0:6, 0:6, 20 Doppelfehler Das bizarrste Profi-Debüt der Tennisgeschichte – Gegnerin muss die Regeln erklären
Ihr Auftritt dauerte nur 37 Minuten, aber bleibt unvergessen: Die Ägypterin Hajar Abdelkader feiert beim W35-Turnier in Nairobi ihr Debüt: Ihre Partie bietet alles – ausser normalem Tennis.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Die ägyptische Spielerin Hajar Abdelkader verlor ihr offizielles Tennis-Debüt beim ITF-Turnier in Nairobi mit 0:6, 0:6 – und zeigte dabei keinerlei Regelkenntnisse oder einen Ansatz einer Technik.
- In nur 37 Minuten unterliefen ihr 20 Doppelfehler, wobei sie lediglich drei Punkte gewann – allesamt Fehler der Gegnerin.
- Trotz mangelnder Spielpraxis erhielt sie offenbar eine Wildcard für das Turnier, was für Verwunderung und Spott in der Tenniswelt sorgte.
Die ITF Women’s World Tennis Tour 2025 ist die Einsteiger- und Mittelklasse-Tour im professionellen Damentennis. Sie wird vom Internationalen Tennisverband (ITF) organisiert und ist eine Stufe unterhalb der Challenger Series der WTA-Tour angesiedelt.
Bei der W35 Nairobi (Preisgeld 30'000 US-Dollars) nehmen Spielerinnen aus 16 Ländern teil. Darunter auch Spielerinnen der Top-400 der Welt. Lokalmatadorin Angella Okutoyi hat beispielsweise 2022 den Wimbledon-Titel im Doppel gewonnen.
Weniger eindrücklich dürfte das Palmarès von Hajar Abdelkader sein. Trotzdem hat die Ägypterin es offenbar irgendwie geschafft, für das Turnier eine Wildcard zu bekommen. In der Startrunde trifft sie am Mittwochmorgen bei ihrem offiziellen Debüt auf die Deutsche Lorena Schaedel.
Schon beim Warm-up wird schnell klar: Hier steht jemand auf dem Platz mit nur sehr wenig – oder vielleicht auch gar keiner – Tennis-Erfahrung. So muss Schaedel ihrer Gegnerin zu Beginn (und auch später) helfen, die richtige Position auf dem Platz einzunehmen. Dann geht die offizielle Partie – natürlich mit Schiedsrichter – los.
Die Comedy-Show beginnt ...
Abdelkader verhaut gleich die ersten acht Aufschläge und schenkt so das Auftaktgame im Alleingang weg. So viel Spannung sei vorweggenommen: Es kommen noch weitere Doppelfehler hinzu. Am Ende sind es zwanzig für die 21-Jährige. Kein Wunder, wenn man den Ball beim Service schon nicht gerade in die Luft werfen kann.
Das köstliche Schauspiel beziehungsweise die unfreiwillige Tennis-Gratis-Lektion dauert gerade mal 37 Minuten. 6:0 und 6:0 lautet wenig überraschend das Resultat, wobei Schaedel (WTA-Ranking 1026) gegen die 21-jährige Kontrahentin 48 der 51 Punkte für sich entscheiden konnte. Zwei der drei Punkte von Abdelkader hat die Deutsche zudem selbst mit Doppelfehlern verursacht, zudem landete eine Vorhand im Aus.
Die ganze Partie – bei welcher auch einige glückliche Zuschauer Zeuge des «historischen Ereignisses» werden durften – kann man hier in voller Länge nachschauen. Die bizarre Vorstellung sorgt auch im Netz für Lacher. Auf X vermutet ein User: «Sie ist wohl die Tochter des Organisators.» Ein anderer meint: «Wie kann sie Tennis spielen, ohne es zu wissen?». Ein weiterer kommentiert: «Sieht so aus, als hätte sie noch nie Tennis gespielt. Sie kann nicht einmal den Ball fangen, wenn er ihr zugespielt wird.»
Vielleicht hat Abdelkader auch einfach das Geld gebraucht. So bekommt die Verliererin für ihre «Leistung» tatsächlich 297 Dollar. Also knapp hundert Dollar pro gewonnener Punkt. Das sind nur 165 Dollar weniger, als sie bei einem Sieg eingefahren hätte.