrinka in Melbourne sein Comeback geben wird, ist noch nicht gesichert.

Im Gegensatz zu vielen seiner langjährigen Konkurrenten reiste Roger Federer gesund, topfit und mit Selbstvertrauen in die Metropole am Yarra River. Ein steifer Rücken an ein, zwei Tagen in der Vorbereitung waren laut eigener Aussage Federers einzige körperliche Beschwerden während der letzten sechs Wochen. «Die Vorbereitung verlief perfekt. Ich fühle mich gut.»

Die besten Bilder der Australian Open 2018

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  • AUSTRALIA TENNIS AUSTRALIAN OPEN GRAND SLAM

Federer mit viel Selbstvertrauen

Dass der vierfache Familienvater auch in seinem 21. Profijahr, nach 95 ATP-Titeln, 19 davon an Grand-Slam-Turnieren, und mehr als 110 Millionen Dollar Preisgeld noch immer vor Spielfreude und Motivation sprüht, hat er in der ersten Jahreswoche in Perth angedeutet. An der australischen Westküste trug er mit vier Einzel-Siegen - unter anderen gegen die Top-Ten-Spieler Jack Sock und Alexander Zverev - massgeblich zum Sieg mit Belinda Bencic am Hopman Cup bei.

War Federer vor einem Jahr nach sechsmonatiger Verletzungspause für einmal als Aussenseiter nach Melbourne gereist, ehe er mit seinem Triumphzug in der Rod-Laver-Arena für eines der grossartigsten Comebacks der Tennisgeschichte sorgte, ist er bei der diesjährigen Austragung der Mann, den es zu schlagen gilt.

Den Druck des Titelverteidigers verspürt Federer aber nicht. Gedankenspiele über zu verteidigende Weltranglistenpunkte macht er sich seit Jahren ohnehin nicht mehr. Viel eher orientiert er sich an den positiven Dingen. «Im letzten Jahr stand alles etwas auf der Kippe.» Nun sei er viel stabiler und habe er mehr Informationen über sich und sein Spiel. «Und dass die Bedingungen gleich sind wie im vergangenen Jahr, gibt mir Selbstvertrauen.»

Ungewissheit bei Wawrinka

Diametral anders präsentiert sich die Situation bei Stan Wawrinka, der seit seinem grossen Durchbruch vor vier Jahren mit dem Triumph in Melbourne an den Major-Turnieren immer zu den Mitfavoriten gezählt hat. Der dreifache Grand-Slam-Sieger hat die schwierigste Zeit seiner Karriere hinter sich. Nach Wimbledon brach er seine Saison ab und unterzog sich wegen eines Knorpelschadens im Knie einer Operation, danach trennte sich zu allem Überfluss auch noch Erfolgscoach Magnus Norman vom Romand.

Um den Fitnesszustand Wawrinkas ranken sich Fragezeichen, seine Teilnahmen an Exhibitions in Abu Dhabi und Melbourne sagte er kurzfristig ab. Zwar reiste der Weltranglisten-Neunte nach Down Under, ob und in welcher Verfassung der 32-jährige Waadtländer aber im Melbourne Park antreten wird, wird sich erst in den nächsten Tagen weisen.

Mit Spannung werden auch die Auftritte der zuletzt angeschlagenen Nadal (16 Grand-Slam-Titel) und Djokovic (12) erwartet, die in dieser Woche immerhin Schaukämpfe bestritten haben. Vor allem Djokovic (ATP 14) wird nach seiner sechsmonatigen Pause kaum Eingewöhnungszeit gewährt. Bereits in der 2. Runde könnte der sechsfache Australian-Open-Sieger auf Gaël Monfils treffen, im Achtelfinal wartet womöglich Alexander Zverev (ATP 4) auf den Serben. Der 20-jährige Deutsche gehört zusammen mit Grigor Dimitrov, Marin Cilic, Juan Martin Del Potro und Nick Kyrgios, dem Sieger des Turniers von Brisbane, zu den Aussenseitern auf den Titel.

Aus dem Familienalbum von Mirka und Roger Federer

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  • TENNIS ATP MASTERS 2012 INDIAN WELLS
  • TENNIS AUSTRALIAN OPEN MELBOURNE 2013

  • Federers fünf Australian-Open-Siege

Federers erster Sieg 2004

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