Ungewöhnliche Szenen in Katar: Carlos Alcaraz verliert im Viertelfinal von Doha kurzzeitig die Fassung und liefert sich ein hitziges Wortgefecht mit der Schiedsrichterin. Parallel dazu scheitert sein Rivale Jannik Sinner überraschend am tschechischen Talent Jakub Mensik.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Carlos Alcaraz gerät beim ATP-500-Turnier in Doha wegen einer Zeitüberschreitung heftig mit Schiedsrichterin Marija Cicak aneinander, setzt sich nach verlorenem Tiebreak aber in drei Sätzen gegen Karen Khachanov durch.
- Jannik Sinner scheitert überraschend im Viertelfinal an Jakub Mensik, der als erster Spieler ausserhalb der Top 10 seit 2023 auf Hartplatz gegen den Italiener gewinnt.
Carlos Alcaraz ist eine Frohnatur. Doch auch der Weltranglistenerste wird manchmal auf dem Tennisplatz wütend. Beim ATP-500-Turnier in Doha trifft sein Zorn nicht Gegner Karen Khachanov, sondern die Schiedsrichterin.
Beim Stand von 4:4 im ersten Satz, kurz nachdem Alcaraz einen Breakball abgewehrt hatte, verwarnte die Schiedsrichterin den Spanier wegen Zeitüberschreitung – Alcaraz habe beim Aufschlag zu lange gebraucht.
Der frischgebackene Australian-Open-Sieger kann es nicht glauben und beschwert sich lautstark bei der Schiedsrichterin Marija Cicak. «Darf ich mir nicht das Handtuch holen», beklagt er sich. «Ich kann nicht mehr Zeit erfinden», entgegnet die 47-jährige Kroatin und führt aus, sie habe die Shot-Clock (25 Sekunden) bereits später gestartet. Alcaraz moniert, er habe sich nach einem langen Ballwechsel zuvor nicht mal den Schweiss abwischen können.
Petkovic: «Sie macht einen mental und emotional fertig»
«Die ATP-Zeitregel ist beschissen!»Die Unparteiische konterte trocken: «Okay, ich glaube, wir haben deinen Standpunkt verstanden.»
Die beiden diskutierten während des Seitenwechsels weiter über den Vorfall, wobei Alcaraz vergeblich darum bat, den Verstoss aufzuheben. Der 22-Jährige verliert im Anschluss das Tiebreak, kann den Russen (ATP 17) aber am Ende mit 6:7 (3:7), 6:4 und 6:4 bodigen.
Cicak ist auf der WTA-Tour ein altbekanntes Gesicht und hat aber auch schon bei den Männern Geschichte geschrieben. So leitete sie als erste Frau ein Herren-Endspiel (Wimbledon 2021).
«Das scheint so gar nicht zu dem zu passen, was wir von Carlos Alcaraz gewohnt sind», meint die frühere Spitzenspielerin Andrea Petkovic. «Es war ein wenig seltsam. Vielleicht kennt er Marija Cicak auch nicht so gut. Sie ist hauptsächlich als Stuhlschiedsrichterin auf der WTA-Seite tätig. Wir alle wissen, wie streng sie ist. Mit ihr will man sich nicht anlegen. Sie macht einen mental und emotional fertig», hält die Deutsche fest.
Am Samstag trifft Alcaraz im Final auf den Franzosen Arthur Fils.
Sinner scheitert überraschend an Mensik
Alcaraz' grosser Rivale Jannik Sinner hatte in seinem Spiel zwar nicht mit dem Schiedsrichter Probleme, der Italiener scheitert dafür im Viertelfinal in Doha an Jakub Mensik. Der Weltranglisten-Zweite muss sich dem Tschechen mit 6:7 (3:7), 6:2, 3:6 beugen.
Dem 20-Jährigen gelang es damit als erster Spieler ausserhalb der Top 10 seit 2023 einen Sieg gegen Sinner auf Hartplatz einzutüten. Tennis-Experte Heinz Günthardt hat Mensik schon länger auf dem Schirm. Im Gespräch mit blue Sport nannte er die Weltnummer 16 als möglichen Kandidaten, um die arrivierten Top-Stars zu Fall zu bringen. «Er spielt mit seinen 20 Jahren seit einiger Zeit äusserst solid. Aber es fehlt hier oder dort die Athletik. Er ist nicht ganz so geschmeidig», resümiert Günthardt.